Sie möchten ein kostenfreies Beratungsgespräch?
Bitte füllen Sie unser Kontaktformular aus!

Bei Fragen rufen Sie uns gern an: Tel 040 611 7000

Artikel vom 26. April 2021

Gründerstory: Lektorieren mit Herz

Lektoratsbüro

Birte Spreng gründete Ende 2020 ihr eigenes Lektoratsbüro „Herz und Zeile“. Durch ein starkes Netzwerk und gute Akquise ist sie für das nächste Halbjahr schon gut gebucht und muss sich wenig Sorgen um die Auftragslage machen. Foto: Behr in mind Photography & Design

Der Wunsch, Lektorin zu werden, war immer da. Doch Birte Spreng wurde gewarnt. Es sei schwierig, eine Stelle zu finden. Sie wagte es trotzdem. Und ergatterte eine der begehrten Volontariatsstellen. Zwei Verlage und viele Bücher später fragte sich die 32jährige: Darf ich das hier wirklich aufgeben? Am 1. Dezember 2020 gründete die Lektorin schließlich „Herz und Zeile“, ihr eigenes Lektoratsbüro  – und muss sich um die Auftragslage wenig Sorgen machen.

Birte, du hast dich auf Umwegen zur Lektorin gemausert. Warum?

Im Nachhinein würde ich sagen, ich traute mir das lange nicht zu. Während meines Kultur- und Literaturwissenschaftsstudiums in Lüneburg habe ich einiges ausprobiert: Uniradio, Redaktionspraktika – da deutete noch alles auf Journalismus hin. Bei einem Praktikum im Literaturbüro Lüneburg kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Autoren, bei der Edition Körber mit dem Büchermachen – und fing Feuer. Ich setzte in Leipzig noch einen Master in Buchwissenschaften darauf und jobbte bei verschiedenen Verlagen, u.a. im Vertrieb. Ich dachte, ich müsste andere Wege finden, um den Büchern nahe zu sein – weil mich viele warnten, ich würde als Lektorin keine Stelle finden. Aber immer, wenn ich mit Lektoratsvolontären sprach, regte sich ganz viel in mir. Da dachte ich: „Wenn du es nicht probierst, wirst du es bereuen.“ Zum Glück klappte es mit einem Volontariat bei meinem Lieblingsverlag, dem Kinder- und Jugendbuchverlag Carlsen. Ich fühlte mich sofort pudelwohl und wusste: Das ist es!

Lektoratsbüro

Bücher sind ihre große Leidenschaft: Nach Stationen in unterschiedlichen Verlagen schaffte Birte erst nach einer persönlichen Krise und einer kleinen beruflichen Auszeit den Sprung in die Selbstständigkeit. Foto: Behr in mind Photography & Design

Wie ging es weiter?

Nach dem Volontariat arbeitete ich im Lektorat des Aladin Verlags, wo ich viel über Bilderbücher und Illustration lernte, allerdings nur halbtags. Nachmittags lektorierte ich freiberuflich für andere Verlage, begleitete ein Leseförderprojekt, schrieb Rezensionen. Das war mein erster Kontakt mit der Selbstständigkeit und mir hat es super gefallen. Aber da ich die Sicherheit der Festanstellung hatte und mich von allem so begeistern ließ, verkaufte ich meine Leistungen oft unter Wert. Das ist immer noch meine Baustelle. 2018 bekam ich die Chance, bei HarperCollins in Vollzeit den Launch eines neuen Kinder- und Jugendbuchimprints zu begleiten, da habe ich wieder viel von tollen Vorbildern gelernt. Den Sprung in die Selbstständigkeit schaffte ich erst nach einer persönlichen Krise und einer kleinen beruflichen Auszeit, in der ich meine Träume und Prioritäten neu ordnete.

Hast du dich vor diesem wichtigen Sprung beraten lassen, um Baustellen wie die Honorarverhandlung besser in den Griff zu kriegen?

Natürlich! In Hamburg gibt es ein großes Angebot für Gründer_innen, aber nichts ist so kompakt wie die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. Den ersten Kontakt hatte ich schon während meiner Teilzeitselbstständigkeit, diesen Faden nahm ich wieder auf. Bei einem Gruppenvideomeeting mit Frau Bachmann konnte ich die drängendsten Fragen loswerden. Danach hatte ich ein Einzelgespräch mit ihr, den Businessplan gab es schon und sie konnte mir direkt Feedback geben. Das war auch deshalb wichtig, weil ich den Gründungszuschuss beantragen wollte. Auch ihr Hinweis auf das Gründerinnen-Netzwerk war super. Unter den hei.gründerinnen herrscht eine sehr unterstützende Atmosphäre und echte Aufbruchstimmung – eine besondere Art der Verbundenheit.

Hast du auch Seminare mit dem hei.scheckheft besucht?

Ja, „Buchführung für Freiberuflerinnen“ und ein Seminar zu SEO, da muss ich noch die Balance zwischen guten Texten und Suchmaschinenoptimierung finden. Zwei Social Media Seminare von Freibeuter waren für mich auch sehr interessant, weil ich einen Instagram-Buchblog begonnen habe. Dort erzähle ich über Bücher und das Büchermachen. Außerdem habe ich mich für Seminare zu den Themen „Innere Widerstände“ und „Verhandeln“ angemeldet, weil ich nicht erneut den Fehler machen will, mich vor lauter Begeisterung unter Wert zu verkaufen. Der Businessplan war für mich eine gute Übung, um zu schauen, was ich verlangen muss, um von meinem Lektoratsbüro leben zu können.

Lektoratsbüro

Um ihr Lektoratsbüro in den Sozialen Medien zu präsentieren, hat Birte einen eigenen Instagram-Buchblog begonnen. Dort erzählt sie über Bücher und das Büchermachen. Die Blogbeiträge sind zudem auf der Website von „Herz und Zeile“ integriert. Foto: XPS via Unsplash

Und? Wie ist die Auftragslage?

Im Januar startete ich in die Akquise und kontaktierte Verlage und Literaturagenturen, die mich schon kannten. Schnell war ich bis August ausgebucht. Es ist ein großartiges Gefühl, dass mir so viele Menschen nach wie vor ihr Vertrauen schenken und das Netzwerk so super trägt.

Was gefällt dir an deinem Leben als selbstständige Lektorin?

Ich kann mich wieder mehr auf die Arbeit an Texten und Bildern und die Zusammenarbeit mit den Urheber_innen konzentrieren. Gerade für kleine Tausendsassa wie mich ist die Vielfalt der Aufgaben im Verlag großartig. Aber wenn ich ehrlich bin: Weniger Meetings in Riesenrunden und dafür mehr kreative Anteile, das ist schon schön. Ich hatte etwas Sorge, die Nähe zu den Büchern zu verlieren. Aber mit der Überarbeitung von Texten für Verlage und Literaturagenturen, dem Projektmanagement vom Manuskript zum Buch, der Begutachtung von Skripten und der Autoren-Beratung kann ich sie auch als Freie mit meinem eigenen Lektoratsbüro ein großes Stück ihres Weges begleiten. Das Beste an der Freiberuflichkeit ist, dass ich mehr Freiheiten habe. Ich versuche auch, auf meine Bedürfnisse zu achten und habe schon potenzielle Jobs abgesagt, damit ich wirtschaftlich arbeiten kann.

Hast du einen Tipp für andere, die gründen wollen?

Traut euch, es lohnt sich! Und: Ihr seid nicht allein! Das tolle Angebot der hei. als Ausgangspunkt sollte man auf jeden Fall nutzen. Sucht euch Berufsverbände, in denen ihr euch mit Leuten aus eurer Branche austauschen könnt – und wenn’s nur um eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung geht. Ich bin z.B. im „Verband Freier Lektorinnen und Lektoren“. Vor allem: Schüttelt die Angst vor dem Scheitern ab. Es ist viel anstrengender, die Angst davor über Jahre mit sich herumzutragen, als einmal mutig zu sein.

Artikel vom 22. April 2021

Existenzgründung im Nebenerwerb – Kurzinterview mit Gundula Zierott

Nebenerwerb

Gründer_innen im Nebenerwerb brauchen ein gutes Händchen für das Thema Zeitmanagement: Welche Zeiten stehen für die Teilzeit-Gründung zur Verfügung? Was bleibt für Familie und Freunde? Foto: mpho mojapelo via Unsplash

Wer nicht gleich mit vollem Risiko in die Selbstständigkeit starten will, finanziell abgesichert bleiben möchte durch eine (Teilzeit)-Festanstellung oder auch erst einmal herausfinden muss, ob die Selbstständigkeit überhaupt zur eigenen Persönlichkeit passt, der gründet im Nebenerwerb. Eine Entscheidung, die Gründer_innen immer häufiger für sich treffen – unabhängig davon, ob die Selbstständigkeit dann zu einem späteren Zeitpunkt in Vollzeit fortgeführt wird. Die Gründungsberaterin Gundula Zierott berät seit vielen Jahren auch zum Thema Existenzgründung im Nebenerwerb. Als Referentin beim Hamburger Gründertag digital vom 3. bis 7. Mai wird sie zu diesem Thema auch einen Live-Chat anbieten und neben einem Impulsvortrag auch direkt Fragen dazu beantworten. Wir haben sie vorab für ein Interview zum Thema befragt. Weiterlesen

Artikel vom 15. April 2021

Hamburger Gründertag digital 2021: Eine Woche voller Infos, Tipps & Inspiration

Hamburger Gründertag digital

Der Hamburger Gründertag digital 2021 findet vom 3. bis 7. Mai statt. Foto: Mongta Studio via Shutterstock

Am 3. Mai ist es soweit: Der Hamburger Gründertag digital geht in seine zweite Runde. Eine Woche lang – also vom 3. bis 7. Mai – haben Gründungsinteressierte sowie Gründer_innen in der Startphase dann die Gelegenheit, sich virtuell fit zu machen für die Selbstständigkeit und die Gründung des eigenen Unternehmens. Und die hei. als Veranstalterin legt gemeinsam mit den Partner_innen aus dem Hamburger Gründungsnetzwerk diesmal noch eine Schippe drauf: Neben den bekannten Formaten wie Live-Chats mit Expert_innen und Impulsvorträgen gibt es diesmal auch Gründer-Talks und neue Podcast-Folgen – allesamt verfügbar auf der zentralen Website des Hamburger Gründertags digital: www.gruendertag.hamburg. Weiterlesen

Artikel vom 08. April 2021

Podcast „Gründung in Sicht“: Interview mit Judith Glatzer von Milk Made Ice Cream

Sollte man als Gründer_in mit Freunden zusammen arbeiten oder besser strikt Privates und Berufliches trennen?

Diese Fragen hat sich auch Judith Glatzer während ihrer Gründung gestellt und arbeitet mittlerweile mit einigen Freunden in ihrem Team täglich und eng zusammen. Und es funktioniert!

In dieser Folge von unserem Podcast „Gründung in Sicht“ berichtet Judith von Milk Made Ice Cream über ihre Selbstständigkeit. Neben einer eigenen Eismanufaktur und einem Eis-Catering betreibt sie seit März 2020 auch ihren eigenen Eisladen in der Eppendorfer Landstraße in Hamburg. Neu hinzugekommen ist gerade kürzlich ein zweiter Ice Cream Shop im Stadtteil Ottensen.

Die studierte Sozialpädagogin erzählt uns, wie es zu ihrer beruflichen Wendung hin zum Eis kam. Wie es ist, mit Freunden zu arbeiten. Wie es sich anfühlt, wenn die Geschäftspartnerin aussteigt und man allein weitermacht und an der Idee festhält. Und welche Herausforderungen, aber auch welche ganz besonderen Glücksmomente eine eigene Gründung mit sich bringt.

Alle weiteren Informationen zu Judiths Gründung findet ihr unter milkmadeicecream.de
Und wenn ihr Interesse habt, ein Interview mit Judith zu lesen und zu erfahren, wie sie durch die Corona-Krise kommt, findet ihr hier einen Blogbeitrag mit ihr.

Milk Made Ice Cream

Claudia-Marie Dittrich, Julia Penkert und Judith Glatzer (v.l.n.r.) nach dem Podcast-Interview bei der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. Alle hatten sichtlich Spaß! Foto: Privat

Podcast „Gründung in Sicht“

In unserem Podcast geben regelmäßig bereits erfolgreiche Hamburger Gründer_innen Einblicke in ihren Unternehmensalltag. Sie berichten ehrlich von ihren eigenen Erfahrungen und ihren ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Glücksmomenten. Denn wir wollen wissen: Wie fühlt es sich an, selbstständig zu sein, komplett eigenverantwortlich, aber selbstbestimmt? Wie sind die Gründer_innen durch gestartet, welche Unterstützung und Angebote bietet das Hamburger Gründungsnetzwerk? Außerdem kommen in manchen Folgen Experten zu Wort, um wichtige Infos und Tipps rund um alle Themen der Gründung zu geben.

DANKE an Judith für dieses spannende Interview! Und allen Leser_innen, die sich bald in Judiths Läden auf ein Eis blicken lassen – lasst es euch schmecken 🙂

Wir freuen uns schon jetzt auf die kommenden spannenden Gespräche mit Gründer_innen und Expert_innen in diesem Jahr! Zu unserem Hamburger Gründertag digital, der vom 3. bis 7. Mai 2021 stattfinden wird, erwarten euch ebenfalls brandneue Folgen!

Artikel vom 01. April 2021

Online-Marketing für Anfänger_innen: Interview mit Axel Hoops vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Hamburg

Kurzinterview

Online-Marketing geht auch mit kleinen Mitteln und Einsteiger-Know How. Und kann besonders für Gründer_innen ein effektives Mittel sein, um Aufmerksamkeit und Reichweite für Marke, Produkt oder eine Dienstleistung zu schaffen. Foto: Adam AY via Unsplash

Online-Marketing ist ein weites Feld mit vielen Schlagworten. Kein Wunder also, dass Gründer_innen schnell den Überblick verlieren, welche Tools für sie wirklich zielführend sind. Gerade wenn der Budgetrahmen klein ist. Richtig genutzt, kann Online-Marketing aber ein effektives Mittel sein, um Aufmerksamkeit und Reichweite für seine Marke, sein Produkt oder seine Dienstleistung zu schaffen. Auch ohne riesengroßes Investment und umfangreiches IT-Wissen.

Wir haben mit Axel Hoops ein Kurzinterview zum Thema „Online-Marketing“ geführt. Hoops ist Projektmanager des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Hamburg. Ein Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), welches kleine und mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützt. Nebenbei unterrichtet Herr Hoops als Dozent an der Nordakademie Hochschule der Wirtschaft und der ADG Business School die Module: E-Commerce, Zukunftsmanagement und Einkauf & Logistik im Handel.

Außerdem ist Axel Hoops als Referent mit einem Impulsvortrag zum Thema „Online-Marketing für Anfänger_innen“ beim diesjährigen Hamburger Gründertag digital dabei. Vorab verrät er uns schon im Interview, warum Online-Marketing gerade für Gründer_innen ein wichtiges Themengebiet ist. Und mit welchen Maßnahmen man am besten durchstartet.

Warum ist aus deiner Sicht gerade für Gründer_innen der Bereich des Online-Marketings ein sehr wichtiges Themenfeld?

Eine der wohl größten Herausforderungen für Gründer_innen ist die „Startphase“. Gerade die Themenwelt des Online-Marketings kann hierbei sehr hilfreich sein. Im Online-Marketing geht es einfach gesagt um die Sichtbarkeit im Netz. Also deine virtuelle „Visitenkarte“. Diese Sichtbarkeit im Netz ist für Gründer_innen essenziell, da du hierbei deine eigene Marke aufbauen kannst. Und durch gutes Marketing neue Kunden gewinnst. Aus diesem Grund solltest du dich vorher bereits damit beschäftigen und überlegen, über welche Kanäle und mit welchen Marketing-Kampagnen du deine Zielgruppe am besten erreichst.

Online-Marketing ist ja ein Schlagwort für ein breites Themenfeld ….wo setzt man da als Anfänger_in überhaupt am besten an und wie geht man weiter vor?

Online-Marketing ist in der Tat ein extrem breites Themenfeld. Als Anfänger_in sollte ich zunächst überlegen, wo meine potenziellen Kund_innen / Zielgruppe im Netz „zu finden“ ist. Sprich: Sind meine Kund_innen eher auf Social-Media-Kanälen wie z.B. Facebook und/oder Instagram unterwegs. Oder nutzen meine Kund_innen hauptsächlich Suchmaschinen wie Google oder Bing. Nach der Zielgruppenanalyse solltest du dort, wo deine potenziellen Kunden auffindbar sind,  z.B. eine eigene Unternehmensseite auf Facebook oder einen Google My Business-Eintrag mit allen relevanten Informationen (Adresse, E-Mail, Telefonnummer, Bewertungen etc.) platzieren.

Was sind die grundlegenden Basics, die jede(r) Gründer_in für sich entdecken sollte?

Als Gründer_in ist es besonders wichtig zu verstehen, wie die unterschiedlichen Online-Marketing Plattformen (Google, Facebook, Instagram usw.) funktionieren. Warum sind z.B. Unternehmen auf Google Seite 1 zu finden und andere nicht. Was ist der Unterschied zwischen den Begriffen SEO  (Search Engine Optimization) und SEA (Search Engine Advertising). Und wie kannst du dies für dein Unternehmen nutzen. Auch bei Social-Media Plattformen gilt es zunächst zu verstehen, wie diese funktionieren. Was muss ich als Gründer_in tun, damit ich dort mehr Reichweite erzielen kann. Und was machen erfolgreiche Unternehmen dort anders als weniger erfolgreiche.

Und muss man als Gründer_in direkt ein großes Budget für solche Maßnahmen einplanen oder kann man in diesem Bereich auch tatsächlich erstmal low budget durchstarten?

Hamburger Gründertag digital

Axel Hoops ist Projektmanager des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Hamburg und unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation. Foto: Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Hamburg

Gerade beim Online-Marketing gibt es diverse kostenlose Tools und „Low-Budget-Maßnahmen“, die gerade in der Startphase genutzt werden können. Vor allem im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) lässt sich durch den Einsatz von eigener Zeit für die Erstellung von Texten und Inhalten (sogenannter „Content“) bereits sehr viel erreichen. Es empfiehlt sich ebenfalls, mit einem kleinen Budget für Online-Marketing Kampagnen zu starten, um erste Erfahrungen mit der Erstellung von Werbeanzeigen zu sammeln. Hierbei ist es vor allem wichtig, die Maßnahmen zu messen und zu analysieren. Ein Beispiel hierfür könnte die (steigende) Anzahl der Seitenbesucher sein. Oder ob die Seitenbesucher_innen eher mit dem Desktop oder Smartphone deine Homepage aufsuchen. Das Ziel sollte es am Ende sein, den Erfolg der Maßnahmen genau zu ermitteln, um die Kosten für die Marketing-Maßnahmen mit den jeweiligen Erlösen ins Verhältnis zu setzen.

Lieben Dank für das Interview! Wir freuen uns schon auf deinen Impulsvortrag beim Hamburger Gründertag digital, der vom 3. bis 7. Mai 2021 stattfinden wird.

Infos hierzu findet ihr unter: www.gruendertag.hamburg. Und falls ihr euch kostenfrei registrieren möchtet, könnt ihr das hier tun.

Artikel vom 26. März 2021

Gründerstory: Edle Bohnen und eine große Portion Mindfulness

Leonardo Maximiliano Bittner de Freitas

Leonardo Maximiliano Bittner de Freitas ist Gründer von “Leo´s Mindful Beans”. Deutschlands erstem klimaneutral hergestellten und plastikfrei verpackten Kaffee. Foto: Nadja Hansen WHY

Kaffee und Achtsamkeit? Das gehört einfach zusammen, findet Leonardo Maximiliano Bittner de Freitas. Mit “Leo´s Mindful Beans” möchte der studierte Geologe aus Salvador de Bahia nicht nur den besten Bio-Kaffee der Welt anbieten. Er will auch zu einem bewussteren Kaffeegenuss inspirieren. Und mit dem ersten klimaneutral hergestellten und plastikfrei verpackten Kaffee Deutschlands eine Marke aufbauen, die für soziale und ökologische Verantwortung steht.

Sein Anspruch ist hoch. Dennoch gelingt es Leonardo, Ehrgeiz und Tiefenentspannung irgendwie zusammenzubringen. Als der Sohn eines Brasilianers und einer Deutschen 2017 mit Frau und zwei Kindern nach Hamburg zog, war das eine harte Entscheidung. Doch mit Meditation lernte er, wieder Klarheit und einen Fokus für sein Leben zu gewinnen – die er jetzt auch für sein Unternehmertum nutzt. “`Leo’s Mindful Beans` bringt mein Wissen und meine Lebenserfahrung in einem Projekt zusammen“, sagt er.

Dabei schien zunächst nichts auf eine Karriere im Kaffeemarkt hinzudeuten. Nach dem Geologie-Studium in Bahia hatte er für NGOs im Umweltbereich gearbeitet. 2007 setzte er in Bonn noch seinen Master in Landwirtschaft- und Naturresourcenmanagement drauf und arbeitete in Brasilien im Bereich nachhaltige Entwicklung. „Da wurde viel geplant, aber wenig umgesetzt. Das war enttäuschend, weil ich mit meinem Wissen etwas Konkretes bewirken wollte“, so Leonardo. Seine Liebe zum Kaffee hatte er zu dieser Zeit gerade entdeckt – in Bonn. „Meinen ersten guten Kaffee trank ich tatsächlich in Deutschland. In Brasilien schmeckte er bitter und verbrannt, die besten Qualitäten werden ja exportiert.“

Kaffeeanbau

In seinem Heimatland Brasilien hat Leonardo 2009 selbst Bio-Kaffee angebaut. Bis die größte Dürre des Jahrhunderts kam und Leonardo dazu veranlasste nach Hamburg umzusiedeln. Foto: Privat / Leonardo Maximiliano Bittner de Freitas

Erste Erfolge in Brasilien – mit Verkostungen

2009 überzeugte er seinen Vater, auf einem Stück Land in der Region Chapada Diamantina, das der Familie gehörte, Bio-Kaffee anzubauen. Bis nach drei Jahren die erste Ernte anstand, kaufte er die Bohnen bei anderen Farmern. Wurde Röster. Erhielt den Q-Grader, das internationale Zertifikat für Verkoster_innen und machte sich in der Branche einen Namen. Und er beriet die Bauern, wie sie die Qualität ihrer Ernten verbessern konnten. Als seine ersten eigenen Bohnen erntereif waren, galt Leonardo bei den Spitzenköchen und Feinschmeckern des Landes bereits als Geheimtipp. Doch die schlimmste Dürre des Jahrhunderts, gefolgt von einer Familienkrise, machte dem Jungunternehmer zu schaffen. Schweren Herzens siedelte er nach Hamburg über und nahm eine Stelle bei einem Kaffeehändler an.

Doch im März letzten Jahres kam wieder die Gründerlust durch. Die Geschäftsidee: Ein exklusiver, aber fairer Kaffeehandel. Bei dem die brasilianischen Landwirte, mit denen er dank guter Kontakte direkt verhandelt, dreimal mehr verdienen, weil unter anderem die Zwischenhändler wegfallen. Der frisch geröstete Kaffee wird in kleinen Mengen in einer 100% plastikfreien Papierverpackung verkauft und kommt dann – wie bei Oma – in die wiederverwendbare Dose. Und für jedes verkaufte Kilo Röstkaffee wird ein Baum gepflanzt. Klimaneutraler Less Waste-Kaffee vom Feinsten also.

Über die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative zum Crowdfunding

Aber wie etabliert man sich im deutschen Markt? Beim ersten Googeln stieß Leonardo auf die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. Besorgte sich das hei.scheckheft und besuchte Seminare zu Buchführung, Steuer, PR und Videoproduktion mit dem Smartphone. Über die hei. kam auch der Kontakt zu Unternehmensberaterin Brit Tiedemann zustande. Sie riet zum Crowdfunding. „Das war für mich der Sprung in die Öffentlichkeit. Ich fing ja bei Null an und hatte keinerlei Startkapital. Ohne ihren Rat hätte ich das nicht geschafft“, sagt der Gründer. Für den Start der Kampagne und das notwendige Marketing erhielt er außerdem 5.000 Euro von der Hamburger Kreativgesellschaft. Und der Gründungszuschuss, den er seit August 2020 bekam, hielt ihm erstmal den Rücken frei.

Gründerstory

Der frisch geröstete Kaffee von „Leo`s Mindful Beans“ wird in kleinen Mengen in einer 100% plastikfreien Papierverpackung verkauft. Foto: Nadja Hansen WHY

Die gezielt umgesetzten Tipps zahlten sich aus. 15.000 Euro kamen durch das Crowdfunding zusammen. „Einen Teil investiere ich in Design und Kommunikation, in Aktionen zum Launch des Shops, bei dem mich eine Agentur unterstützt, und natürlich in den Rohkaffee. Aber das Geld ist schnell weg“, sagt Leonardo. Den Online-Shop stellt er deshalb mit „Shopify“ selbst auf die Beine. Vertrieb und Kommunikationskanäle müssen aufgebaut werden – aber mit Mindfulness. „Wichtig ist mir Klarheit, was ich anbiete. Wie die Verpackung aussehen soll. Wie wir die Bäume pflanzen. Mein Ziel ist es, erst die Marke aufzubauen. Und wenn die Nachfrage da ist, kann ich weiter wachsen und Mitarbeiter_innen einstellen.“

„Suche ein Ziel, das auch für andere sinnvoll ist“

„Unternehmertum hat mit dem inneren Mindset zu tun“, sagt der begeisterte Yogi, der genau weiß, wie sich mutlose Phasen anfühlen. Aber auch, wie man sich aus ihnen befreit. „Glaube an dich selbst. Suche ein Ziel, das auch für andere Menschen sinnvoll ist und verfolge deinen Traum“, rät er anderen Gründer_innen. „Ich kann die Welt nicht komplett ändern, aber mein Produkt kann etwas dazu beitragen, dass die Welt besser wird. Ich kann dann sagen, ich habe etwas Vernünftiges in meinem Leben gemacht. Das motiviert mich.“

Artikel vom 19. März 2021

Gründen in der Gastronomie: Kurz-Interview mit Björn Grimm von Grimm Consulting

Existenzgründung

Aus dem Traum vom eigenen Restaurant Wirklichkeit werden lassen: Grimm Consulting berät Hotel- und Gastronomie-Betriebe aus dem Mittelstand und begleitet diese auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Foto: Artem Beliaikin via Unsplash

Einen eigenen gastronomischen Betrieb gründen – ein eigenes Restaurant oder Café eröffnen. Für viele Gründer_innen ein echter Lebenstraum. Der aber auch sehr viele Herausforderungen mit sich bringt – gerade in diesen für die Gastronomie so unsicheren Zeiten.

Wir haben Björn Grimm zu einem kurzen Interview getroffen. Grimm ist Inhaber von Grimm Consulting, einem Unternehmen, das auf die Beratung von Hotel- und Gastronomie-Betrieben aus dem Mittelstand spezialisiert ist und sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Zudem ist Björn Grimm als Referent und Experte bei unserem diesjährigen Hamburger Gründertag digital dabei und hält einen Impulsvortrag zum Thema „Gründen in der Gastronomie“. Vorab gibt er im Interview schon ein paar hilfreiche Tipps….

Lieber Björn, Was sind aus deiner Sicht die drei wichtigsten Voraussetzungen, die man mitbringen sollte, wenn man sich in der Gastronomie erfolgreich selbstständig machen möchte?

1. Du liebst Menschen – ganz gleich ob Gast, Mitarbeiterin oder Mitarbeiter!

2. Du liebst das Geld!

3. Du liebst dein Konzept – feile solange mit professioneller Unterstützung daran, bis es richtig funktioniert.

Und welche Fähigkeiten würdest du als die drei wichtigsten bezeichnen?

Zu allererst: sich in Menschen und deren Bedürfnisse empathisch rein denken zu können. Zudem würde ich sagen, dass es sehr wichtig ist, Beharrlichkeit in der inhaltlichen und monetären Zielverfolgung mitzubringen. Und man sollte spontan auf komplexe Situationen reagieren können, ohne gleich den Kopf zu verlieren.

Wie bewertest du die aktuelle Pandemiesituation in Bezug auf geplante Neugründungen im Bereich der Gastronomie? Sollten Gründer_innen sich trotzdem auch zu dieser Zeit trauen?

Wir sind allesamt auf der Ebene des Glaubens unterwegs – wie in der Kirche. Wirklich wissen tun wir alles erst in der Nachbetrachtung. Ich rate dazu, die Zeit für eine effektive Planung, eventuelle Weiterbildung und Konzeptphase zu nutzen. Wer plant, der gewinnt. Dann auf eine gute Chance warten und zum richtigen Zeitpunkt zugreifen!

Welchen Rat möchtest du Gründer_innen aus dem Gastronomiebereich mit auf den Weg geben, die kurz vor der Corona-Krise gegründet haben und ausgebremst wurden, bevor ihr Business erst so richtig durchstarten konnte?

Referent Hamburger Gründertag digital

Großer Erfahrungsschatz: Björn Grimm, Inhaber von Grimm Consulting ist bereits seit 20 Jahren auf die operative und betriebswirtschaftliche Beratung der Hotellerie und Gastronomie spezialisiert.

Verliert nicht den Glauben an eure Gründung und bleibt in Gedanken positiv! Achtet darauf, die eigene Liquidität zu planen und sicher zu stellen. Macht euch schlau, welche gesetzlichen und förderrechtlich nutzbaren Angebote euch zur Verfügung stehen, nehmt diese wahr und ganz wichtig: bleibt im Dialog mit euren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denn die haben auch Angst!

Lieben Dank für das Interview! Wir freuen uns schon auf deinen Impulsvortrag beim Hamburger Gründertag digital, der vom 3. bis 7. Mai 2021 stattfinden wird.

Infos hierzu findet ihr unter: www.gruendertag.hamburg. Und falls ihr euch kostenfrei registrieren möchtet, könnt ihr das hier tun.

Artikel vom 10. März 2021

Podcast „Gründung in Sicht“: Interview mit Heike Baltruweit von Pure Photography

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Gründer_innen, wenn sie sich mit ihrer eigenen Kunst selbstständig machen?

In dieser Folge sprechen wir mit der Künstlerin und Galeristin Heike Baltruweit von „Pure Photography“. Nach Jahren in der Festanstellung wollte Heike Baltruweit eigentlich selbstständig als Business-Coach durchstarten – entschied sich dann aber kurzerhand doch für die Eröffnung einer eigenen Galerie. Hier stellt sie nicht nur ihre eigenen Fotografien und Kunstwerke aus, sondern experimentiert auch mit Augmented Reality und bietet diverse andere Formate zur Entdeckung von Kunst an. Warum ihr das Verkaufen ihrer eigenen Bilder oft noch schwerfällt, welche Herausforderungen sie in der Existenzgründung generell sieht und was sie trotzdem täglich motiviert, immer weiterzumachen, erzählt sie uns im Podcast.

hei.Podcast

Heike Baltruweit ist die Künstlerin und Galeristin von „Pure Photography“. Foto: Pure Photography

Wenn ihr die Kunst von Heike Baltruweit entdecken wollt, dann bekommt ihr einen ersten Eindruck auf der Website ihrer Galerie.Und wenn ihr noch etwas mehr über Heike erfahren und über sie etwas lesen möcht – dann findet ihr hier ein Interview, das wir mit der Künsterlin und Galeristin für unseren hei.blog geführt haben.

Podcast „Gründung in Sicht“

In unserem Podcast geben regelmäßig bereits erfolgreiche Hamburger Gründer_innen Einblicke in ihren Unternehmensalltag. Sie berichten ehrlich von ihren eigenen Erfahrungen und ihren ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Glücksmomenten. Denn wir wollen wissen: Wie fühlt es sich an, selbstständig zu sein, komplett eigenverantwortlich, aber selbstbestimmt? Wie sind die Gründer_innen durch gestartet, welche Unterstützung und Angebote bietet das Hamburger Gründungsnetzwerk? Außerdem kommen in manchen Folgen Experten zu Wort, um wichtige Infos und Tipps rund um alle Themen der Gründung zu geben.

Podcast-Produktion

Heike Baltruweit von „Pure Photography“ beim Podcast-Interview mit der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. Für einen besseren Sound wurde der Raum mit Yogamatten getunt 😉 Foto: Privat

DANKE an Heike für dieses spannende Interview und ihre Einblicke in die Welt der Künste.

Wir freuen uns schon jetzt auf die kommenden spannenden Gespräche mit Gründer_innen und Expert_innen in diesem Jahr! Zu unserem Hamburger Gründertag digital, der vom 3. bis 7. Mai 2021 stattfinden wird, erwarten euch ebenfalls brandneue Folgen!

Artikel vom 23. Februar 2021

Gründerstory: Umstandsmode zum Mieten

Mutterkleid

Jantje Warnken und Kathrin Ingelmann von Mutterkleid vermieten Umstandsmode für den besonderen Anlass – in hoher Qualität, aber zu fairen Preisen. Foto: melaniehammerphotography

Jantje Warnken und Kathrin Ingelmann sind nicht nur seit 25 Jahren befreundet, die PR-Beraterinnen wurden auch zeitgleich schwanger. Und fragten sich beide, wie sie ihrem Stil treu bleiben konnten, ohne ein Vermögen für Kleider auszugeben, die maximal vier Wochen passten. Die Lösung: Mutterkleid. Ein Online-Shop, der Umstandsmode für den besonderen Anlass vermietet – in hoher Qualität, aber zu fairen Preisen.

Ihr beide habt ja offenbar ein ziemlich gutes Timing, was eure Lebensplanung angeht. Trotzdem ist es ungewöhnlich, in der Elternzeit zu gründen. Wie kam es dazu?

Kathrin: Die Grundidee für Mutterkleid entstand, als wir beide – ich mit meinem ersten, Jantje mit ihrem zweiten Kind schwanger – auf drei Hochzeiten im gleichen Freundeskreis eingeladen waren. Trotz Babybauch wollten wir gut angezogen sein und nicht immer das Gleiche tragen. Aber wir merkten, dass uns 1. die Auswahl fehlte und dass es 2. sehr teuer und nicht nachhaltig ist, für Abendmode, die einen so kurzen Lebenszyklus hat, viel Geld auszugeben. So eine Art von Umstandsmode müsste man doch auch mieten können, dachten wir. Haben aber nichts Passendes gefunden. Deshalb haben wir kurzerhand entschieden: Dann machen wir das selbst!

Wie sahen die ersten Schritte aus?

Jantje: Von der Idee bis zur Gründung der GbR am 1. August 2020 verging immerhin ein Jahr. Am 25. November ging Mutterkleid.de dann live. Klar, es gab viel Vorarbeit. Das Miet-Modell kannten wir zwar von hochwertiger Kinderkleidung, aber einer der ersten Schritte war eine klassische Marktrecherche, um den Bedarf abzulesen. Bis Konzept und Businessplan standen, haben wir viel recherchiert, den Austausch mit anderen Gründern gesucht. So sind wir auch auf die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative aufmerksam geworden.

Wie konnte euch die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative unterstützen?

Jantje: Das hei. Beratungsgespräch zum Auftakt war super hilfreich, weil uns mit dem hei.ideenplan ein Schema aufgezeigt wurde, eine Art großes Brainstorming-Board, mit dem wir unsere Ideen strukturieren und das Konzept professionalisieren konnten. Außerdem erhielten wir das hei.scheckheft und besuchten jede Menge Seminare. Zum Thema Recht, was im E-Commerce wirklich wichtig ist, um nicht gleich an einer Abmahnung zu scheitern. „Keine Angst vor Zahlen“ und „Wie erstelle ich einen Finanzplan“ waren ebenfalls super. Und natürlich „Onlinehandel“ bei Stefan Knecht von Fleet [40], da haben wir wichtige Impulse bekommen. Eine andere Teilnehmerin riet uns zum Beispiel, erstmal die Labels zu kontaktieren, um zu schauen, wie unser Konzept bei potentiellen Partnern ankommt. Denn ohne die geht es ja nicht.

Online-Shop

Selbstständig und unabhängig. Jantje und Kathrin von Mutterkleid haben sich zum Start ihrer Gründung auch technisch fit gemacht – um ihren Online-Shop selbst zu erstellen und zu betreuen. Fotos: inlytics | LinkedIn Analytics Tool via Unsplash; melaniehammerphotography

Und? Wie war die Reaktion der Modemarken?

Kathrin: Wir haben drei Marken ausgewählt, die uns besonders gefielen. Die haben wir angesprochen und superpositives Feedback bekommen. Alle drei waren offen für die Vermietung. Wichtig war uns, dass die Qualität stimmt – umso höher ist auch der Lebenszyklus. Und natürlich ein außergewöhnlicher Stil, denn wir setzen nicht auf Basics, die man überall bekommt, sondern auf kuratierte Einzelstücke. Da muss man sich nicht erst durch 20 Seiten klicken. Wegen Corona haben wir unser Angebot etwas angepasst in Richtung hohe Qualität und Office-Mode, auf Events wie Hochzeiten kann man ja gerade nicht setzen.

Unabhängigkeit ist euch offenbar besonders wichtig – gilt das auch für Technik und Finanzen?

Kathrin: Absolut. Wir wollten den Shop selbst erstellen, einfach um uns mit dem Produkt in ganzer Tiefe auseinanderzusetzen und später nicht vom Support anderer abhängig zu sein. Als wir den Shop aufbauten, waren das viele Nachtschichten. Ein guter Freund, den wir aus Abi-Zeiten kennen, hat uns toll unterstützt. Wenn es jetzt Probleme gibt – wie den Fehler 404, der Albtraum aller Shopbetreiber – können wir das selbst lösen. Das spart Geld, Zeit und Nerven. Auch zu finanziellen Förderungen haben wir uns beraten lassen, aber gemerkt, dass wir lieber mit Eigenkapital gründen und auf organisches Wachstum setzen.

Versandverpackung

Dass Mutterkleid keine Basics verleiht, sondern kuratierte Einzelstücke mit außergewöhnlichem Stil, merkt man auch an der liebevoll gestalteten Verpackung, mit der die Umstandsmode verschickt wird. Foto: Mutterkleid

Wo steht ihr jetzt mit Mutterkleid – und wie geht es weiter?

Jantje: Seit Januar sind wir im klassischen Order-Zyklus, Bestellungen haben ja 6 bis 10 Monate Vorlauf. Wir haben jetzt 40 bis 50 Artikel im Shop, er wächst. Werbung läuft vor allem Mund-zu-Mund über die Mama-Community, aber natürlich planen wir auch Social Media Kooperationen, posten Stories auf Instagram, machen PR in Elternmagazinen. Und verteilen Flyer in Praxen und Familienbildungsstätten, wo wir unsere Zielgruppe gut erreichen. Dass wir in Hamburg in der gleichen Straße wohnen, macht vieles einfacher. Ein Riesenvorteil der Selbstständigkeit ist ja, dass man die Termine so legen kann, wie es passt. Und wenn eine ausfällt, ist die andere da. Mit kleinen Kindern ist das enorm wichtig.

Habt ihr Tipps für andere Gründer_innen?

Kathrin: Ideal ist natürlich, wenn man zu zweit gründet. Man braucht jemanden, der ein echter Sparringspartner ist und einen auch mal schubst, wenn man zu viel grübelt. Wir sind zwischendurch an unserem Perfektionismus fast verzweifelt. Irgendwann muss man einfach raus und live gehen mit seinem Angebot. Marktrecherche im Vorfeld ist zwar wichtig, aber für das Finetuning braucht man das Echo aus dem Markt und konstruktives Feedback, sonst schießt man am Ziel vorbei. Wir wachsen sozusagen mit unseren Kundinnen.

Artikel vom 05. Februar 2021

Podcast „Gründung in Sicht“: Interview mit Maximilian Bleß von audioBoutique

Wie wichtig ist eigentlich der Mut zur Akquise für Gründer_innen?

Sehr wichtig, findet Maximilian Bleß von audioBoutique, mit dem wir in dieser Folge von unserem Podcast „Gründung in Sicht“ sprechen. Bei seiner Gründung dreht sich alles um gute Sounds. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Davide Russo bezeichnen sich die beiden als Spezialisten für sonic branding und composing und führen ihr eigenes full-service Audio-Produktionsstudio in Hamburg-Eimsbüttel.

Doch Max hat während seiner Selbstständigkeit ebenfalls festgestellt, wie wichtig es ist, zudem ein Spezialist auf dem Gebiet der Akquise zu werden. Und heraus zu finden, wie man die passenden Kunden für die eigene Gründung findet und für sich gewinnt.

audioBoutique bietet mittlerweile neben guten Sounds auch die Produktion von Podcasts an. Gerade in Corona-Zeiten ein Kommunikationstool, das einen großen Hype erlebt hat. Auch für die Produktion unseres eigenen Intros durften wir Max in seinem Studio besuchen.

Studio audioBoutique

Claudia-Marie Dittrich und Julia Penkert von der hei.Hamburger ExistenzgründungsInitiative im Studio von audioBoutique zur Aufnahme des Intros für den Podcast „Gründung in Sicht“. Foto: Privat

Wie fühlt es sich für Max an, der eigene Chef zu sein, wie gelingt es ihm, Beruf und Privatleben weiterhin zu trennen und warum findet er den Mut zur Akquise besonders wichtig? All das erzählt er uns im Interview.

Wenn ihr mehr über die Leistungen, die audioBoutique anbietet, erfahren wollt, dann schaut doch auf ihrer Website vorbei. Oder wenn ihr Lust habt, ein Interview mit Max zu lesen, dann findet ihr hier noch einen zusätzlichen hei.Blogbeitrag mit ihm.

audioBoutique

Maximilian Bleß von audioBoutique probiert in seinem Studio eigene neue Sounds aus. Foto: Nadja Hansen WHY

Podcast „Gründung in Sicht“

In unserem Podcast geben regelmäßig bereits erfolgreiche Hamburger Gründer_innen Einblicke in ihren Unternehmensalltag. Sie berichten ehrlich von ihren eigenen Erfahrungen und ihren ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Glücksmomenten. Denn wir wollen wissen: Wie fühlt es sich an, selbstständig zu sein, komplett eigenverantwortlich, aber selbstbestimmt? Wie sind die Gründer_innen durch gestartet, welche Unterstützung und Angebote bietet das Hamburger Gründungsnetzwerk? Außerdem kommen in manchen Folgen Experten zu Wort, um wichtige Infos und Tipps rund um alle Themen der Gründung zu geben.

DANKE an Max für dieses authentische Interview.

Wir freuen uns schon jetzt auf die kommenden spannenden Gespräche mit Gründer_innen und Expert_innen in diesem Jahr!

Facebook Twitter Newsletter abonnieren