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Artikel vom 18. Oktober 2021

Podcast „Gründung in Sicht“: Interview mit Steuerberater Oliver Fuchs

Steuern

Viele Existenzgründer_innen haben Respekt vor dem großen, zahlenlastigen Thema „Steuern“. Gut beraten ist man da von einem (r) Steuerberater_in mit der Spezialisierung auf Unternehmensgründungen, so wie die Hamburger Steuerberatergesellschaft Döring + Bastian. Foto: Scott Graham via Unsplash

Wie sorge ich als Gründer_in dafür, beim Thema Steuern keine Bauchschmerzen zu bekommen?

Podcast Gründung in Sicht

Oliver Fuchs ist Steuerberater und seit mehr als 9 Jahren Partner der Kanzlei Döring + Bastian. Eins der Steckenpferde der Kanzlei sind Unternehmensgründungen. Foto: Oliver Fuchs

In dieser Folge von „Gründung in Sicht“ sprechen wir mit Oliver Fuchs – Steuerberater und seit mehr als 9 Jahren Partner der Kanzlei Döring + Bastian. Eins der Steckenpferde der Kanzlei sind Unternehmensgründungen. Eben diese von den ersten Schritten an bis zum Alltagsgeschäft zu begleiten. Und dabei den Gründer_innen die Angst vor dem großen Thema „Steuern“ zu nehmen.

Vor welchen steuerrechtlichen Herausforderungen und Fragestellungen stehen Gründer_innen zum Start ihrer Selbstständigkeit? Wie sehen die ersten Schritte mit dem Finanzamt aus, die jede(r) Gründer_in gehen sollte? Was kann ich als Gründer_in im Bereich „Steuern“ unkompliziert selbst erledigen? Und wie? In welchen Bereichen ist es empfehlenswert, sich Unterstützung zu holen von einem (r) Steuerberater_in? Und wie nimmt Oliver Fuchs seinen Mandant_innen die Angst oder sagen wir den Respekt vor dem großen Thema „Steuern“?

Im informativen Gespräch mit ihm wird deutlich – für Oliver Fuchs geht es bei dem ganzen Thema „Steuern“ eben nicht nur um Zahlen, sondern auch um das „Menschliche“ und die ganz persönlichen und individuellen Gründungsgeschichten.

Podcast „Gründung in Sicht“

In unserem Podcast geben regelmäßig bereits erfolgreiche Hamburger Gründer_innen Einblicke in ihren Unternehmensalltag. Sie berichten ehrlich von ihren eigenen Erfahrungen und ihren ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Glücksmomenten. Denn wir wollen wissen: Wie fühlt es sich an, selbstständig zu sein, komplett eigenverantwortlich, aber selbstbestimmt? Wie sind die Gründer_innen durch gestartet? Welche Unterstützung und Angebote bietet das Hamburger Gründungsnetzwerk? Außerdem kommen in manchen Folgen Expert_innen zu Wort, um wichtige Infos und Tipps rund um alle Themen der Gründung zu geben.

DANKE an Oliver Fuchs für dieses aufschlussreiche Interview und seine Sicht auf das Thema „Steuern“. Wir freuen uns schon jetzt auf die kommenden spannenden Gespräche mit Gründer_innen und Expert_innen rund um alle wichtigen Themen der Existenzgründung! Stay tuned 🙂

Artikel vom 28. September 2021

Gründerstory: Business Coaching zwischen den Zahlen

Gründerstory

Irene Maria Kern bietet Business Coaching und Training an, bei dem sich nicht alles um Zahlen dreht, sondern das menschliche Miteinander und die persönliche Entfaltung im Arbeitsumfeld im Fokus steht. Foto: Nadja Hansen, WHY

Über einen Zeitraum von 13 Jahren war Irene Maria Kern in verschiedenen Unternehmensberatungen die Karriereleiter hinaufgeklettert und zu einer Spezialistin im Bereich Gesundheitswesen geworden. Doch immer nur Zahlen und Fakten, das ging der gelernten Krankenschwester und studierten Ökotrophologin zu oft an den wahren Problemstellungen ihrer Kund_innen vorbei. Sie ließ sich zum Business Coach und zur Business Trainerin ausbilden – und machte sich selbstständig. Unter dem Namen „I.M. KERN • BEWEGT“ bietet die 43-Jährige Beratung, Coaching und Training an, das den Schwerpunkt auch auf menschliches Miteinander und persönliche Entfaltung legt.

Irene, was machst du jetzt anders als in deiner Zeit bei der Unternehmensberatung?

Als Beraterin hält man sich meist an Zahlen fest. Zahlen sind wichtig, aber eben nicht alles. In der Umsetzung kommt es dann häufig zu Problemen. Wenn ich Fach-, Pflege- und Verwaltungspersonal in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Gesundheitszentren beriet, wie sie besser und effektiver zusammenarbeiten konnten, merkte ich, dass es feinere Methoden braucht, um sie dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Mir ist besonders wichtig, emphatisch zu sein und die Eigenmotivation zu fördern, damit alle Teammitglieder aus ihrer Arbeitszeit – die ja auch ein Stück Lebenszeit ist – das Beste machen. Dieser Punkt steht bei den Unternehmensberatungen in der Regel nicht im Fokus.

Auf deiner Agenda stand aber schon länger der Plan, dich selbstständig zu machen?

Ja, der Übergang in die Selbstständigkeit war fließend. Schon als Festangestellte hatte ich nach einer einjährigen Coaching-Ausbildung bei V.I.E.L die Arbeitszeit auf 60 Prozent reduziert und nebenberuflich eigene Kund_innen begleitet. Als ich dann am 1. Mai 2020 gründete, hatte ich zwar nicht den einen großen Kunden, aber viele Menschen, die an meine Idee glaubten. Und ein großes Netzwerk, das ich über die Jahre aufgebaut hatte. Vor allem im Firmenkontext – in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Medizinischen Versorgungszentren und Praxen – sind diese Kontakte absolut ausschlaggebend. Außerdem kooperiere ich weiter mit Unternehmensberatungen. So brauchte ich nur in einer Rundmail mitzuteilen „es geht los, ich bin jetzt selbstständig!“ und den Link zu meiner Homepage verschicken. Das hat ausgereicht!

Gründerstory

Wie wollen wir miteinander umgehen? Wie ist unsere Struktur? Irene Maria Kern hat keine Angst vor Konflikten, weil sie Empathie und Strategien zur Konfliktlösung mitbringt. Foto: Nadja Hansen, WHY

Vielleicht auch, weil du so stark spezialisiert bist?

Es spricht sich natürlich herum, dass ich seit 1996 in der Branche bin, sieben Jahre Krankenschwester war. Und entsprechend praxisorientiert bin. Ein weiteres Plus ist, dass ich vor Konflikten keine Angst habe. Weil ich neben meiner Empathie auch Strategien zur Entschärfung der Konflikte mitbringe. Der Ausgangspunkt sind häufig Spannungen im Team. Meist ist das die Folge mangelnder Kommunikation. Nach dem Motto „ist doch allen klar, wie das hier zu laufen hat“. Da braucht es neue Übereinkünfte: Wie wollen wir miteinander umgehen? Wie ist unsere Struktur? Wer ist wofür zuständig? Ich arbeite aber auch an mir, damit ich immer auf dem neuesten Stand bin. Gerade habe ich eine Onlinetrainer_innen-Ausbildung absolviert.

Und du vermietest auch noch Räume. Wie passt das zusammen?

Sehr gut! Viele Coaches gehen in die Unternehmen und coachen dort. Aber für meine Privatkund_innen, die sich neu orientieren wollen, brauche ich einen neutralen Ort. Aber eben nicht immer. Mitte Juli ziehe ich nach Altona in ein größeres Büro mit vier Räumen, die ich auch untervermiete. Darunter ein Online-Studio, das auch für Coachings und Trainings genutzt werden kann. Dabei geht es mir auch darum, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen mit einem ähnlichen Berufsbild zusammen kommen und sich austauschen können. Mit einem Flex-Abo kann man sich die „1a Räume“ dann nach Bedarf blocken.

Raumvermietung

Das Arbeitsmotto von Irene Maria Kern in ihren neuen Räumlichkeiten in der Immermannstraße 1a lautet: „1a Räume für wirkungsvolle Besprechungen, Coachings und Workshops.“ Diese vermietet sie bei Bedarf auch an andere unter – um einen Ort zu schaffen, an dem Menschen mit einem ähnlichen Berufsbild zusammen kommen und sich austauschen können. Foto: Nadja Hansen WHY

Das klingt nach einer kreativen Unternehmensberateridee. Brauchtest du für deinen Neustart überhaupt noch Beratung?

Natürlich! 2017 besuchte ich den Hamburger Gründertag der hei., von da an war klar, dass die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative mein erster Ansprechpartner wird. Das hei.scheckheft nutzte ich für einen Tag in der Lawaetz-Stiftung. Es ging um die Rechtsform, ob ich ein Gewerbe anmelden muss, welche Versicherungen Sinn machen und überhaupt: wie Selbstständigkeit funktioniert. Das war extrem hilfreich. Der hei.ideenplan, den ich später von der hei. bekam, half mir beim Sortieren, weil er klare Fragestellungen vorgibt. Beim hei.gründerfrühstück lernte ich meinen Webdesigner kennen. Interessant wäre für mich auch ein hei.seminar zum Empfehlungsmarketing. Nach wie vor kommen meine Kunden fast ausschließlich über Empfehlungen oder den persönlichen Kontakt zu mir.

Eigenmotivation ist wichtig, sagst du. Wie hält man die als Gründer_in aufrecht – auch über Durststrecken?

Als mir der Lockdown im Dezember eine schlimme Durststrecke bescherte, lernte ich etwas ganz Wichtiges. Dass ich immer noch eine Idee in petto habe. Damals suchten die Pflegeheime Menschen mit Fachhintergrund, um Testungen durchzuführen. Also wurde ich Testerin. Und arbeitete nebenbei einen neuen Testplan aus, den ich später auch in Unternehmen umgesetzt habe. Ich glaube fest daran, dass wir unser Leben selbst gestalten können. Einigen ist gar nicht bewusst, wieviel sie aus der Hand geben. Ganz wichtig im Vorfeld: Rausgehen, Fragen stellen, die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative nutzen. Zu wissen, da sind Leute, die immer einen Tipp haben, weil sie sich pausenlos mit Gründerfragen beschäftigen. War mir total wichtig. Und: Sucht euch Vorbilder. Idealerweise erfolgreiche Selbstständige, die glücklich sind mit dem, was sie tun. Das sind die, die sagen: Die Idee ist gut, trau dich, mutig voran! Den Kritiker haben wir ja ohnehin im Kopf.

Artikel vom 07. September 2021

Podcast „Gründung in Sicht“: Interview mit Finanz- und Versicherungsexpertin Monika Borchert

Welche Versicherungen sind für mich als Gründer_in absolut notwendig?

Monika Borchert

Finanz- und Versicherungsexpertin Monika Borchert bringt über 30 Jahre Berufserfahrung in ihrem Themenfeld mit – und berät mit einem perfekten Mix aus Empathie und fachlicher Kompetenz. Foto: Privat

In dieser Folge spricht die Finanz- und Versicherungsexpertin Monika Borchert über das Thema Versicherungen und Vorsorge für Gründer_innen. Welche Versicherungen sind schon zu Beginn der Gründung existenziell? Und was wird zu einem späteren Zeitpunkt wichtig? Wie entscheide ich als Selbstständige_r, ob ich mich privat oder freiwillig gesetzlich krankenversichere? Warum ist die persönliche Altersvorsorge so relevant? Monika Borchert bringt über 30 Jahre Erfahrung auf diesem Themenfeld mit. Und sie erklärt im Gespräch, worauf es ankommt. Welche Möglichkeiten es gibt.

Wenn ihr mehr über Monika Borchert und ihre Beratung erfahren wollt, dann schaut doch auch auf ihrer Website vorbei. Und einen guten Überblick zum Thema „Sozialversicherung vs. Privatversicherung“ findet ihr in einem Gastbeitrag von ihr hier auf unserem Blog.

Podcast „Gründung in Sicht“

In unserem Podcast geben regelmäßig bereits erfolgreiche Hamburger Gründer_innen Einblicke in ihren Unternehmensalltag. Sie berichten ehrlich von ihren eigenen Erfahrungen und ihren ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Glücksmomenten. Denn wir wollen wissen: Wie fühlt es sich an, selbstständig zu sein, komplett eigenverantwortlich, aber selbstbestimmt? Wie sind die Gründer_innen durch gestartet? Welche Unterstützung und Angebote bietet das Hamburger Gründungsnetzwerk? Außerdem kommen in manchen Folgen Expert_innen zu Wort, um wichtige Infos und Tipps rund um alle Themen der Gründung zu geben. So wie in dieser Folge Monika Borchert uns Rede und Antwort gestanden hat.

DANKE an Monika Borchert für dieses aufschlussreiche Interview! Und die vielen ersten Tipps für mehr Klarheit rund ums Thema Versicherungen und Vorsorge.

Wir freuen uns schon jetzt auf die kommenden spannenden Gespräche mit Gründer_innen und Expert_innen rund um alle wichtigen Themen der Existenzgründung! Stay tuned 🙂

Artikel vom 25. August 2021

Gründerstory: Intelligente Finanzstrategie und Geldanlage für die zweite Lebenshälfte

Geldanlage

Aus einer Buchidee wurde eine Existenzgründung. Christine Schremb ist nicht nur Autorin von „Geldanlage 40+“, sondern berät als Mentorin Frauen und Männer in dieser Altersgruppe mit einer zielgruppenspezifischen Investitionsstrategie. Foto: Christine Schremb

Wie investiert man clever, wenn man über 40 ist? Und wovor sollte man sich hüten? Selbst ausgebuffte Finanzexpert_innen verlieren im Anlagedschungel schon mal den Überblick. Doch Christine Schremb wollte sich mit halbgaren Tipps nicht zufrieden geben. Mit ihrem Buch „Geldanlage 40+: Wie Sie sicher und intelligent investieren“ ermutigt die Diplom-Kauffrau nicht nur ihre Altersgenoss_innen, die Vermögensentwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Für die 53-Jährige war das Werk viel mehr. Das Sprungbrett in die Selbstständigkeit.

Nach 20 Jahren Berufs- und Führungserfahrung im Controlling bei einem der weltweit größten IT-Dienstleister war die Betriebswirtin zwar mit der Steuerung der Firmenfinanzen sehr erfahren. Doch die private Geldanlage hatte sie über Jahre nicht aktiv gemanagt. Ein großer Teil des Ersparten lag auf wenig lukrativen Tagesgeldkonten. Und mit Aktien hatte sie nicht nur gute Erfahrungen gemacht. „Oft war ich gutgläubig eingestiegen, hatte aber den rechtzeitigen Ausstieg verpasst. Mir fehlte einfach die Zeit, mich darum zu kümmern.“ 2016 begann sie dann, ihre eigene Strategie zu erarbeiten. Und stieß dabei auf die Bloggerin Madamemoneypenny, die sie inspirierte mehr aus der Recherche zu machen. „Ihre Zielgruppe waren die Jüngeren. Für meine Generation gab es aber rein gar nichts.“ In ihr reifte ein Plan: Warum diese Lücke nicht mit einem Praxisleitfaden füllen und andere von ihren Erfahrungen profitieren lassen?

Schließlich wusste sie genau, was ihr vorschwebte. Eine zielgruppenspezifische Investitionsstrategie. Die berücksichtigte, dass Einsteiger_innen über 40 ein vergleichsweise kurzer Zeitraum zum Vermögensaufbau bleibt und Rückschläge schwerer wettgemacht werden können. Denn an einem Ideal hielt die Finanzexpertin unbeirrbar fest. Dass es mit einer klugen Anlagetaktik möglich sein sollte, auch mit wenig Aufwand eine möglichst hohe Rendite bei vergleichsweise niedrigem Risiko zu erzielen. Sie beobachtete den Markt. Prüfte die Pros und Contras verschiedener Anlageformen. Und entwickelte eine eigene Strategie. Dafür erweiterte sie den bekannten „Buy & Hold-Ansatz“ – kaufen und im Depot liegen lassen – auf „Buy, Hold und Rebalance – Benefit“. Die Möglichkeit also, die Anlage punktuell anzupassen und dabei regelmäßig Geldbeträge entnehmen zu können. Ohne das Vermögen zur verringern.

Gründerstory

Aus Christine Schrembs Sachbuch „Geldanlage 40+“ ist mittlerweile ein ganzes Unternehmen geworden, das Coachingprogramme rund um die richtige Investitionsstrategien anbietet. Neben Social Media Marketing und online Anzeigenschaltungen plant Christine Schremb einen eigenen Podcast zur Bewerbung ihres Angebots. Foto: Christine Schremb

Keimzelle für die Gründung: ein Sachbuch

Dass die Buchidee in eine Phase der Neuorientierung fiel, war kein Zufall. Christine Schrembs Vertrag als Geschäftsführerin eines Franchise-Unternehmens für Erwachsenenbildung lief gerade aus. Das in Eigenregie kreierte Buch sollte den Weg in die Selbstständigkeit bahnen. Die allerdings auch für sie Neuland war. Ein Beratungstermin bei der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative stand deshalb auf der To-do-Liste ganz oben. „Frau Bachmann ermutigte mich sofort“, erinnert sie sich. Zugleich gab die Gründungsberaterin zu bedenken, dass man vom Buchverkauf allein kaum leben konnte. So entstand die Idee eines Mentorings. Das ihr erlaubte, noch gezielter auf die Bedürfnisse der Anleger_innen einzugehen. „Aus Sicht des(r) Privatanleger_in sollte man interdisziplinär arbeiten“, erläutert die Betriebswirtin. „Im ersten Schritt geht es um die persönlichen Voraussetzungen. Dann um die Zielsetzung und zuletzt um die konkrete Umsetzung.“

Was unterscheidet mich von anderen Expert_innen?

Mit dem hei.scheckheft in der Tasche begann die Gründerin außerdem, ihr Profil zu schärfen. Dem Seminar „Personal Branding: Wie Sie als Coach oder Experte selbst zur Marke werden“ folgten weitere hei.seminare zu Steuern und PR. „Die Learnings aus dem Marketing-Seminar konnte ich direkt umsetzen. Die PR übergab ich lieber einem Profi“, gesteht die Gründerin. Sich von anderen Angeboten abzugrenzen und das eigene Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten erfordert allerdings nicht nur betriebswirtschaftliches, sondern auch psychologisches Gespür. „Die größte Herausforderung ist es, meine Zielgruppe auf mich aufmerksam zu machen“, sagt Christine Schremb.

Seit der offiziellen Gründung von „Geldanlage40+“ am 1. Februar 2021 hat sie deshalb erstmal ein Ziel: bekannter zu werden. Werbung auf einschlägigen Plattformen wie Linkedin und Xing, Anzeigen auf Amazon, aber auch Vorträge zählen dazu. Ihr im Mai 2021 in aktualisierter Ausgabe erschienenes Sachbuch ist mittlerweile auch als E-Book erhältlich. Ein Podcast soll folgen , „weil ich hier mehr in die Tiefe gehen kann als mit einem kurzen Post auf Social Media“.

Passt mein Businessplan noch?

Als erfahrene Geschäftsfrau weiß Christine Schremb genau, dass bei der Existenzgründung Besonnenheit gefragt ist. „Dieser Prozess verlangt Zeit. Und einen langen Atem“, sagt sie. Daneben empfiehlt die Controllerin, den eigenen Businessplan anhand einer Checkliste immer wieder zu prüfen. Stimmen Plan und Realität noch überein? Kurz: Ist der eingeschlagene Weg der richtige? Sie selbst kann das mit einem klaren „Ja“ beantworten, wenn sie merkt, wie sehr ihr das unabhängige Arbeiten gefällt. Und wie befriedigend es ist, wenn Klienten ihrem Vorbild folgen. Und selbstbewusst die Verantwortung für sich und ihre Finanzen übernehmen.

Artikel vom 10. August 2021

„Sei das Original, nie die Kopie“ – Interview mit Kommunikationsexpertin Annett Oeding

Public Relations Existenzgründung

Für Gründer_innen ist es wichtig, direkt zum Start ihrer Selbstständigkeit einen klaren Kommunikationsfahrplan zu entwickeln. Denn Kommunikation hilft beim Aufbau des Netzwerks und gibt einem jungen Unternehmen ein klares und nachvollziehbares Profil. Foto: Adam Salomon via Unsplash

Alle Welt kommuniziert! Ständig! Dass Kommunikation also eine zentrale Rolle für den Unternehmenserfolg spielt, ist mittlerweile wohl schon „gelernt“. Und es gibt auch ausreichend Beispiele für misslungene Kommunikation…wie schafft man es also, als Jungunternehmer_in Kommunikation in all ihren Facetten so für sich zu nutzen, dass dadurch auch die Sichtbarkeit des eigenen Unternehmens oder Vorhabens signifikant und positiv gesteigert wird? Welche Kommunikations-Maßnahmen sind relevant und gut nutzbar – auch für Kommunikations-Laien? Wie entwickelt man Botschaften, die im Kopf hängen bleiben? Auf diese Fragen (und viele mehr) weiß Kommunikationsprofi Annett Oeding von PimpMyStartup eine Antwort. Im hei. Live-Chat im August gibt sie einen Einblick in das Thema „Kommunikation für Gründer_innen“. Wir haben sie vorab zum Interview getroffen.

Kommunikation für Gründer_innen: Warum ist das aus Deiner Erfahrung ein so wichtiges Themenfeld schon zu Beginn des Gründungsprozesses?

Wer mit einem neuen Unternehmen startet – egal, ob groß oder klein, ist erstmal unbekannt und unsichtbar. Diesen Zustand kann die Kommunikation auflösen und konstant verbessern. Von der ersten Minute an heißt es, mit allen relevanten Zielgruppen zu kommunizieren. Warum? Türen öffnen, Kund_innen gewinnen, Multiplikator_innen überzeugen und Partner_innen begeistern. Kommunikation hilft beim Aufbau des Netzwerks, ohne das wir alle nicht erfolgreich sein werden. Und durch die Kommunikation erhält ein junges Unternehmen ein klares und nachvollziehbares Profil.

Wie kann man sich auch als Laie dem Thema Kommunikation nähern? Gibt es Tipps, wie und womit man am besten loslegt, wenn man über sein Vorhaben oder Unternehmen kommunizieren möchte?

Der Schlüssel liegt in einer knackigen, verständlichen Botschaft. Und den individuellen Maßnahmen, um die gewünschte (zahlende) Zielgruppe zu erreichen. Bei der Botschaft sind die 5-W-Fragen der rote Faden. Also wer macht was wann wie warum. Bei den Maßnahmen bestimmen das Ziel und die Branche die Auswahl der Maßnahmen. Final ist immer der Umsatz oder der Absatz das Ziel. Doch damit dies auch eintritt, erzeugt die Kommunikation die notwendige Aufmerksamkeit, Reichweite und Image. Manchmal übersetzt sie auch Kompliziertes für jeden. Das oberste Ziel ist bei neu gegründeten Unternehmen immer, zu den potentiellen Kund_innen Vertrauen aufbauen und Glaubwürdigkeit schaffen. Das schafft nur eine konstante und interessante Kommunikation.

Text, Bild, Audio, Video – Social Media, eigener Blog, Pressearbeit…die Kommunikationsmöglichkeiten sind gefühlt unendlich und manchmal auch überwältigend. Wie sortiere ich als Gründer_in am Anfang, was für mich wichtig ist?

Kommunikation Existenzgründung

Kommunikationsexpertin Annett Oeding unterstützt mit PimpMyStartup Gründer_innen dabei, ihr Profil kommunikativ umzusetzen und zu schärfen. Foto: PimpMyStartup

Raus aus der Unsichtbarkeit. Das heißt im Schritt 1 auffindbar sein. Eine informative Website, das Google My Business-Profil und ein Profil des/der Gründer_in auf einer Businessplattform wie Linkedin sind das Minimum. Denn wer nicht auffindbar ist, ist nicht existent! Bei allem, was darüber hinausgeht, würde ich immer empfehlen: “Eher weniger Kanäle, die aber richtig bespielt und betreut.“ So behält der/die Günder_in den Spaß an der Kommunikation. Und pflegt den so wichtigen Kontakt zu Kund_innen und Netzwerk.

Zu guter Letzt: Hast Du noch einen grundlegenden Tipp für Gründer_innen, den Du mit auf den Weg geben kannst?

Kenne Dich selbst gut und sei ehrlich zu Dir selbst. Bleib bei Dir und versuche nie die Kopie von jemandem zu sein. Du bist das Original!

Vielen Dank für das Interview, Annett Oeding. Wir freuen uns auf den hei. Live-Chat mit Dir.

Artikel vom 27. Juli 2021

Gründerstory: Personal Training für die Generation 50+

Personal Training

Alles andere als ruhig im Ruhestand: Sportwissenschaftler Michael Matthies hat sich mit 67 selbstständig gemacht und bietet Personal Training für die Generation 50+ an. Foto: WHY Nadja Hansen

Seit Februar 2020 ist Michael Matthies im Ruhestand – allerdings müsste man „Ruhe“ bei ihm eher durch „Bewegung“ ersetzen. Nach 25 Jahren als angestellter Sportwissenschaftler beim Verein Sportspaß und 35 Jahren nebenberuflicher Selbstständigkeit als Trainer und Referent lag es für den 67-Jährigen nahe, seinen großen Erfahrungsschatz in die Waagschale zu werfen und einfach weiterzumachen. Mit personaltraining-50plus.de wendet sich der Gründer an eine Zielgruppe, deren Bedürfnisse er bestens kennt.

Im Grunde sei seine Zielgruppe mit ihm alt geworden, lacht Michael Matthies. Er nennt sie die „Ikea-Generation“, die mit den Stones aufgewachsen, offen für Neues ist und auch in fortgeschrittenem Alter hohe Erwartungen an das Leben hat. Das Wort „Senior“ sucht man deshalb auf seiner Website vergebens. „Ich gründe gerade ein Unternehmen, mache 5 Mal die Woche Sport und habe eine Lebensleistung erbracht, ich bin kein Senior“, stellt er klar.

Doch „einfach machen“ kam für den Sportwissenschaftler nicht in Frage. Seiner Gründung liegt ein gut durchdachtes Konzept zugrunde. Vier Schwerpunkte – Kraft und Muskulatur, Ausdauer (zur Verhinderung von Herz-Kreislauferkrankungen), Koordination (für die Gedächtnisleistung und zur Vorbeugung von Stürzen) und Entspannung – gehen mit unterschiedlicher Gewichtung in verschiedene Trainingseinheiten ein. Die unter Stichworten wie „Rückentraining“, „Koordination und Beweglichkeit“ oder auch „Bewegungstraining 70plus“ firmieren.

Personal Training

Beim Personal Training mit Michael Matthies wird nicht nur Bewegung und Kraft aufgebaut – sondern auch das Selbstbewusstsein. Keine(r) muss sich verstecken, Trainingsplan und Ziele werden individuell ausgearbeitet. Foto: WHY Nadja Hansen

Selbstbewusstsein aufbauen – und ohne Druck in Bewegung kommen

Eine ausführliche Anamnese steht in der Regel am Anfang des kostenlosen Erstgesprächs. Dann definiert Michael mit seinen Kund_innen das Ziel und einen Plan, wie man es erreicht. Trainiert wird 1:1 oder in Kleingruppen mit bis zu vier Personen. „Gerade bei älteren Menschen gibt es eine Hemmschwelle, ins Fitnessstudio zu gehen“, weiß der Trainer. „Bei der Arbeit mit mir muss man sich nicht verstecken und kann erstmal Selbstbewusstsein aufbauen. Das ist in jedem Fall ein guter Einstieg, um wieder in Bewegung zu kommen.“ Denn der erste Schritt, weiß Michael, ist immer der schwerste. Wo der Sport ausgeübt wird, ob zu Hause, im Park oder im Studio, kann sich der/ die Kund_in aussuchen.

Das individuelle Coaching hat seinen Preis: Eine 60-minütige Einzelstunde kostet 90 Euro, 45 Minuten 70 Euro, bei einer Stunde zu viert ist jeder mit 30 Euro dabei. Zum Einstieg gibt es Trainingspakete mit 12 Einheiten. „Das ist Geld“, sagt Michael, „aber dafür bekommen meine Kund_innen eine hohe Qualität. Und sie investieren ja in ihre Gesundheit.“ Und dabei gilt es durchaus verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Für das Trainingspaket „G“ wie Gewicht arbeitet der gut vernetzte Sportexperte mit einer Ernährungswissenschaftlerin zusammen. Beim Trainingspaket „Rücken“ werden auch Arbeitsplätze und Matratze begutachtet.

Dort werben, wo die Zielgruppe ist

Die Pandemie hat Michaels Start in die Selbstständigkeit verzögert, doch er nutzte die Zeit, um sich gut vorzubereiten. Seinen Businessplan erstellte er über die Plattform fuergruender.de. „Die vorformulierten Fragen helfen sehr, die eigene Idee zu konkretisieren und Themen wie Finanzen, Werbung usw. komplett zu durchdenken.“ Ein Bekannter hatte ihn auch auf die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative aufmerksam gemacht. Beim Beratungsgespräch erhielt er das hei.scheckheft. Obwohl er als Selbstständiger schon erfahren sei, seien für ihn Seminare zu den Fragen „Wo vernetze ich mich?“ oder „Wie komme ich an den Kunden heran“ enorm wichtig, sagt der Gründer.

Aktuell macht er Werbung über seine Internetpräsenz personaltraining-50plus.de. Beim Aufbau der Seite unterstützte ihn sein Sohn, der Werbekaufmann ist und sein Fachwissen einbringen konnte. „Wichtig war im Google Ranking aufzutauchen, aber auch Anzeigen auf nachbarschaftshilfe.de und in Wochenblättern sind geplant. “Mit Flyern wirbt er dort, wo er seine Zielgruppe trifft: bei Ärzt_innen, in Senioreneinrichtungen, ebenso in Supermärkten. Auch kostenfreie Vorträge in Senioreneinrichtungen zu Themen wie „Gesund älter werden“ helfen beim Netzwerken. Besonders viele Kontakte seien bei einem über ein Jahr angelegten Firmenseminar zum Thema „Was mache ich, wenn ich in Rente gehe“ geknüpft worden, freut sich Michael.

Personal Training

Über die eigene Internetpräsenz personaltraining-50plus.de bewirbt Michael Matthies sein Personal Training. Ein gutes Google Ranking war ihm beim Aufbau der Seite besonders wichtig. Foto: WHY Nadja Hansen

„Zeigt, was Ihr geleistet habt und leisten könnt“

Sein Ziel ist es, von Harvestehude aus auch andere Stadtteile zu erschließen. Langfristig möchte er gar ein Netzwerk für ältere Menschen aufbauen. „Eine Art Facebook für Ältere, die einen Trainingspartner_in suchen oder etwas zusammen erleben möchten“. Als Franchise, glaubt er, könne man ein solches Netzwerk auch an andere Trainer_innen in anderen Städten weitergeben.

Sein wichtigster Rat für Gründer_innen: Sich einfach mal fragen, was man gut kann und das nutzbar machen. „Gerade von der Lebensleistung älterer Menschen können andere profitieren. Da möchte ich Mut machen. Traut euch, zeigt, was ihr geleistet habt und leisten könnt.“ Und, nicht weniger wichtig: „Sport und Bewegung verbinden einfach. Es geht auch darum, neue Kontakte zu knüpfen, niemand in meiner Generation muss alleine sein.“ Michael Matthies ist dafür wohl das beste Beispiel.

Artikel vom 14. Juli 2021

hei.gründerinnen: Interview mit Nicole Bachmann & Silke Eschrich-Steidle von der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative

Frauennetzwerk

FRAUENPOWER: die hei.Hamburger ExistenzgründungsInitivative hat ein eigenes Netzwerk – die hei.gründerinnen – für Frauen ins Leben gerufen. Als Plattform, damit Frauen die Möglichkeit haben, sich gezielt zu den Themen auszutauschen, die sie besonders bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit bewegen. Foto: Cowomen via Unsplash

Die hei.Hamburger ExistenzgründungsInitiative bietet im eigenen Veranstaltungsangebot ein neues Netzwerk an – die hei.gründerinnen. Ein – derzeit noch digitaler – Ort, an dem Gründerinnen die Möglichkeit haben, sich schon während ihrer Vorbereitung oder in der Anfangsphase ihrer Gründung gezielt miteinander zu vernetzen. Nicole Bachmann und Silke Eschrich-Steidle sind Beraterinnen bei der hei. Auf die Nachfrage und den Wunsch vieler Gründerinnen aus ihren Beratungsgesprächen nach einem Netzwerk, das sich ausschließlich an Frauen richtet, haben die zwei direkt reagiert. Und die hei.gründerinnen ins Leben gerufen. Als Plattform, damit Frauen die Möglichkeit haben, sich gezielt zu den Themen auszutauschen, die sie besonders bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit bewegen.

Wir haben Nicole und Silke zu einem kurzen Interview getroffen.

Wenn man sagt „Frauen gründen anders“ – was heißt das konkret? Inwiefern unterscheiden sich Gründerinnen und Gründer aus eurer Sicht in ihrer Art, sich selbstständig zu machen?

Silke: Obwohl die generellen Fragestellungen zum Thema Gründen letztlich für die meisten Gründer_innen die gleichen sind, stellen wir bei den Gründerinnen eine andere Art der Herangehensweise fest. Sie sind oft vorsichtiger in ihren ersten unternehmerischen Entscheidungen wie bspw. der Preisfindung oder auch der Auslagerung von Aufgaben. Wollen alles möglichst zu 100% „richtig“ vorbereiten und umsetzen. Und  treten in der Kundenakquise oder Verhandlungen deutlich zurückhaltender auf als männliche Gründer. Zudem lassen sie sich vermehrt von außen verunsichern. Sei es von vermeintlichen Rückschlägen oder kritischen Bemerkungen anderer. Zusammengefasst kann man vielleicht sagen, dass sie sich insgesamt immer noch mehr zurücknehmen.

Nicole: Die meisten Gründerinnen schrecken vor Krediten zurück und versuchen, ihre Gründung dann eher im Nebenerwerb auf die Beine zu stellen. Oder, wenn sie aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, mit Hilfe des Gründungszuschusses der Agentur für Arbeit.

Was genau bietet mir das Netzwerk?

Silke: Die hei.gründerinnen sollen Gründerinnen und gründungsinteressierten Frauen die Möglichkeit bieten, sich untereinander mit ihrem Know-how und ihren Fähigkeiten zu vernetzen. Und sich auf diese Weise gegenseitig zu unterstützen. Der Austausch, das geballte Wissen, aber auch die Erkenntnis, nicht allein mit verschiedenen Fragestellungen und Entscheidungen konfrontiert zu sein, hilft dabei, den Weg in die eigene Gründung ein Stück weit gelassener zu gehen. Wir als hei. unterstützen die Teilnehmerinnen dabei natürlich auch mit unserem Gründungswissen. Und sorgen für den organisatorischen Rahmen.

Einmal im Monat treffen wir uns für zwei Stunden – aktuell noch in einem virtuellen Rahmen – mit den hei.gründerinnen. Zunächst tauschen wir uns alle gemeinsam aus. Dann geht es in Kleingruppen mit maximal zehn Teilnehmerinnen, in denen Raum und Zeit für intensiveren Austausch ist. Zum Ende werden dann in der großen Gruppe noch einmal Tipps und Insights ausgetauscht. Neben diesen Treffen ermuntern wir unsere hei.gründerinnen natürlich auch, sich privat weiter miteinander zu vernetzen. Und stellen mit großer Freude fest, dass das auch fleißig getan wird und sich dadurch schon tolle Kontakte gefunden haben. So soll es sein!

Warum habt ihr euch dazu entschlossen, das Netzwerk ins Leben zu rufen?

Nicole: Frauen sind oft an uns herangetreten mit der Frage, ob wir auch ein Netzwerk für Frauen anbieten. Natürlich gibt es auch einige andere Frauennetzwerke, die sehr gut sind. Aber wir wollten bewusst den Frauen, die sich in den ersten Schritten ihrer Gründung befinden, die Möglichkeit geben, sich in kleinen Gruppen gegenseitig zu unterstützen.

Silke: Genau. Und die Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie notwendig Austausch, Unterstützung und Netzwerken mit anderen Gründer_innen ist. Viele Präsenzformate sind weggefallen, die meisten Gründer_innen haben plötzlich allein vor ihrer Gründungsidee gesessen. Vor allem Frauen haben den fehlenden Austausch als erschwerend für ihren Start in eine mögliche Selbstständigkeit empfunden. Zudem ähnelten sich die Fragestellungen der Frauen immer mehr. Für uns wurde es schnell offensichtlich, dass wir hier möglichst zügig eine Möglichkeit schaffen möchten, die den potenziellen Gründerinnen eine gemeinsame, unkomplizierte Austauschplattform bietet. So sind die hei.gründerinnen mitten in der Pandemie entstanden. Und die regelmäßigen Treffen erfreuen sich einer großen Beliebtheit!

Und aus eurem eigenen Beratungsschatz: Welchen Rat gebt ihr besonders Frauen häufig mit auf den Weg in die Selbstständigkeit?

Nicole Bachmann und Silke Eschrich-Steidle von der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative beraten und begleiten Hamburger Existenzgründer_innen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit

Nicole: Nutzt die Kontakte, die ihr sammeln könnt! Andere Gründer_innen sind nicht immer Konkurrent_innen, nur weil sie vielleicht in der gleichen Branche gründen. Empfehlungsmarketing ist das halbe Leben. Und analysiert die Zielgruppe möglichst genau. Vor allem: Legt irgendwann auch los und lasst euch nicht durch innere Widerstände daran hindern.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Nicole und Silke.

 

Wenn euer Interesse geweckt wurde bei den hei.gründerinnen selbst dabei zu sein, dann nutzt am besten unser Kontaktformular oder ruft uns an. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!

 

Artikel vom 08. Juli 2021

Podcast „Gründung in Sicht“: Interview mit Gründungsberaterin Brit Tiedemann zum Umgang mit inneren Widerständen

Wie löse ich innere Widerstände, um mit voller Überzeugung den Weg der Existenzgründung zu wagen?

Podcast Gründung in Sicht

Manchmal blockieren innere Widerstände den Weg in die Selbstständigkeit. Brit Tiedemann erzählt im Interview wie man diese aber auch als positive Warnsignale sehen kann. Foto: hello i`m nik via unsplash

In dieser Folge spricht Gründungsberaterin & Coach Brit Tiedemann über den Umgang mit inneren Widerständen im Laufe der Existenzgründung. Wie findet man als Gründer_in überhaupt heraus, ob es etwas gibt, das einen blockiert oder zurückhält? Und woher weiß man, was es genau ist? Wie kann man lernen, innere Widerstände zu überwinden? Und welche Methoden gibt es hierfür? Brit Tiedemann erklärt auch, warum innere Widerstände als Warnsignale auch positiv gesehen werden können. Und warum die Auseinandersetzung mit den eigenen Widerständen den Gründzungsprozess bereichert.

Wenn ihr mehr über Brit Tiedemann, ihr Angebot und ihre Beratung erfahren wollt, dann schaut doch auch auf ihrer Website vorbei. Und wenn ihr Interesse habt, ein Interview mit Brit Tiedemann zu lesen, dann findet ihr in diesem Blogbeitrag hilfreiche Tipps von ihr zum Start in die Selbstständigkeit.

Podcast Gründung in Sicht

Brit Tiedemann ist Unternehmenscoach und Gründungsberaterin seit über 18 Jahren. Foto: Brit Tiedemann

Podcast „Gründung in Sicht“

In unserem Podcast geben regelmäßig bereits erfolgreiche Hamburger Gründer_innen Einblicke in ihren Unternehmensalltag. Sie berichten ehrlich von ihren eigenen Erfahrungen und ihren ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Glücksmomenten. Denn wir wollen wissen: Wie fühlt es sich an, selbstständig zu sein, komplett eigenverantwortlich, aber selbstbestimmt? Wie sind die Gründer_innen durch gestartet, welche Unterstützung und Angebote bietet das Hamburger Gründungsnetzwerk? Außerdem kommen in manchen Folgen Expert_innen zu Wort, um wichtige Infos und Tipps rund um alle Themen der Gründung zu geben. So wie in dieser Folge Brit Tiedemann uns Rede und Antwort gestanden hat.

DANKE an Brit Tiedemann für dieses spannende Interview und den richtigen Motivationsschub, sich von den eigenen Gründungsplänen durch innere Blockaden nicht abbringen zu lassen. Sondern diese zu lösen und dran zu bleiben an den eigentlichen Plänen.

Wir freuen uns schon jetzt auf die kommenden spannenden Gespräche mit Gründer_innen und Expert_innen rund um alle wichtigen Themen der Existenzgründung! Stay tuned 🙂

Artikel vom 27. Mai 2021

Gründerstory: In lässiger Atmosphäre Keramik bemalen

Malbucht

Zusammen mit seiner Frau Kerstin betreibt Det Martens seit Ende 2017 einen eigenen Laden, in dem man Keramik selbst bemalen kann – die Malbucht in Hamburg-Hamm. Foto: Lucas Martens

Für Det Martens war es genau der richtige Zeitpunkt: Nach 30 Jahren in der IT konnte er mit einer Abfindung aus seiner alten Firma aussteigen. Die Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen, in dem Keramik bemalt wird, hatte er schon länger. Und durch die Abfindung war auch die Finanzierung gesichert. Seit September 2017 betreibt der Hamburger in HH-Hamm “Die Malbucht – Keramik selbst bemalen“, mittlerweile ist auch seine Frau Kerstin eingestiegen. Doch kreativ sein muss der Gründer jetzt in vielerlei Hinsicht, denn die Corona-Pandemie setzt auch seinem Geschäftsmodell zu.

Am Anfang stand die Lust, etwas zu machen, das sie vorher noch nicht gemacht hatten, erklärt Det. „Nach dem Motto: Du weißt erst, ob es funktioniert, wenn du es ausprobiert hast. Das Keramikmalen anders zu machen als andere, das trieb mich an.“ „Anders“ hieß: Dem Gewerbe das typisch Weibliche zu nehmen. „Dass ein Kerl hinter dem Tresen steht und wir rustikal mit Paletten eingerichtet sind, ist schon ein Unterschied“, grinst Det. „Wir nehmen den Männern die Schwellenangst und ermutigen auch die, die nicht aus kreativen Berufen kommen, den Pinsel zu schwingen.“

Offenbar gelingt ihm das. Ob Junggessell_innen-Abschied oder Kindergeburtstag, Team-Event oder Malstunde mit Freund_innen – in der Malbucht gibt es jede Menge Raum zum Ausprobieren. „Viele sind erstmal skeptisch und sagen, sie hätten zuletzt in der Schule gemalt. Aber wenn wir sehen, wie glücklich sie am Ende sind und sich freuen, dass sie eine neue Seite an sich kennengelernt haben, ist das total erfüllend“, findet Kerstin, die die ersten gemeinsamen Malerfahrungen mit ihrem Mann während einer Reha gemacht hat. Dass sie ausgerechnet kurz vor dem ersten Corona-Lockdown ihren Job in einer Kita aufgab, um Vollzeit bei ihrem Mann einzusteigen, macht die aktuelle Situation allerdings zu einer echten Bewährungsprobe.

Gründerstory

Ob Junggesell_innen-Abschied oder Kindergeburtstag, Team-Event oder Malstunde mit Freund_innen – in der Malbucht gibt es jede Menge Raum zum Ausprobieren. Det war von Anfang an besonders wichtig, alle und jeden anzusprechen – das Keramikmalen anders zu machen als andere und dem Gewerbe das „typisch Weibliche“ zu nehmen. Foto: Lucas Martens

„Die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative legt den Finger in die Wunde“

„Wäre Corona nicht gewesen, hätten wir unseren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr sicher noch gesteigert“, glaubt Det. Allein die zentrale Lage des Ladens an einer großen Kreuzung in Hamm-Mitte brachte von Anfang an jede Menge Laufkundschaft und Kunden aus dem Quartier. Doch ohne eine gründliche Beratung im Vorfeld, da ist sich der Jungunternehmer sicher, hätte das solide Wirtschaften kaum geklappt. „Bei der hei. wird man mit offenen Armen aufgenommen, man kümmert sich. Und die legen den Finger in die Wunde, wenn sie sehen, dass etwas noch nicht ausgereift ist – das war vor der Gründung extrem wichtig“, sagt Det.

Auch für das „Monstrum Businessplan“ und die Beantragung des Gründerzuschusses stand ihm eine Beraterin von der hei. zur Seite. „Ich rate jedem, seinen Businessplan zu nutzen. Mir half das, alles zu strukturieren, von der Markt- über die Wettbewerbsanalyse bis hin zu den erwarteten Zahlen. Daraus habe ich die Sicherheit gewonnen, dass es funktioniert“, sagt der Gründer. Viel Unsicherheit steckte vor allem in den unbekannten Faktoren: Wie groß muss das Studio sein, damit es den Lebensunterhalt trägt? Wie viele Sitzplätze braucht man? Welchen Brennofen? Wie hoch sind die Energiekosten? Wieviel Geld lässt der Durchschnittskunde im Laden? „Dieses Wissen früh an die Hand zu bekommen, ist super wichtig“, sagt er, „aber weil man das nicht googeln kann, habe ich vor der Gründung ein mehrtägiges Seminar für angehende Studiobesitzer besucht.“ Mit dem hei.scheckheft erarbeitete er sich zusätzliches Wissen in den Bereichen „Finanzplan“, „Businessplan“ und „Papierloses Büro”.

Kreativ durch den Lockdown

Rücklagen helfen dem Paar momentan, durch die Lockdown-Zeit zu kommen. Kerstin und eine weitere Mitarbeiterin, die in Teilzeit angestellt wurde, um das Paar in Stoßzeiten zu entlasten, sind in Kurzarbeit. Aber die unternehmerische Kreativität ist ungebrochen. Mit einer To go-Tüte, Click & Collect und dem Aufbau eines Online-Shops entwickeln sie ihr Geschäftsmodell weiter.

„Bestimmt führen wir das ein oder andere auch nach der Pandemie fort“, so Det. Bei Google ist die Website der Malbucht, die ein Grafikbüro entwickelt hat, unter den Top 3 im Bereich Keramikmalen in Hamburg gelistet. „Das ist meine Werbung nach außen, deshalb lohnt es sich, dafür Geld in die Hand zu nehmen“, findet er. Die Pflege der Seite übernimmt der Gründer allerdings inzwischen selbst, so bleibt er flexibel und spart weitere Kosten. Kontakt zur Kundschaft hält er über Instagram. Und das Telefon ist mittlerweile nach Hause umgeleitet, so dass Interessent_innen sie jederzeit erreichen. Dass sie nach wie vor hinter ihrem Laden stehen, ist für das Paar keine Frage.

Gründerstory

In Corona-Zeiten ist unternehmerische Kreativität besonders gefragt: Mit einer To go-Tüte, dem „Malbüdel“, Click & Collect und dem Aufbau eines Online-Shops entwickeln Det und Kerstin ihr Geschäftsmodell weiter. Foto: WHY / Nadja Hansen

Auch in Krisenzeiten dran bleiben

„Uns kommt zugute, dass wir für unsere Sache brennen und das Feuer haben, das durchzuziehen“, sagt Det. „Und dass wir keine Höhenflüge machen, uns erden und der Zukunft ins Gesicht gucken.“ Dass man sich als Paar so gut versteht, dass man es 24 Stunden 7 Tage die Woche miteinander aushält und die ganze Familie dahinter steht, war für beide die Voraussetzung. „Unsere Kinder sind schon 25 und 22, das gibt uns Freiraum – neben der Tatsache, dass wir das Startkapital zur Verfügung hatten“, ergänzt Kerstin. Gibt es ein Rezept für eine gute Zusammenarbeit? Kerstin lacht: „Es ist wichtig, dass es mit Det einen Chef gibt. Aber wir entscheiden trotzdem alles zusammen, so dass wir zu 100 Prozent dahinter stehen. Das war von vornherein klar.“

Artikel vom 26. April 2021

Gründerstory: Lektorieren mit Herz

Lektoratsbüro

Birte Spreng gründete Ende 2020 ihr eigenes Lektoratsbüro „Herz und Zeile“. Durch ein starkes Netzwerk und gute Akquise ist sie für das nächste Halbjahr schon gut gebucht und muss sich wenig Sorgen um die Auftragslage machen. Foto: Behr in mind Photography & Design

Der Wunsch, Lektorin zu werden, war immer da. Doch Birte Spreng wurde gewarnt. Es sei schwierig, eine Stelle zu finden. Sie wagte es trotzdem. Und ergatterte eine der begehrten Volontariatsstellen. Zwei Verlage und viele Bücher später fragte sich die 32jährige: Darf ich das hier wirklich aufgeben? Am 1. Dezember 2020 gründete die Lektorin schließlich „Herz und Zeile“, ihr eigenes Lektoratsbüro  – und muss sich um die Auftragslage wenig Sorgen machen.

Birte, du hast dich auf Umwegen zur Lektorin gemausert. Warum?

Im Nachhinein würde ich sagen, ich traute mir das lange nicht zu. Während meines Kultur- und Literaturwissenschaftsstudiums in Lüneburg habe ich einiges ausprobiert: Uniradio, Redaktionspraktika – da deutete noch alles auf Journalismus hin. Bei einem Praktikum im Literaturbüro Lüneburg kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Autoren, bei der Edition Körber mit dem Büchermachen – und fing Feuer. Ich setzte in Leipzig noch einen Master in Buchwissenschaften darauf und jobbte bei verschiedenen Verlagen, u.a. im Vertrieb. Ich dachte, ich müsste andere Wege finden, um den Büchern nahe zu sein – weil mich viele warnten, ich würde als Lektorin keine Stelle finden. Aber immer, wenn ich mit Lektoratsvolontären sprach, regte sich ganz viel in mir. Da dachte ich: „Wenn du es nicht probierst, wirst du es bereuen.“ Zum Glück klappte es mit einem Volontariat bei meinem Lieblingsverlag, dem Kinder- und Jugendbuchverlag Carlsen. Ich fühlte mich sofort pudelwohl und wusste: Das ist es!

Lektoratsbüro

Bücher sind ihre große Leidenschaft: Nach Stationen in unterschiedlichen Verlagen schaffte Birte erst nach einer persönlichen Krise und einer kleinen beruflichen Auszeit den Sprung in die Selbstständigkeit. Foto: Behr in mind Photography & Design

Wie ging es weiter?

Nach dem Volontariat arbeitete ich im Lektorat des Aladin Verlags, wo ich viel über Bilderbücher und Illustration lernte, allerdings nur halbtags. Nachmittags lektorierte ich freiberuflich für andere Verlage, begleitete ein Leseförderprojekt, schrieb Rezensionen. Das war mein erster Kontakt mit der Selbstständigkeit und mir hat es super gefallen. Aber da ich die Sicherheit der Festanstellung hatte und mich von allem so begeistern ließ, verkaufte ich meine Leistungen oft unter Wert. Das ist immer noch meine Baustelle. 2018 bekam ich die Chance, bei HarperCollins in Vollzeit den Launch eines neuen Kinder- und Jugendbuchimprints zu begleiten, da habe ich wieder viel von tollen Vorbildern gelernt. Den Sprung in die Selbstständigkeit schaffte ich erst nach einer persönlichen Krise und einer kleinen beruflichen Auszeit, in der ich meine Träume und Prioritäten neu ordnete.

Hast du dich vor diesem wichtigen Sprung beraten lassen, um Baustellen wie die Honorarverhandlung besser in den Griff zu kriegen?

Natürlich! In Hamburg gibt es ein großes Angebot für Gründer_innen, aber nichts ist so kompakt wie die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. Den ersten Kontakt hatte ich schon während meiner Teilzeitselbstständigkeit, diesen Faden nahm ich wieder auf. Bei einem Gruppenvideomeeting mit Frau Bachmann konnte ich die drängendsten Fragen loswerden. Danach hatte ich ein Einzelgespräch mit ihr, den Businessplan gab es schon und sie konnte mir direkt Feedback geben. Das war auch deshalb wichtig, weil ich den Gründungszuschuss beantragen wollte. Auch ihr Hinweis auf das Gründerinnen-Netzwerk war super. Unter den hei.gründerinnen herrscht eine sehr unterstützende Atmosphäre und echte Aufbruchstimmung – eine besondere Art der Verbundenheit.

Hast du auch Seminare mit dem hei.scheckheft besucht?

Ja, „Buchführung für Freiberuflerinnen“ und ein Seminar zu SEO, da muss ich noch die Balance zwischen guten Texten und Suchmaschinenoptimierung finden. Zwei Social Media Seminare von Freibeuter waren für mich auch sehr interessant, weil ich einen Instagram-Buchblog begonnen habe. Dort erzähle ich über Bücher und das Büchermachen. Außerdem habe ich mich für Seminare zu den Themen „Innere Widerstände“ und „Verhandeln“ angemeldet, weil ich nicht erneut den Fehler machen will, mich vor lauter Begeisterung unter Wert zu verkaufen. Der Businessplan war für mich eine gute Übung, um zu schauen, was ich verlangen muss, um von meinem Lektoratsbüro leben zu können.

Lektoratsbüro

Um ihr Lektoratsbüro in den Sozialen Medien zu präsentieren, hat Birte einen eigenen Instagram-Buchblog begonnen. Dort erzählt sie über Bücher und das Büchermachen. Die Blogbeiträge sind zudem auf der Website von „Herz und Zeile“ integriert. Foto: XPS via Unsplash

Und? Wie ist die Auftragslage?

Im Januar startete ich in die Akquise und kontaktierte Verlage und Literaturagenturen, die mich schon kannten. Schnell war ich bis August ausgebucht. Es ist ein großartiges Gefühl, dass mir so viele Menschen nach wie vor ihr Vertrauen schenken und das Netzwerk so super trägt.

Was gefällt dir an deinem Leben als selbstständige Lektorin?

Ich kann mich wieder mehr auf die Arbeit an Texten und Bildern und die Zusammenarbeit mit den Urheber_innen konzentrieren. Gerade für kleine Tausendsassa wie mich ist die Vielfalt der Aufgaben im Verlag großartig. Aber wenn ich ehrlich bin: Weniger Meetings in Riesenrunden und dafür mehr kreative Anteile, das ist schon schön. Ich hatte etwas Sorge, die Nähe zu den Büchern zu verlieren. Aber mit der Überarbeitung von Texten für Verlage und Literaturagenturen, dem Projektmanagement vom Manuskript zum Buch, der Begutachtung von Skripten und der Autoren-Beratung kann ich sie auch als Freie mit meinem eigenen Lektoratsbüro ein großes Stück ihres Weges begleiten. Das Beste an der Freiberuflichkeit ist, dass ich mehr Freiheiten habe. Ich versuche auch, auf meine Bedürfnisse zu achten und habe schon potenzielle Jobs abgesagt, damit ich wirtschaftlich arbeiten kann.

Hast du einen Tipp für andere, die gründen wollen?

Traut euch, es lohnt sich! Und: Ihr seid nicht allein! Das tolle Angebot der hei. als Ausgangspunkt sollte man auf jeden Fall nutzen. Sucht euch Berufsverbände, in denen ihr euch mit Leuten aus eurer Branche austauschen könnt – und wenn’s nur um eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung geht. Ich bin z.B. im „Verband Freier Lektorinnen und Lektoren“. Vor allem: Schüttelt die Angst vor dem Scheitern ab. Es ist viel anstrengender, die Angst davor über Jahre mit sich herumzutragen, als einmal mutig zu sein.

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