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Artikel vom 14. Dezember 2020

Interview: „mit einer klaren Vision das eigene Personal Branding kreieren“

Interview Dr. Brunner

Authentisch und ehrlich eine bestimmte Vision für die eigene Gründung zu haben und zu leben, schafft Vertrauen bei Kund_innen und Konsument_innen. Foto: Brett Jordan via Unsplash

Als Gründer_in für seine eigene Idee und sein Produkt zu brennen und mit Leidenschaft davon zu erzählen, ist das Eine. Sich selbst aber mit seinen Fähigkeiten, seiner individuellen Persönlichkeit als „Marke“ zu verkaufen, eine ganz andere Herausforderung. Doch gerade im stark besetzten Markt der Coaches, Trainer_innen und Berater_innen kommt es darauf an, mit einer einzigartigen Personenmarke – dem eigenen „Personal Branding“ – aufzufallen. Und im Gedächtnis potenzieller Kund_innen zu bleiben. Neben Authentizität spielen dabei vor allem Faktoren wie Werte und Persönlichkeit eine große Rolle.

Dr. Christian Boris Brunner hat über 15 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Positionen in der Markenforschung, als Manager für Marketing und als Markenberater. Er beschäftigte sich mit den Themen Business Modelling, Persönlichkeitsentwicklung und Positiver Psychologie, bevor er vor einigen Jahren sein eigenes Unternehmen gründete. Im hei.scheckheft bietet er ab Januar 2021 u. a. ein Seminar zum Thema „Personal Branding“ an. Vorab gibt er schon einmal einen Einblick in das Thema.

Mit einer Idee rund um das Thema Coaching oder Beratung zu gründen, ist seit Jahren sehr beliebt. Für Außenstehende ist es deshalb häufig schwer, die Unterschiede in den Angeboten zu erkennen. Welche ersten Schritte sollte man also als Gründer_in selbst erstmal gehen, um sein „Personal Branding“ bzw. seine Einzigartigkeit mit Blick auf das eigene Angebot zu entdecken?

Oh ja, das stimmt absolut: Unterschiede deutlich herauszustellen und als einzigartig in der Fülle von nahezu austauschbaren Produkten oder Services wahrgenommen zu werden, ist eine wahre Herausforderung. Doch es kann gelingen. Viele Gründer_innen, mit denen ich über ihr Vorhaben spreche, denken sehr häufig direkt über ihr Produkt oder ihre Dienstleistung nach. „Ich möchte Coaching anbieten, um …“ höre ich da oft. Und dann möchten sie gleich mit Social Media Marketing anfangen. Weil aktuell fast alle davon sprechen, dass man sein eigenes Personal Branding damit aufbauen muss.

Ich empfehle in dieser Situation Gründer_innen gedanklich erstmal einen Schritt zurück zu gehen und stelle Ihnen folgende Frage: Warum gehst du zu Deiner Hausärztin? Kannst du beurteilen, ob ihre Leistung wirklich gut ist? Natürlich können wir das nicht. Aber wir gehen zu einer Ärztin, weil wir Vertrauen zu ihr haben. Und sicher sind, dass sie in unserem Sinne handelt. Und uns nichts verschreibt, weil sie vielleicht höhere Krankenkassen-Sätze damit abrechnen kann. Um das Produkt selbst geht es also nicht. Sondern um Vertrauen.

„Was ist deine Vision?“ Das ist das Zentrale, warum jede(r) Gründer_in überhaupt starten möchte. Und wenn Kunden wissen, dass du eine bestimmte Vision hast und auch lebst, dann baut das Vertrauen auf. Es wirkt ehrlich. Authentisch. Ich weiß, eine Vision ist oft zu Beginn einer Selbständigkeit nicht leicht zu benennen und ein längerer Prozess. Nichtsdestotrotz sehen wir, dass Gründer wie Walt Disney es geschafft haben, ihre Vision umzusetzen. Und viele andere Menschen und Mitarbeiter damit zu begeistern. So träumte Walt Disney von einem “place where the whole family could have fun and escape from the stresses of the real world”. Dabei ist die Vision niemals erreichbar. Sie gibt aber ganz klar eine Richtung vor. Gerade bei Coaches und Beratern ist die Persönlichkeit zentral. Wenn wir es schaffen, natürlich und authentisch nach außen zu sein, bauen wir Vertrauen auf. Unsere Mitmenschen spüren es, ob es Wirklichkeit ist oder aufgesetzt.

Deshalb empfehle ich in einem zweiten Schritt, die eigenen Werte herauszubilden. Das kann bspw. in Marken-Workshops geschehen. Zudem empfehle ich immer andere Menschen zu befragen, wie sie einen selbst wahrnehmen. Einerseits Freunde, die einen gut kennen. Andererseits flüchtige Bekannte. Frage sie konkret, welche Assoziationen sie mit mir als Person verbinden. Bei welchen Themen sie dich um Rat fragen würden. Und wo du wahrscheinlich die letzte Person wärst, die sie fragen. Hilfreich ist zudem in deiner Vergangenheit nach Mustern zu suchen. Die aufdecken, welche Themen sich bei dir im Leben wiederholen. Wofür du vielleicht gekämpft hast. Oder bei welchen Themen du dich für andere Personen besonders eingesetzt hast. Ich habe für meine Arbeit selbst diesen Prozess vollzogen und festgestellt, dass für mich die Werte „Leidenschaft“, „Freiheit“ und „Empathie“ immer sehr zentral sind.

Erst nachdem du die eigenen Werte für dein Personal Branding herausgestellt hast, solltest du dich mit deinem Angebot und der Kommunikation beschäftigen. Denn im Gegensatz zum Produktmarketing, bei dem ich ein Angebot nahezu genauso gestalten kann wie ich will, sind bspw. Berater oder Coaches eingeschränkter. Sie haben bestimmte Fähigkeiten und Skills sowie eine Persönlichkeit, die sie nicht groß ändern können. Deshalb sind die Fähigkeiten, Skills und persönlichen Werte die Basis und geben vor, wie ein Coach oder Berater_in auch später wahrgenommen wird. Ansonsten wirkt die aufgesetzte Kommunikation wie die Fassade eines schönen Hauses von außen. Das sobald man hineingeht jedoch noch im Rohbau ist oder ein komplett anderes Interior hat.

Die eigenen Werte stellen also die Leitplanken für das eigene Handeln und das zukünftige Angebot sowie das gesamte Marketing dar. Wenn ich bspw. Freiheit als Wert meiner eigenen Arbeit habe, dann sollten auch meine Bildsprache in den sozialen Netzwerken, meine Website und die gesamte Kommunikation dies ausstrahlen. Ebenso sollte mein Angebot flexibel sein. Und ohne Abhängigkeiten für meine Kunden. Damit ich den Wert auch wirklich in der täglichen Arbeit „lebe“.

Interview Personal Branding

Dr. Christian Brunner empfiehlt, sich authentisch in den Social Media Kanälen zu präsentieren. So wie man ist und mit den Themen, die einen persönlich beschäftigen. Dadurch zieht man automatisch ähnlich tickende Follower an, die sich verstanden fühlen. Foto: Dole 777 via Unsplash

Manchen Menschen fällt es schwer, ihre eigenen positiven Seiten und Fähigkeiten so richtig offensiv nach außen zu tragen. Oft sind die eigenen kritischen Stimmen im Kopf ja viel lauter. Was rätst du jenen, denen es eher schwer fällt, sich offensiv und gut nach außen zu „verkaufen“?

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Gerade Gründer_innen, die introvertiert sind, müssen sich hier oft überwinden. Hier ist aus meiner Sicht die Content-Planung sehr wichtig. Zu Beginn denken viele Gründer_innen daran, wie sie auf ihr Angebot hinweisen können. Doch das ist an der falschen Ecke angesetzt.

Wichtig ist, dass du dich in die Situation deiner User Persona bzw. eines(r) typischen Wunschkund_in hineinversetzt. Welches Problem hat er/sie? Wie fühlt er/sie sich? Welche Themen beschäftigen ihn/sie im Alltag? Darauf aufbauend kann man Themenfelder bilden, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem Angebot zu tun haben. Aber genau darum geht es. Menschen wollen verstanden werden und „nichts verkauft bekommen“. Meine Empfehlung ist deshalb bspw. auf Instagram oder Facebook sich ganz normal zu zeigen. Wie man ist und was einen beschäftigt. Dadurch zieht man automatisch ähnlich tickende Follower an, die sich verstanden fühlen. Man beschäftigt sich also quasi mit Themenfeldern um das eigene Leben herum. Die kritische Stimme im Kopf hat somit keine Chance durchzudringen.

Zu Beginn kann man dadurch bspw. bei Instagram oder Facebook die eigene Sicherheit gewinnen und über diese Themen diskutieren. Mit der Zeit ist es dann sinnvoll nebenbei darauf hinzuweisen, was man anbietet. Aus meiner Sicht sind dabei diejenigen die besten Verkäufer, die nie offensiv übers Verkaufen sprechen. Sondern über die Inhalte, die sie und ihre Zielgruppe betreffen. Aber ich gebe natürlich zu: In die Kamera sprechen und eine Story zu machen ist meistens erstmal Überwindung. Doch die eigenen Themen faszinieren die meisten Menschen so sehr, dass sie mit der Zeit dann diese als „künstlich“ wahrgenommen Situationen schnell vergessen.

Stichwort Authentizität. Gibt es klassische Fehler bei der Entwicklung der eigenen Personenmarke, die man unbedingt vermeiden sollte?

Der größte Fehler ist aus meiner Sicht der Folgende: Jemanden nach außen darstellen zu wollen, der du nicht bist! Und so zu tun, als hättest du keine Schwächen. Studien im Marketing haben bspw. ergeben, dass eine Marke, die eigene Fehler gegenüber ihren Kunden eingesteht und sich dafür entschuldigt, als sympathisch wahrgenommen wird. Bei Produktfehlern war teilweise die Bindung zur Marke sogar nachher höher (als im Falle von keinen Produktfehlern), wenn die Marke klar den Fehler zugab. Und bemüht war, eine Lösung für den Kunden zu finden. Wir dürfen menschlich sein, unsere Fehler zeigen! Denn genau darin, dass wir uns verletzlich und nicht perfekt zeigen, steigt die Sympathie von anderen Menschen zu uns. Denn ähnliche Menschen ziehen sich an. Und kein Mensch von uns ist perfekt! Darüber hinaus baut es Vertrauen auf. Denn andere Menschen wissen, dass du ehrlich zu ihnen bist, wenn mal etwas nicht optimal läuft.

Personal Branding

Dr. Christian Boris Brunner hat über 15 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Positionen in der Markenforschung, als Manager für Marketing und als Markenberater. Als selbstständiger Coach unterstützt er u. a. dabei das eigene Personal Branding zu kreieren. Foto: Jan Wassmuth, 2020

Abgesehen von Coaches, Trainer_innen oder Berater_innen: Empfiehlst du auch Gründer_innen mit anderen Vorhaben und Ideen, ein „personal branding“ zu entwickeln? Wenn ja, warum?

Absolut. Steve Jobs ist eines der besten Beispiele. Oder Lea-Sophie Cramer, die Gründerin von AMORELIE. Gründer_innen prägen ganz klar die Markenwerte eines Startups. Egal ob es Coaches, Trainer_innen, Berater_innen oder Startups sind, die physische Produkte darstellen. Wir alle kennen wahrscheinlich die Situation eines Bewerbungsgespräches. Selbst wenn man die Marke, für die man arbeiten soll, toll findet, denkt man trotzdem darüber nach, welche(n) Chef_in man zukünftig haben wird. Denn diese(r) prägt sehr stark unsere tägliche Arbeit. Genauso wichtig ist es, sich als Gründer_in authentisch zu zeigen. Sprich konkret die Werte zu leben. Als Gründer_in eines Startups hat man jedoch einen Vorteil. Man hat die tolle Möglichkeit, selbst die Werte im Umgang mit Unternehmenspartnern, zukünftigen Mitarbeiter_innen und Kund_innen zu bestimmen. Und ganz nebenbei: Kund_innen nehmen die Angebote eines Startups auch individueller wahr, wenn die Persönlichkeit der Gründer_in oder des Gründer-Teams sichtbar ist.

Und hast du einen Tipp für Gründer_innen, den du mit auf den Weg geben möchtest – vielleicht auch aus eigener Erfahrung?

Am Anfang einer Gründung wollen viele Gründer_innen perfekt starten. Das wollten wir mit unserem eigenen Startup ebenso. Meine Empfehlung ist hier aber vom Lean-Startup Gedanken zu lernen. Nicht perfekt sein wollen. Sondern sich Schritt für Schritt zu entwickeln. Das bedeutet viele kleine Schritte zu machen. Und kontinuierlich diese Schritte schnell zu gehen. Diese Methode kennen wir aus dem Design Thinking. Man justiert ständig und ist agil.

Genauso ist meine Empfehlung von Beginn an, klar die eigenen Werte herauszubilden und eine Strategie zu entwickeln. Dann aber bspw. mit der Kommunikation in einem sozialen Netzwerk zu starten. Und aus dem Feedback zu lernen. Stets zu optimieren und die User besser zu verstehen. Anschließend kann man dann einen weiteren Kanal nutzen. Auch ich wollte am Anfang zuviel auf einmal und habe gemerkt, dass „weniger“ am Anfang mehr ist.

Info: Ab 2021 bietet Dr. Christian Boris Brunner zwei Seminarthemen im hei.scheckheft an: „Personal Branding: Wie Sie als Coach oder Expert_in selbst zur Marke werden“ und „Brand Launch & Marketing-Plan: Der perfekte Start für Ihre Marke“. Der Antrag für eine Förderung durch das hei.scheckheft ist ab dem 1. Januar auf der Website der hei. abrufbar.

Das erste Seminar zum Thema „PERSONAL BRANDING“ findet bereits am 21. Januar 2021 statt und kann hier gebucht werden.

Artikel vom 05. Juni 2020

Interview: „Gerade in der Krise zählt die persönliche Empfehlung noch mehr“

Krisenmanagement in Zeiten von Corona mit Hilfe von Netzwerkpflege und Empfehlungsmarketing

Welchen Stellenwert Netzwerkpflege und Empfehlungsmarketing in Zeiten von Corona für Gründer_innen haben kann, erläutert Personal- und Teamentwicklerin Dagmar Rissler. Foto: Adam Jang via Unsplash

Die Corona-Krise stellt gerade Gründer_innen vor große Herausforderungen. Was gestern noch die eigene Geschäftsidee voranbrachte, muss heute womöglich neu überdacht werden. Andere, kreative Strategien sind gefragt. In (Online-)Seminaren der hei. geben Experten wertvolle Ratschläge, wie man besser durch die Krise kommt. Die erfahrene Personal- und Teamentwicklerin Dagmar Rissler zeigt zum Beispiel auf, welchen Stellenwert Netzwerkpflege und Empfehlungsmarketing auch in der Krise und in Zeiten von Corona haben können.

Frau Rissler, was sind Ihrer Meinung nach aktuell die größten Herausforderungen für Gründerinnen und Gründer?

Das ist aus meiner Sicht die Liquiditätssicherung. Um durchhalten zu können, braucht es jetzt Reserven. Finanzielle Unterstützung gibt es beispielsweise mit Soforthilfe und Kurzarbeitergeld, dennoch sollte man genau überprüfen, welche monatlichen Kosten – wie Miete, Investitionen oder Beiträge – reduziert werden können.

Eine schwierige Aufgabe ist auch die Strategieentwicklung. Hält man mit dem bestehenden Angebot durch? Hat man die Bedürfnisse des Kunden im Blick? Muss man das Angebot neu ausrichten? Eine Marktbeobachtung und möglicherweise strategische Neuausrichtung halte ich für eine große, aber notwendige Herausforderung – die im Moment umso größer ist, da sie nicht geplant werden kann. Das ist für Selbstständige eine riesige Hürde. Allerdings kann gerade hierbei das eigene Netzwerken wichtige Impulse geben.

Welche Impulse könnten das sein?

Im Gegensatz zu anderen Marketingmaßnahmen kostet Empfehlungsmarketing in der Regel kein Geld. Wenn ich als Unternehmer überzeugend arbeite, wird das meine potenziellen Kunden überzeugen – und gerade in der Krise, bei sinkenden Budgets, zählt die persönliche Empfehlung noch mehr. Deshalb ist es jetzt wichtig, im Gespräch zu bleiben, nachzufragen, was der Kunde braucht und den Kontakt zu halten. Das wird sich später auszahlen.

Ein anderes wichtiges Argument für Netzwerkpflege ist auch die positive Auswirkung auf mich selbst. Netzwerken gilt als eine der Säulen der Resilienz, also der inneren Widerstandskraft. Gerade in belastenden Situationen kann der Kontakt zu anderen Selbstständigen eine große Unterstützung sein und dabei helfen, die psychischen Belastungen zu mildern. Je größer und stabiler das soziale Netz, desto mehr Hilfe kann ich erwarten – sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext.

Darüber hinaus kann ich mich mit Netzwerkpartnern über Innovationen, Marktveränderungen usw. austauschen. Ich empfehle, regelmäßige Termine mit wichtigen Netzwerk-Partnern einzuplanen, möglichst per Video-Chat.

Krisenmanagement in Zeiten von Corona: Per Telefon und Videokonferenz Kontakt halten und sich auf den "Circle of Influence" besinnen

Dagmar Rissler hält per Telefon und Videokonferenz Kontakt zu ihrem Netzwerk und besinnt sich auf ihren „Circle of Influence“. Foto: Privat

Wie gelingt es Ihnen persönlich, in der jetzigen Situation Ihr Netzwerk lebendig zu halten und neue Kontakte zu knüpfen?

Neue Kontakte sind im Moment nicht die Priorität. Mir kommt es darauf an, mit meinen mir nahestehenden Netzwerkpartnern zu telefonieren oder per Video-Chat Kontakt zu halten. Dafür plane ich feste Termine ein. Auf diese Weise tauschen wir Neuigkeiten und Informationen aus, die unser Business betreffen und die uns helfen, strategisch zu planen. Darüber hinaus gibt es immer wieder einen positiven Impuls, Rat oder eine Aufmunterung – also positive Aspekte, die es in der jetzigen Zeit braucht.

Ich kann außerdem nur empfehlen, diese Zeit für die eigene Fortbildung zu nutzen – es gibt derzeit sehr viele qualitativ hochwertige Online-Schulungen, nicht zuletzt die der hei.. Auch eine strategische Neuausrichtung kann jetzt gut auf den Weg gebracht werden. Und zu guter Letzt kann man immer auch an sich selbst arbeiten, zum Beispiel Sport treiben und die eigene seelische Widerstandskraft stärken. Persönlich hilfreich ist für mich gerade jetzt der sogenannte „Circle of Influence“: Mir immer wieder bewusst zu machen, welche Handlungsmöglichkeiten ich habe, worauf ich Einfluss nehmen kann – und was ich schlicht akzeptieren muss.

Dagmar Rissler bietet im Rahmen des Seminarangebots der hei. das Thema: „Akquisitionsstrategie: Empfehlung“

Artikel vom 19. Mai 2020

Interview: „In der Corona-Krise sich auf das besinnen, was einen antreibt“

Als Gründer mental besser durch die Corona-Krise kommen

Sich auf seine Leidenschaft zurück besinnen und auch in der Corona-Krise eine Chance sehen, dazu rät Coach Brit Tiedemann im Interview. Foto: Ian Schneider via Unsplash

Die Corona-Krise stellt gerade Gründerinnen und Gründer vor große Herausforderungen. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war, und viele Businesspläne müssen ganz neu überdacht werden. In (Online)-Seminaren der hei. geben Experten wertvolle Ratschläge, wie man besser durch die Krise kommt – mental und wirtschaftlich. Brit Tiedemann, Fachfrau für Gründungsberatung und Unternehmensentwicklung, gibt zum Beispiel Tipps für den Umgang mit inneren Widerständen und wie man reagieren kann, wenn Planung und Realität schlagartig auseinanderklaffen. Im Interview erläutert sie, wie man sogar der Corona-Krise Positives abgewinnen kann.

Frau Tiedemann, was sind nach Ihrer Einschätzung gerade die größten Probleme für Gründerinnen und Gründer?

Schon im März, zu Beginn der Pandemie waren viele Selbstständige unmittelbar betroffen: sei es durch die Schließung ihrer Läden oder fehlende Auftrittsmöglichkeiten. Jetzt, zwei Monate später, fehlen vielen Dienstleistern die Geldeingänge aus den seit März verschobenen oder abgesagten Aufträgen. In meiner Beratung standen deshalb vor allem finanzielle Fragestellungen im Fokus: Wo erhalte ich finanzielle Unterstützung? Wie minimiere ich meine Ausgaben? Das größte Problem sehe ich allerdings in der Unsicherheit. Niemand weiß, wie lange und in welchem Ausmaß uns die Corona-Krise künftig beeinflussen wird. Diese Unsicherheit auszuhalten und mit ihr umzugehen, ist eine der größten Herausforderungen für Selbstständige. Es ist schwierig, Ideen und Visionen zu entwickeln, wenn Geldsorgen und Existenzängste die Gedanken überschatten.

Dennoch kann auch in jeder Krise eine Chance stecken – man muss sie nur entdecken. Wie kann man jene motivieren, die plötzlich alle Pläne in Frage stellen?

Erst einmal ist es wichtig anzuerkennen, dass Angst, Zweifel und Gefühle der Überforderung in solch einer Krise völlig normal sind. Wer sich zusätzlich mit dem Gedanken unter Druck setzt, möglichst schnell und kreativ Chancen zu entdecken, tut sich oft keinen Gefallen. Was in Momenten starker Zweifel helfen kann, sind Fragen wie: „Warum möchte ich mich selbstständig machen? Was ist meine Motivation, was treibt mich an? Welche Vision habe ich?“ Seit Beginn meiner Arbeit als Beraterin von Existenzgründerinnen und Existenzgründern im Jahr 2002 fasziniert mich vor allem, mit wie viel Elan, Energie und Spaß Menschen ihre Gründungsidee bzw. ihre Vorstellungen von Erwerbsarbeit umsetzen und vorantreiben. Sich daran zu erinnern, kann helfen.

Corona

Falls in dieser Krise eine Chance steckt, so ist es die Erkenntnis, dass Vieles auch anders geht. Foto: Glenn Carstens-Peters via Unsplash

Aktuell gilt es – trotz aller Sorgen und Ängste – seine Pläne zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Denn viele Fragestellungen aus dem Businessplan gewinnen jetzt an Bedeutung und müssen beantwortet werden, zum Beispiel: „Wie bringe ich mein Produkt oder meine Dienstleistung an die Kundin bzw. an den Kunden?“. Oder: „Mit welcher Liquiditätsreserve kann ich in meinem Finanzplan rechnen?“ Dabei ist es wichtig zu bedenken, was bewahrt werden soll und welche Dinge sich anpassen lassen bzw. angepasst werden müssen. So können sich eingefahrene Positionen und Perspektiven ändern und Neues entstehen. Falls in dieser Krise eine Chance steckt, so ist es die Erkenntnis, dass Vieles auch anders geht.

Als Gründer mental besser durch die Corona-Krise kommen

Brit Tiedemann gibt Tipps für den Umgang mit inneren Widerständen und wie man reagieren kann, wenn Planung und Realität in Krisenzeiten schlagartig auseinanderklaffen. Foto: Privat

Wie gelingt es Ihnen persönlich, sich zu motivieren und mit den Unwägbarkeiten, die die Krise mit sich bringt, umzugehen?

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie ist mir noch einmal besonders bewusst geworden, wie wertvoll die Zusammenarbeit in einem guten Netzwerk ist. Der schnelle Austausch mit meinen Kooperationspartnerinnen und -partnern, die Unterstützung bei technischen Fragestellungen, der Erfahrungsaustausch sowie die ruhigen und besonnenen Gespräche sind und waren wichtig für mich. So kann ich meinen Kundinnen und Kunden in der Krise eine wertvolle Hilfe sein. Das empfinde ich als sehr motivierend.

Im Rahmen des hei. scheckheftes bietet Brit Tiemann Seminare zu den folgenden Themen an: „Unternehmensstart – und dann? Visionen, Ziele, Meilensteine“, „Umgang mit inneren Widerständen“ und „Finanzplan – Keine Angst vor Zahlen“.

Artikel vom 25. September 2019

Gründerstory: Ein neuer Blick auf den Kinderwunsch

 Der Weg zum Wunschbaby ist manchmal lang.

Wer sich selbstständig macht, lernt täglich dazu – mit dem Kinderwunschcoaching hat sich Gründerin Denise Meyer einen Herzenswunsch erfüllt. Foto: Michal Bar Heim via Unsplash.

An der medizinischen Versorgung war rein gar nichts auszusetzen. Aber war die Seele, die sich nur noch um den Kinderwunsch drehte, nicht genauso bedürftig? Mit professioneller Hilfe gelang es Denise Meyer, aus ihrem „Angstkarussell“ auszusteigen. Heute ist die Mutter eines Sohnes Kinderwunschcoach – und hilft anderen Frauen, das schwierige Warten auf den Nachwuchs zu bewältigen. Weiterlesen

Artikel vom 26. Oktober 2018

Die Gründerstory: „Man sollte Respekt vor der Selbstständigkeit haben, keine Angst“

Sprachtraining

„Wenn man weiß, dass der Bedarf da ist, wenn man ein gutes Fachwissen hat und dazu noch zwischenmenschliches Geschick, dann sollte man gründen“, sagt Marie-Theres Lohle, Gründerin von „Dein Deutsch“. Foto: Hendrik Lüders

Wer je eine Fremdsprache gelernt hat, kennt das: Hallo, danke und auf Wiedersehen ist schnell gelernt. Aber bis zum richtigen Gespräch oder gar geschliffener geschäftlicher Konversation ist es ein holpriger Weg voller Ungereimtheiten. Gründerin Marie-Theres Lohle hat aus der weit verbreiteten Not eine Tugend gemacht: Sie gibt individuelles Sprachtraining – und was sie ihren Klienten beibringt, ist nicht weniger als Dein Deutsch.

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Artikel vom 14. September 2018

„New Work ist eine Utopie, deren Zeit gekommen ist“ – 3 Fragen an Kommunikationsexpertin Maja Barthelmes

New Work

Arbeit als Identitätsstifter. Foto by Jon Tysion on Unsplash

Über New Work wird viel diskutiert. In Zeiten, in denen die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben komplett verschwimmen, spielen Aspekte wie das Arbeitsumfeld, die Arbeitsstruktur und die Möglichkeit zum selbstbestimmten Handeln eine zentrale Rolle. Aber neben flexibel gestaltbaren Büroräumen, die ein Maximum an Kreativität fördern und der Möglichkeit, schnell Entscheidungen zu treffen, steckt hinter dem Ansatz noch wesentlich mehr. Denn auch für Gründerinnen und Gründer bietet das New Work-Modell interessante Möglichkeiten, um von Anfang an zukunftsfähig zu arbeiten und ein erfolgreiches eigenes Geschäft aufzubauen.

Kommunikationsexpertin und Business-Coach Maja Barthelmes von Barthelmes Coaching erklärt beim nächsten hei.gründerfrühstück, welche Auswirkungen und Chancen New Work für die eigene Gründung bietet. Wir haben ihr vorab drei Fragen gestellt.

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Artikel vom 30. August 2018

Die Gründerstory: Willst Du mit mir gründen?

Startluft.de

Startluft.de bringt Gründer und Projekte zusammen und schafft gleichzeitig Wissenstransfer mit Workshops und Networking-Events. Foto: Nadja Hansen, WHY

Der eine hat eine vielversprechende Idee – aber nicht die richtigen Leute im Boot. Der andere hat jede Menge Gründerspirit, Zeit und Geld, aber keine zündende Idee. Was fehlt, glaubt Maximilian Antosch, ist eine Plattform, die beide zusammenbringt. Mit Startluft.de will der 27-Jährige „noch“ Angestellten, Freiberuflern, Umsetzern und Ideengebern den Einstieg in die Existenzgründung vereinfachen – und bringt dabei jede Menge unternehmerische Power mit.

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Artikel vom 13. April 2018

„Es ist wichtig, die eigene Vision nicht aus den Augen zu verlieren und seine Ziele zu hinterfragen“ – 3 Fragen an Gründungsexpertin Brit Tiedemann

Unternehmensentwicklung

Was tun, wenn Planung und Realität nach der Gründung auseinanderklaffen? Foto: Nadine Shaabana via unsplash.com

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit beschäftigt man sich mit vielen Zukunftsfragen. Wie wird sich meine Arbeit, aber auch mein Privatleben durch die Selbstständigkeit verändern? Was mache ich, wenn Planung und Realität auseinanderklaffen? Wann sollte ich meine Ziele und Visionen noch einmal überdenken?

Unternehmenscoach Brit Tiedemann berät seit über 15 Jahren Existenzgründer in Hamburg. Sie ist unser Gast beim kommenden hei.gründerfrühstück und widmet sich der Frage, was berufliche und private Ziele für die Entwicklung eines Unternehmens bedeuten. Wir haben ihr vorab drei Fragen gestellt. Weiterlesen

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