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Artikel vom 14. August 2020

Hamburger Gründertag digital – 3 Fragen an Claudia-Marie Dittrich, hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative

Hamburger Gründertag digital

Der Hamburger Gründertag digital findet vom 7. bis 11. September statt und bietet Gründer_innen kompaktes Wissen rund um die Selbstständigkeit. Foto: hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative

Was genau plant die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative zum Hamburger Gründertag digital?

Für den Hamburger Gründertag digital planen wir eine vielfältige Mischung aus Infos, Tipps und Inspiration für Gründerinnen und Gründer. Dafür haben wir drei digitale Formate ausgewählt, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern größtmögliche Flexibilität bieten – aber auch aktive Teilnahme ermöglichen.

Zum einen haben wir mit Expertinnen aus unserem Hamburger Gründungsnetzwerk vorab Videovorträge aufgezeichnet. Diese kann man sich im Zeitraum 7. bis 11. September zu jeder Tages- und Nachtzeit anschauen. Darin beleuchten wir Themen wie die ersten Schritte in die Gründung, erfolgreiches Preismanagement und Preiskalkulation, souveränes Verhandeln und Projektmanagement. Außerdem wird es im geplanten Zeitraum an jedem Tag mindestens einen Live-Chat mit einer Expertin oder einem Experten geben. Heißt konkret: Registrierte Teilnehmer bekommen per Email vorab ein Login zugeschickt, können sich dann in den Videochat einwählen, einen kurzen Impulsvortrag anhören und anschließend ihre Fragen stellen. Hier behandeln wir Themen wie die rechtlichen Grundlagen einer Existenzgründung, digitale Buchhaltung, Tipps für den Businessplan, SEO und andere.

Als letztes Format starten wir ganz neu den hei.podcast „Gründung in Sicht“. Hier sprechen wir als hei. Team zunächst mit verschiedenen Gründerinnen und Gründern aus Hamburg. Wir fragen nach ihren Gründerstorys, ihren Erfolgserlebnissen, Stolpersteinen, Fehlern, aus denen sie gelernt haben und ihren Tipps für alle Gründungsinteressierten. Später werden wir dann auch Expertinnen und Experten vor das Mikro holen und planen so, auch längerfristig einen interessanten und inspirierenden Podcast zu etablieren.

Warum habt ihr euch entschieden, eine digitale Veranstaltung zu organisieren?

Wir haben uns aus zwei Gründen entschieden, den Hamburger Gründertag in diesem Jahr als Digitalversion anzubieten. Erstens, weil wir in unseren vielen Beratungsgesprächen in den letzten Monaten immer wieder gehört haben, wie dringend nach Informationen und Angeboten dieser Art im Netz gesucht wird. Corona hat uns ja alle innerhalb kürzester Zeit quasi dazu „gezwungen“, neue Wege einzuschlagen und neue Dinge auszuprobieren – da lag es für uns auf der Hand, das auch mit Blick auf den Hamburger Gründertag zu tun. Zweitens feiern wir in diesem Jahr das 25. Jubiläum des Hamburger Gründertags und der hei. … Und ehrlich gesagt wollten wir uns da durch diese Krise auch keinen Strich durch die Rechnung machen lassen. Wir probieren eben gern auch neue Dinge aus und hoffen, dass möglichst viele Gründungsinteressierte sowie Gründerinnen und Gründer von unserem Angebot profitieren können.

Wie nehmt ihr selbst derzeit die Gründerstimmung in Hamburg wahr? Ist da ein großer Bedarf an Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten?

Hamburger Gründertag digital

Claudia-Marie Dittrich ist Leiterin der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. Die branchenübergreifende Erstanlaufstelle für Gründer_innen gibt es bereits seit 25 Jahren. Foto: privat

Die Nachfrage nach Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten ist ungebrochen hoch. Natürlich gibt es aufgrund der aktuellen Situation auch zweifelnde Stimmen und der ein oder andere Gründungsplan ist durch Corona erstmal durchkreuzt oder ganz auf Eis gelegt worden. Gleichzeitig erleben wir aber täglich einen unbändigen Gründungswillen. Das hat uns gerade zu Beginn der Pandemie im Februar und März selbst ein bisschen überrascht. Sei es, weil sich eine Arbeitssituation verändert hat und nun das Thema Selbstständigkeit als konkrete Option wieder in den Vordergrund rückt, oder, weil aufgrund der Corona-Krise auch neue Ideen, Geschäftsmodelle und Gründungsansätze entwickelt werden. Wir als branchenübergreifende Erstanlaufstelle für Existenzgründerinnen und -gründer in Hamburg können keinen Rückgang in der Nachfrage feststellen. Im Gegenteil!

Alle Infos sowie die kostenfreie Registrierung für den Hamburger Gründertag digital 2020 auf www.gruendertag.hamburg

 

Artikel vom 05. August 2020

Gründen mit Wissenschaft und Technologie: Interview mit Wiebke Brandt der Startup-Unit von Hamburg Invest

Gründen mit Wissenschaft und Technologie

Für wissens- und technologie-orientierte Gründungen gibt es in Hamburg seit Januar 2018 die Startup-Unit von Hamburg Invest als zentrale Anlaufstelle. Foto: Remy Loz via Unsplash.

Seit gut zweieinhalb Jahren gibt es die Startup-Unit von Hamburg Invest. Als zentrale, öffentliche Einrichtung ist sie eine wichtige Anlaufstelle für wissens- und technologie-orientierte Gründungen in unserer Hansestadt. Gleichzeitig soll die Unit die Stadt Hamburg als attraktiven Standort für internationale Gründer noch sichtbarer machen. Ein Teil des zweiköpfigen Teams ist Wiebke Brandt. Wir haben mit Wiebke gesprochen: Über ihren Job als Projekt-Managerin bei der Start-up Unit. Über die Herausforderungen, die die Corona-Zeit für Startups mit sich bringt. Und sie wirft für uns einen Blick in die Startup-Zukunft von Hamburg und zeigt Trends auf.

Was bietet die Startup-Unit von Hamburg Invest und was ist das ganz Besondere an dieser Anlaufstelle für Gründer_innen?

Wer Informationen zu innovativen Startups, Events & Konferenzen, Hochschulen, öffentlichen Fördereinrichtungen, Clustern, Inkubatoren und Acceleratoren sucht, ist bei uns genau richtig. In unserer regelmäßigen und kostenlosen Startup-Sprechstunde, die alle zwei Wochen stattfindet, erhalten alle Gründungswilligen einen ersten und immer auch individuellen Überblick zu den Angeboten der Startup-Unit sowie zu städtischen und privaten Initiativen und relevanten Netzwerken. Natürlich gilt dies auch für internationale Gründerinnen und Gründer, die sich für den Standort interessieren. Zudem vertritt die Unit den Startup-Standort Hamburg international durch die Teilnahme an internationalen Konferenzen.

Wie bist du selbst zur Startup-Unit als Projektmanagerin gekommen?

Bis vor rund zwei Jahren war ich in einem Startup beschäftigt und habe dort von Unternehmensgründung an selbst sehr viele Erfahrungen machen können. Dabei standen wir, wie viele junge Unternehmen, oft vor großen Herausforderungen. An einem Punkt ging es für mich dort nicht weiter und ich wollte meine Erfahrungen aus dem Startup „weitergeben“. Als Projektmanagerin der Startup-Unit Hamburg kann ich genau das machen. Denn der Gründungsstandort Hamburg bietet wirklich viele Unterstützungsangebote. Diese an junge Unternehmerinnen und Unternehmer weiterzugeben und ihnen den Weg dadurch erleichtern zu können, ist einfach ein gutes Gefühl. Denn, wenn wir im Startup damals gewusst hätten, was die Stadt Hamburg alles zu bieten hat, wären einige Herausforderungen vielleicht auch leichter zu meistern gewesen.

Wie nimmt die aktuelle Corona-Krise – aus deinen persönlichen Erfahrungen durch Gespräche mit den Gründern_innen – Einfluss auf die Startup-Szene in Hamburg?

Wir bemerken einen tollen Solidaritätsgedanken bei vielen Startups. Untereinander werden schnell Infos zu neuen Finanzhilfen oder auch relevanten Webinaren und digitalen Events ausgetauscht. Auch wir sind neue Kooperationen eingegangen und so entstand zum ersten Mal ein nationales Startup-Event mit den Wirtschafsförderungen der Städte Berlin, Köln und München, bei dem wir alle zusammen für den Startup-Standort Deutschland standen.

Wo liegen aus deiner Sicht derzeit die größten Herausforderungen für Startups in Hamburg?

Diese werden wahrscheinlich die Finanzierung betreffen. Besonders herausfordernd ist es für Unternehmen, denen die geplante Finanzierung aufgrund der Corona-Krise weggebrochen ist. Die Förderlotsen der IFB informieren zu allen aktuellen Finanzierungshilfen. Dies kann ich nur jedem Unternehmen empfehlen, sich dort einmal beraten zu lassen.

Was sind die größten Themen, mit denen sich Startups derzeit beschäftigen? Kannst du derzeit einen Themenfeld- / oder Branchentrend erkennen, dem viele Startups in Hamburg folgen?

In den letzten Monaten zeichnete sich unter anderem ein Trend Richtung Gesundheitswirtschaft ab. Ideen, wie zum Beispiel mentales Training oder auch psychologische Betreuung, nicht nur in Krisenzeiten, sondern natürlich auch darüber hinaus, digital vermittelt werden kann, sind auch schon vorher entstanden. Aktuell erhalten diese Ideen aber einen größeren Stellenwert als bisher und dies kann für einige Startups eine echte Chance sein.

Und wenn du einen Blick in die Zukunft wagst – was wird aus deiner Sicht immer wichtiger für Startups und welche Startups werden wichtig für Hamburg?

Gründen mit Wissenschaft und Technologie

Wiebke Brandt, Projektmanagerin bei der Startup-Unit von Hamburg Invest, berät Gründer_innen aus den Bereichen Wissenschaft und Technologie. Foto: Privat

Hamburg schafft bereits mit seinen starken Wirtschaftsbereichen wie zum Beispiel Logistik oder Life Science ein gutes Fundament für Neugründungen. Allerdings legt der Standort auch bei Querschnittstechnologien wie KI bzw. AI zu. So entstehen immer mehr Angebote und Institutionen wie beispielsweise der Health AI Hub. Von dieser Entwicklung können viele Branchen profitieren.

Ganz lieben Dank für das Gespräch und die Einblicke in die Startup-Szene, liebe Wiebke!

Artikel vom 10. Juli 2020

Gründen mit Migrationshintergrund – 3 Fragen an Katarzyna Rogacka-Michels, ASM Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V.

Existenzgründung mit Migrationshintergrund

Individuelle Beratung und Unterstützung für Menschen mit Migrationshintergrund, die sich selbstständig machen möchten: Das bietet die „Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten“, kurz ASM. Foto: via Unsplash

Nicht nur die Hamburger Gründerszene ist vielseitig und bietet unterschiedlichsten Gründungen ein Zuhause. Ebenso vielseitig ist auch das Netzwerk an Einrichtungen und Institutionen, die Existenzgründer_innen beraten und ihnen zur Seite stehen, um mit ihrer individuellen Idee an den Start zu gehen. Seit über zehn Jahren unterstützt die „Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten“, kurz ASM, Unternehmen und Existenzgründungen von Menschen mit Migrationshintergrund. Mehrsprachige Beratung und Qualifizierungsangebote sowie Unterstützung bei der Erstellung des Businessplans gehören zum Angebot des Vereins. Katarzyna Rogacka-Michels setzt sich seit Jahren mit Engagement und Leidenschaft für Existenzgründer_innen unterschiedlicher Nationalitäten ein. Um mehr über die besonderen Herausforderungen für das Gründen mit Migrationshintergrund zu erfahren, haben wir ihr drei Fragen gestellt:

Wie würden Sie Hamburgs Gründerszene beschreiben – vor allem mit Blick auf das Gründen mit Migrationshintergrund?
Hamburgs Gründerszene ist groß und vielschichtig. Ich kann nur von den Gründer_innen, ihren Ideen und Vorhaben sprechen, mit denen ich in meiner Beratung bei ASM im Projekt IQ Hamburg Servicestelle Migrantenökonomie in Berührung komme. In der Regel kommen zu uns Menschen, die für sich auf dem Arbeitsmarkt eine bessere Chance als Selbstständiger sehen als im Angestelltenverhältnis. Auch wenn sie dabei große Risiken auf sich nehmen müssen. Die Vielfalt der Geschäftsideen ist groß – von unterschiedlichen freiberuflichen Tätigkeiten über diverse Angebote in Gastronomie, Einzelhandel, Import/Export, im sozialen und zunehmend auch digitalen Bereich. Die Migrant_innen, die für sich eine Selbstständigkeit erwägen, haben einen unterschiedlichen Werdegang. Es wird aus unterschiedlichen Lebenslagen gegründet. Es sind Menschen, die bereits eine Anstellung haben und mit der Selbstständigkeit für sich bessere Chancen sehen. Wie auch Menschen, die gerade den Arbeitsplatz verloren haben oder aus der Langzeitarbeitslosigkeit heraus gründen. Oder aber Studenten und Azubis, die schon für die Zukunft planen, weil sie Ideen haben für ein selbstbestimmtes Agieren auf dem Arbeitsmarkt. Einen nicht so geringen Teil machen ebenfalls Menschen aus, die weder arbeiten noch Leistungen beziehen. Und die sich in einer Lebensphase befinden, wo sie mit einem eigenen Unternehmen den Schritt auf den Arbeitsmarkt wagen. Insgesamt wurden bei uns im vergangenen Jahr 119 Personen beraten, die aus 47 Herkunftsländern stammen bzw. Migrationshintergrund haben. Zu den gründungsaktivsten Gruppen von Einwanderern, die bei uns in der Beratung waren, gehören Menschen aus Polen, dem Iran, Syrien, Afghanistan und der Türkei. Wenn man das zur Kenntnis nimmt, könnte man schon sagen, dass Hamburg  für eine Vielfalt von Geschäftsvorhaben sowie für Menschen aus der ganzen Welt sehr attraktiv ist. Die Finanzierung des Geschäftsvorhabens stellt dabei allerdings oft eine Hürde dar.

Gibt es besondere Herausforderungen, denen sich Neuzugewanderte oder Gründende mit Migrationshintergrund  gegenübersehen? Welche ersten Schritte können Gründer_innen (in Hamburg) gehen, um diese zu meistern?

Gründungsinteressierte mit einer Einwanderungsgeschichte oder Migrationshintergrund haben oft multiple Hürden zu bewältigen. Zu den größten Herausforderungen gehören der Aufenthaltstitel, die Finanzierung – hiermit hängen die weiteren Herausforderungen oft zusammen – kommunikative Fähigkeiten in der deutschen Sprache sowie Kenntnisse des Wirtschaftssystems und des Marktes.

Wenn der Aufenthaltstitel für eine begrenzte Zeit ausgestellt wurde und eine Selbstständigkeit erlaubt, können Gründende kein Darlehen mit einer längeren Laufzeit beantragen. Ähnlich verhält es sich mit den gewerblichen Mietverträgen, die oftmals 5 Jahre Laufzeit haben. Der Aufenthaltstitel muss mindestens für diese Zeit gültig sein.
Die Deutschkenntnisse können für die Kommunikation mit Kunden ausreichend gut sein, aber um die Formalitäten zu bewältigen, stehen viele Gründer_innen vor einer sehr großen Hürde, die sie allein, ohne fachliche und enge Unterstützung oftmals nicht bewältigen könnten.

Um all das zu meistern, braucht es eine gute migrationssensible Beratung, eine fachliche und professionelle Unterstützungsstruktur. Wenn erforderlich, eine erläuternde Beratung in der Muttersprache, um das Fachliche und Bürokratische zu verstehen. Hamburger öffentlich geförderte Beratungseinrichtungen haben zusammen einen Flyer erstellt, „Gemeinsam für Hamburg. Beratung und Förderung für Gründungen und Unternehmen von Menschen mit Migrationshintergrund“, der Gründungsinteressierten mit Einwanderungsgeschichte und auch Unternehmen mögliche Wege der Unterstützung aufzeigt. Gern verweise ich auch in unserer Beratung an Kooperationspartner wie die Kammern, die IFB oder die hei. – oder diese verweisen Menschen mit Einwanderungsgeschichte an uns.

Die Corona-Krise hat uns erneut sehr deutlich gezeigt, wie wichtig unsere migrationssensible Beratung und Unterstützungsarbeit ist. Herausfordernd sind für Gründerinnen und Gründer sowie Unternehmen die Hürden rund um das Verstehen von amtlichen Informationen oder das Beantragen von wirtschaftlichen Soforthilfen. Unsere Unterstützung in Form von (oftmals  mehrsprachiger) Weitergabe von Informationen, zeitaufwändiger Beratung, Hilfe beim Zusammenstellen von Unterlagen wird bei Gründer_innen sowie Unternehmen stark nachgefragt.

Unabhängig von Herkunftsland oder Gründungsvorhaben: Welchen Tipp möchten Sie jedem auf dem Weg in die Selbstständigkeit mitgeben?

Existenzgründung mit Migrationshintergrund

Katarzyna Rogacka-Michels setzt sich seit Jahren bei ASM mit Engagement und Leidenschaft für Existenzgründer_innen unterschiedlicher Nationalitäten ein. Foto: Privat

Alle Gründer_innen haben ein Ziel: sie wollen mit ihrem Geschäftsvorhaben erfolgreich sein. Es wird manchmal sehr auf die Idee geschaut und weniger auf die Kalkulation und die Zahlen. Aus der Erfahrung würde ich daher jedem und jeder empfehlen, sich Hilfe zu nehmen und einen gründlichen Businessplan zu erstellen. Hier kann die Geschäftsidee in Zahlen aufgehen und unter dem Strich kann man seinen Lebensunterhalt finanzieren. Die visionäre, rosa Brille darf hier kurz zur Seite gelegt werden. Und es wird sich auf die Welt der Zahlen eingelassen, die so oder so das Unternehmertum wesentlich bestimmen.

Vielen Dank, Katarzyna Rogacka-Michels!

Artikel vom 26. Juni 2020

Gründerstory: In der Corona-Zeit „trotz Krise nicht zu weit vom eigenen Weg abgehen“

Kunst in der Corona-Zeit

Heike Baltruweit hat eine eigene Galerie im Hamburger Karoviertel und schlägt in der Corona-Zeit verstärkt digitale Wege mit ihrer Kunst ein. Foto: Pure Photography

Als „natürlichen Ausstellungsraum“ betrachtet Galeristin Heike Baltruweit ihre Umgebung. Straßenpflaster, Fabrikmauern oder Wasserspiegelungen – was andere im Vorbeigehen leicht übersehen, ist für die 66-jährige Fotografin eine abstrakte Komposition. Dass sie das, was sie entdeckt, nicht arrangiert, verändert oder nachträglich am Computer bearbeitet, ist in Fake-News-Zeiten ein echtes Statement und besonderes Kennzeichen ihrer „Pure Photography“. Seit einem Jahr betreibt die ehemalige IT-Projektmanagerin im Karoviertel ihre eigene Galerie. Doch in der Corona-Zeit bleiben die Kunden aus – und neue Konzepte sind gefragt.

Heike, was sind für Dich als Künstlerin und Galeristin in der Corona-Zeit gerade die größten Herausforderungen?

Meine Galerie ist Anfang des Jahres richtig zum Laufen gekommen. Ich habe viele Bilder verkauft und bin aus dem Ausland angeschrieben worden, mich an Ausstellungen zu beteiligen: Eine Ausstellung in Venedig, der Woman Art Award in Bologna und zahlreiche Ausstellungen in Deutschland waren fest geplant. Nach und nach sind alle abgesagt oder verschoben worden. Im März musste die Galerie schließen und die Einnahmen tendieren seitdem gegen Null. Das Geschäft lebt vom direkten Kontakt. Nach dem 20. März durften wir zwar wieder öffnen, aber es ist einfach zu wenig los. Die Messe-, Dom-, St. Pauli-Besucher und vor allem die Touristen fehlen. Und die, die vorbeikommen, haben wenig Lust auf geschlossene Räume.

Wie reagierst Du darauf?

Ich versuche, das Innen nach außen zu bringen und durch Mitmach-Kunst im Kiez die Auseinandersetzung mit der Kunst zu fördern: Aus der natürlichen Umgebung gefilterte Kunstwerke sollen gefunden und ihren Fundorten zugeordnet werden, wer das schafft, bekommt ein Geschenk. Ein anderer Schwerpunkt liegt auf den Online-Aktivitäten. Ich habe meine Website DSGVO-konform gestaltet, Gutscheinsysteme integriert, den Shop überarbeitet und mache mich in Google Ads fit, um den Traffic zu erhöhen und mehr über den Shop zu verkaufen. Und ich probiere neue Formate aus: Auf Instagram habe ich das „Picture of the week“ ins Leben gerufen, dort präsentiere ich eine abstrakte Fotografie und teile sie auch via Facebook. Daneben beteilige ich mich an kostenlosen Netzaktivitäten wie „Support your own business“, „kaufnebenan.de“ oder Gutscheinaktionen. Der Erfolg ist noch nicht abzusehen. Aber ich bin mir bewusst, dass die Zeit für eine Bewertung zu kurz ist – auch wenn sie mir selbst ziemlich lang vorkommt.

Kunst in der Corona-Zeit

Triptychon: Colour in motion 1 – 3, 2018. Foto: Pure Photography

Dafür, dass Du als Galeristin neu im Geschäft bist, bist Du bewundernswert umtriebig. Hilft Dir dabei dein Hintergrund als IT-Projektmanagerin?

Bestimmt. Als Multi-Projektmanagerin bin ich ständig – quasi berufsmäßig – mit jeder Menge Unwägbarkeiten konfrontiert gewesen. Zu einem meiner Bereiche gehörte – neben E-Learning-Projekten und der Neugestaltung von Arbeitsräumen zum flexiblen Arbeiten – auch die Digitalisierung im Kulturbereich.

Und wie bist Du darauf gekommen, eine Galerie zu eröffnen?

Ich hatte meinen Übergang in die nachberufliche Phase schon einige Jahre vorbereitet: Da ich meine Coaching-Aktivitäten intensivieren und medial ergänzen wollte, habe ich einen zweiten Uniabschluss als Master of Educational Media sowie eine Ausbildung zum Business Coach absolviert. Parallel begann ich meine künstlerische Karriere als Fotografin und beteiligte mich an Ausstellungen. Dann eröffnete einer der Ausstellungsorganisatoren eine Galerie im Karoviertel, in der ich seitdem vertreten bin. Als dann Anfang 2019 Gewerberäume in der gleichen Straße frei wurden und ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte, selbst eine Galerie zu eröffnen und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, habe ich sofort zugesagt. Der Zeitpunkt war perfekt: Nach 40 Jahren Berufsleben stand ich kurz vor dem regulären Ausstieg und hatte noch einen Monat Resturlaub Zeit, um meinen Neuanfang als Galeristin zu organisieren.

Kunst in der Corona-Zeit

Fototeller Hamburger Fleet. Keramischer Druck, gebrannt auf Fine Bone China. Foto: Pure Photography

Als seltene Mischung aus Coach, Künstlerin und IT-Fachfrau kannst Du in Deiner Galerie ja ein ziemlich breites Feld aufmachen?

Stimmt. Meine beruflichen Ausbildungen – Diplom-Pädagogin, Master of Educational Media und Business Coach – verbinde ich in der Galerie mit meiner künstlerischen Arbeit, indem ich mediale und pädagogische Ansätze in das Veranstaltungskonzept integriere. Die Verbindung von Medien und Kunst, z.B. Augmented Reality, ist für mich ein Herzensanliegen. Mich faszinieren die Möglichkeiten, die Realität meiner Bilder mit einer erweiterten virtuellen Realität zu verschmelzen und zu zeigen, wie ich „die Welt“ sehe und welchen gemalten Kunstwerken sie ähneln. Die Ausstellungen „Storytelling“ und „Ceci n’est pas …“ zeigen die ersten Umsetzungsschritte in diese Richtung. Der Sender Tide TV hat dazu sogar einen Film gedreht.

In dem millionenfach angeklickten Aufsatz von Zukunftsforscher Matthias Horx ist zu lesen, gerade der Bruch mit Routinen setze einen „Zukunfts-Sinn“ frei – also die „Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren“. Kann man in der Krise auch eine Chance sehen – gerade mit Blick auf das kreative Um-die-Ecke-Denken?

Natürlich. Die Auszeit ist auch eine Chance, bisherige Strategien zu überdenken und über den Tellerrand zu gucken. Stehen Aufwand und Resonanz im richtigen Verhältnis? Wie kann ich Ausstellungs- oder Workshop-Konzepte verbessern? Mit wem kann ich kooperieren? Ein Ergebnis im Sinne des „Um-die-Ecke-Denkens“ ist für mich, verschiedene Themen zu neuen Konzepten zu verbinden. Ich plane zum Beispiel gerade ein Projekt, das Modedesign mit Kunst verbindet, ein Buchprojekt mit einer Krimiautorin und weitere Aktivitäten zu Augmented Reality. Eine Inspiration sind auch andere Gründerinnen, die ich in den hei.Workshops oder beim Gründerfrühstück kennengelernt habe. Daraus haben sich interessante gemeinsame Projekte und Freundschaften ergeben.

Wie schaffst du es, jetzt den Kopf frei zu haben für neue Konzepte?

Ich habe mich stark auf das fokussiert, was mir wichtig ist – und was erfolgsversprechend ist. Themen, die auch nach der Corona-Zeit relevant sind. Um mich nicht zu verzetteln, habe ich einen Großteil der digitalen Beteiligungs-Möglichkeiten, die in der Anfangszeit auf mich hereingeprasselt sind, schnell ausgeblendet. Da die Galerie zunächst geschlossen bleiben musste, habe ich den Schwerpunkt schnell auf Onlinemarketing gesetzt, Fachliteratur besorgt und meinen Tag geplant. Mich motiviert es, ein Schwerpunktthema zu haben und strukturiert daran zu arbeiten – und auch wenn sich nicht gleich der Erfolg einstellt, versuche ich Lösungen zu finden, die mich insgesamt weiterbringen.

Kunst in der Corona-Zeit

A touch of manga. Foto: Pure Photography

Also bereitest Du Dich schon jetzt auf die Zeit nach der Corona-Zeit vor?

Ich denke, es ist wichtig, digital professioneller zu werden. Die verstärkte Nutzung digitaler Medien wird auch nach der Krise bleiben, weil sich dann viele daran gewöhnt und das Digitale in ihr Leben integriert haben werden. Bezogen auf die Kunst werden der Besuch digitaler Ausstellungen, Online-Beratungen, Einkaufen im Online-Shop etc. wichtiger. Deshalb setze ich mich damit auseinander, wie ich gute Filme für meine Web-Präsenz drehe, interessanten Content erstelle und insgesamt meine Marketingaktionen verbessern kann.

Hast Du einen Plan B, wenn Deine Gründung in schwieriges Fahrwasser gerät?

Dann werde ich auf mein Ursprungskonzept zurückgehen und meine Coaching-Aktivitäten intensivieren. Die Galerie ist dafür gut geeignet, da ich dort bereits Coachings und Mentoring durchführe, gibt es auch ein Whiteboard. Zusätzlich würde ich Workspace für andere Coaches oder Workshops anbieten und Kooperationen verstärken.

Bekommst Du aktuell finanzielle Unterstützung?

Ja, ich erhalte die Soforthilfe, damit ich die hohen Mietkosten trotz fehlender Einnahmen schultern kann. Mentale Unterstützung bekomme ich durch meine Kooperationspartner, Familie und Freunde.

Wie können sich die Gründer jetzt gegenseitig unterstützen?

Indem sie weiter in Kontakt bleiben, Ideen zur Krisenbewältigung teilen, über gemeinsame Projekte sprechen, Unterstützer suchen, sich kollegial beraten und sich gegenseitig ermutigen, am Ball zu bleiben. Und auch mal zusammen lachen! Ganz wichtig finde ich aber auch, seinen Ideen treu zu bleiben und trotz Krise nicht zu weit vom eigenen Weg abzugehen. Ich verstehe schon, dass alle jetzt Masken nähen. Aber ich empfehle allen Gründern ganz dringend, auch weiterhin das zu machen, wofür sie brennen.

Artikel vom 05. Juni 2020

Interview: „Gerade in der Krise zählt die persönliche Empfehlung noch mehr“

Krisenmanagement in Zeiten von Corona mit Hilfe von Netzwerkpflege und Empfehlungsmarketing

Welchen Stellenwert Netzwerkpflege und Empfehlungsmarketing in Zeiten von Corona für Gründer_innen haben kann, erläutert Personal- und Teamentwicklerin Dagmar Rissler. Foto: Adam Jang via Unsplash

Die Corona-Krise stellt gerade Gründer_innen vor große Herausforderungen. Was gestern noch die eigene Geschäftsidee voranbrachte, muss heute womöglich neu überdacht werden. Andere, kreative Strategien sind gefragt. In (Online-)Seminaren der hei. geben Experten wertvolle Ratschläge, wie man besser durch die Krise kommt. Die erfahrene Personal- und Teamentwicklerin Dagmar Rissler zeigt zum Beispiel auf, welchen Stellenwert Netzwerkpflege und Empfehlungsmarketing auch in der Krise und in Zeiten von Corona haben können.

Frau Rissler, was sind Ihrer Meinung nach aktuell die größten Herausforderungen für Gründerinnen und Gründer?

Das ist aus meiner Sicht die Liquiditätssicherung. Um durchhalten zu können, braucht es jetzt Reserven. Finanzielle Unterstützung gibt es beispielsweise mit Soforthilfe und Kurzarbeitergeld, dennoch sollte man genau überprüfen, welche monatlichen Kosten – wie Miete, Investitionen oder Beiträge – reduziert werden können.

Eine schwierige Aufgabe ist auch die Strategieentwicklung. Hält man mit dem bestehenden Angebot durch? Hat man die Bedürfnisse des Kunden im Blick? Muss man das Angebot neu ausrichten? Eine Marktbeobachtung und möglicherweise strategische Neuausrichtung halte ich für eine große, aber notwendige Herausforderung – die im Moment umso größer ist, da sie nicht geplant werden kann. Das ist für Selbstständige eine riesige Hürde. Allerdings kann gerade hierbei das eigene Netzwerken wichtige Impulse geben.

Welche Impulse könnten das sein?

Im Gegensatz zu anderen Marketingmaßnahmen kostet Empfehlungsmarketing in der Regel kein Geld. Wenn ich als Unternehmer überzeugend arbeite, wird das meine potenziellen Kunden überzeugen – und gerade in der Krise, bei sinkenden Budgets, zählt die persönliche Empfehlung noch mehr. Deshalb ist es jetzt wichtig, im Gespräch zu bleiben, nachzufragen, was der Kunde braucht und den Kontakt zu halten. Das wird sich später auszahlen.

Ein anderes wichtiges Argument für Netzwerkpflege ist auch die positive Auswirkung auf mich selbst. Netzwerken gilt als eine der Säulen der Resilienz, also der inneren Widerstandskraft. Gerade in belastenden Situationen kann der Kontakt zu anderen Selbstständigen eine große Unterstützung sein und dabei helfen, die psychischen Belastungen zu mildern. Je größer und stabiler das soziale Netz, desto mehr Hilfe kann ich erwarten – sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext.

Darüber hinaus kann ich mich mit Netzwerkpartnern über Innovationen, Marktveränderungen usw. austauschen. Ich empfehle, regelmäßige Termine mit wichtigen Netzwerk-Partnern einzuplanen, möglichst per Video-Chat.

Krisenmanagement in Zeiten von Corona: Per Telefon und Videokonferenz Kontakt halten und sich auf den "Circle of Influence" besinnen

Dagmar Rissler hält per Telefon und Videokonferenz Kontakt zu ihrem Netzwerk und besinnt sich auf ihren „Circle of Influence“. Foto: Privat

Wie gelingt es Ihnen persönlich, in der jetzigen Situation Ihr Netzwerk lebendig zu halten und neue Kontakte zu knüpfen?

Neue Kontakte sind im Moment nicht die Priorität. Mir kommt es darauf an, mit meinen mir nahestehenden Netzwerkpartnern zu telefonieren oder per Video-Chat Kontakt zu halten. Dafür plane ich feste Termine ein. Auf diese Weise tauschen wir Neuigkeiten und Informationen aus, die unser Business betreffen und die uns helfen, strategisch zu planen. Darüber hinaus gibt es immer wieder einen positiven Impuls, Rat oder eine Aufmunterung – also positive Aspekte, die es in der jetzigen Zeit braucht.

Ich kann außerdem nur empfehlen, diese Zeit für die eigene Fortbildung zu nutzen – es gibt derzeit sehr viele qualitativ hochwertige Online-Schulungen, nicht zuletzt die der hei.. Auch eine strategische Neuausrichtung kann jetzt gut auf den Weg gebracht werden. Und zu guter Letzt kann man immer auch an sich selbst arbeiten, zum Beispiel Sport treiben und die eigene seelische Widerstandskraft stärken. Persönlich hilfreich ist für mich gerade jetzt der sogenannte „Circle of Influence“: Mir immer wieder bewusst zu machen, welche Handlungsmöglichkeiten ich habe, worauf ich Einfluss nehmen kann – und was ich schlicht akzeptieren muss.

Dagmar Rissler bietet im Rahmen des Seminarangebots der hei. das Thema: „Akquisitionsstrategie: Empfehlung“

Artikel vom 19. Mai 2020

Interview: „In der Corona-Krise sich auf das besinnen, was einen antreibt“

Als Gründer mental besser durch die Corona-Krise kommen

Sich auf seine Leidenschaft zurück besinnen und auch in der Corona-Krise eine Chance sehen, dazu rät Coach Brit Tiedemann im Interview. Foto: Ian Schneider via Unsplash

Die Corona-Krise stellt gerade Gründerinnen und Gründer vor große Herausforderungen. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war, und viele Businesspläne müssen ganz neu überdacht werden. In (Online)-Seminaren der hei. geben Experten wertvolle Ratschläge, wie man besser durch die Krise kommt – mental und wirtschaftlich. Brit Tiedemann, Fachfrau für Gründungsberatung und Unternehmensentwicklung, gibt zum Beispiel Tipps für den Umgang mit inneren Widerständen und wie man reagieren kann, wenn Planung und Realität schlagartig auseinanderklaffen. Im Interview erläutert sie, wie man sogar der Corona-Krise Positives abgewinnen kann.

Frau Tiedemann, was sind nach Ihrer Einschätzung gerade die größten Probleme für Gründerinnen und Gründer?

Schon im März, zu Beginn der Pandemie waren viele Selbstständige unmittelbar betroffen: sei es durch die Schließung ihrer Läden oder fehlende Auftrittsmöglichkeiten. Jetzt, zwei Monate später, fehlen vielen Dienstleistern die Geldeingänge aus den seit März verschobenen oder abgesagten Aufträgen. In meiner Beratung standen deshalb vor allem finanzielle Fragestellungen im Fokus: Wo erhalte ich finanzielle Unterstützung? Wie minimiere ich meine Ausgaben? Das größte Problem sehe ich allerdings in der Unsicherheit. Niemand weiß, wie lange und in welchem Ausmaß uns die Corona-Krise künftig beeinflussen wird. Diese Unsicherheit auszuhalten und mit ihr umzugehen, ist eine der größten Herausforderungen für Selbstständige. Es ist schwierig, Ideen und Visionen zu entwickeln, wenn Geldsorgen und Existenzängste die Gedanken überschatten.

Dennoch kann auch in jeder Krise eine Chance stecken – man muss sie nur entdecken. Wie kann man jene motivieren, die plötzlich alle Pläne in Frage stellen?

Erst einmal ist es wichtig anzuerkennen, dass Angst, Zweifel und Gefühle der Überforderung in solch einer Krise völlig normal sind. Wer sich zusätzlich mit dem Gedanken unter Druck setzt, möglichst schnell und kreativ Chancen zu entdecken, tut sich oft keinen Gefallen. Was in Momenten starker Zweifel helfen kann, sind Fragen wie: „Warum möchte ich mich selbstständig machen? Was ist meine Motivation, was treibt mich an? Welche Vision habe ich?“ Seit Beginn meiner Arbeit als Beraterin von Existenzgründerinnen und Existenzgründern im Jahr 2002 fasziniert mich vor allem, mit wie viel Elan, Energie und Spaß Menschen ihre Gründungsidee bzw. ihre Vorstellungen von Erwerbsarbeit umsetzen und vorantreiben. Sich daran zu erinnern, kann helfen.

Corona

Falls in dieser Krise eine Chance steckt, so ist es die Erkenntnis, dass Vieles auch anders geht. Foto: Glenn Carstens-Peters via Unsplash

Aktuell gilt es – trotz aller Sorgen und Ängste – seine Pläne zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Denn viele Fragestellungen aus dem Businessplan gewinnen jetzt an Bedeutung und müssen beantwortet werden, zum Beispiel: „Wie bringe ich mein Produkt oder meine Dienstleistung an die Kundin bzw. an den Kunden?“. Oder: „Mit welcher Liquiditätsreserve kann ich in meinem Finanzplan rechnen?“ Dabei ist es wichtig zu bedenken, was bewahrt werden soll und welche Dinge sich anpassen lassen bzw. angepasst werden müssen. So können sich eingefahrene Positionen und Perspektiven ändern und Neues entstehen. Falls in dieser Krise eine Chance steckt, so ist es die Erkenntnis, dass Vieles auch anders geht.

Als Gründer mental besser durch die Corona-Krise kommen

Brit Tiedemann gibt Tipps für den Umgang mit inneren Widerständen und wie man reagieren kann, wenn Planung und Realität in Krisenzeiten schlagartig auseinanderklaffen. Foto: Privat

Wie gelingt es Ihnen persönlich, sich zu motivieren und mit den Unwägbarkeiten, die die Krise mit sich bringt, umzugehen?

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie ist mir noch einmal besonders bewusst geworden, wie wertvoll die Zusammenarbeit in einem guten Netzwerk ist. Der schnelle Austausch mit meinen Kooperationspartnerinnen und -partnern, die Unterstützung bei technischen Fragestellungen, der Erfahrungsaustausch sowie die ruhigen und besonnenen Gespräche sind und waren wichtig für mich. So kann ich meinen Kundinnen und Kunden in der Krise eine wertvolle Hilfe sein. Das empfinde ich als sehr motivierend.

Im Rahmen des hei. scheckheftes bietet Brit Tiemann Seminare zu den folgenden Themen an: „Unternehmensstart – und dann? Visionen, Ziele, Meilensteine“, „Umgang mit inneren Widerständen“ und „Finanzplan – Keine Angst vor Zahlen“.

Artikel vom 03. Mai 2020

Interview: „Krise heißt maximale Ehrlichkeit gegenüber sich selbst“

Liquiditätsplanung bekommt in der Krise einen neuen Stellenwert

Im Krisenmodus muss der Finanzplan in aller Regel kürzer getaktet werden. Foto: Markus Winkler via Unsplash

Die Corona-Krise stellt Gründer vor große Herausforderungen. Gerade jetzt ist eine fundierte Übersicht über die finanziellen Mittel und mögliche Risiken eine wichtige Basis für unternehmerische Planungen. In Online-Seminaren der hei. geben Experten wertvolle Ratschläge, wie man besser durch die Krise kommt. Brigitte Schmidtmeyer vom Wirtschafts-Senioren-Beraten e.V. schöpft nicht nur aus einem großen Erfahrungsschatz. Seit kurzem arbeitet sie in der Gründungsberatung mit einem neuen Finanztool. Im Interview mit der hei. erläutert sie vor dem Hintergrund der aktuellen Lage die Bedeutung von Finanzplänen, Liquidität und Kostendisziplin. Weiterlesen

Artikel vom 28. Februar 2020

Hamburger Gründertag: Drei Fragen an Philipp Walter von beyourpilot

beyourpilot

Wer in Hamburg aus einer Hochschule heraus gründet, findet mit beyourpilot einen kompetenten Sparringspartner. Foto: Nathan Dumloa via unsplash.com

Am 21. März ist es soweit: Der 25. Hamburger Gründertag öffnet seine Türen. Auf die Besucher wartet in den Veranstaltungssälen Besenbinderhof 57 a jede Menge Programm. Unter anderem versammeln sich die wichtigsten Akteure des Hamburger Gründungsnetzwerks im Ausstellerbereich und erläutern ihre Angebote und Services für Gründer. Mit dabei ist natürlich auch beyourpilot. Der sogenannte „Startup Port Hamburg“ ist ein Zusammenschluss der größten Hamburger Hochschulen und dem Forschungszentrum DESY, mit dem Ziel, Gründungen von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen noch besser und effektiver zu fördern. Hinter beyourpilot stehen eine Menge kluger Köpfe aus dem Hamburger Hochschulsektor. Wir haben einem davon – Projektleiter Philipp Walter – drei Fragen gestellt. Weiterlesen

Artikel vom 27. Februar 2020

Gründerstory: Pferde verstehen und führen lernen

Gründerstory Horse rulez

Gründerin Eva Kober mit einem ihrer vierbeinigen Schützlinge. Foto: WHY

Seit ihrem siebten Lebensjahr ist sie Pferdenärrin, sagt Eva Kober. Doch sie zögerte, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen, ihr „super hoher Anspruch“ stand ihr im Weg. Also arbeitete sie erstmal in der Musikbranche, ihrem zweiten Steckenpferd. Aber dann fand sie doch den perfekten Weg, ihre Liebe zu den Vierbeinern zu professionalisieren: Als studierte Tierpsychologin und Gründerin von horse rulez hilft die 43-Jährige heute anderen Menschen beim erfolgreichen Umgang mit Pferden.

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Artikel vom 13. Februar 2020

Erfolgreich im Onlinehandel – 3 Fragen an den Experten

Wer im Handel gründet und seine Produkte zahlreich verkaufen möchte, kommt um das Thema Onlinehandel nicht herum. Sei es als zusätzlicher Vertriebsweg zum bestehenden Einzelhandelsgeschäft oder als alleiniger Verkaufskanal: Online erfolgreich zu verkaufen bedeutet, verschiedene Parameter zu berücksichtigen und zu wissen, welche Stolpersteine auf einen zukommen können. Denn der sich schnell wandelnde Onlinemarkt verlangt Aufmerksamkeit und individuelle Lösungen.

Stephan Knecht, Gründer und Inhaber von Fleet40, berät und unterstützt seit über 20 Jahren Gründer_innen sowie kleine und mittelständische Unternehmen mit dem Schwerpunkt stationärer Einzelhandel und Onlinehandel. In Theorie und Praxis begleitet er auf dem Weg zum eigenen Geschäft. Beim hei.gründerfrühstück im Februar gibt er Einblicke in die Rahmenbedingungen des Onlinehandels. Wir haben ihm im Vorfeld drei Fragen gestellt. Weiterlesen

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