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Artikel vom 21. Dezember 2020

Gründerstory: Von der Designagentur zum eigenen Produkt

Maskegg Tasja Jauns

Ein stylischer Mund-Nasen-Schutz im Silikon-Ei – Tasja Jauns hat das „Maskegg“ erfunden. Nachdem sie sich 2018 mit einer eigenen Designagentur selbstständig gemacht hat, ist sie mit dem Maskegg nun auch zusätzlich Herstellerin eines eigenen Produkts. Foto: Alexander Schönberg (Hamburg)

Design und Funktionalität: Für Gründerin Tasja Jauns gehört das eng zusammen. Mit ihrer Ideenschmiede „Brainbooking“ entwickelt sie nicht nur ganzheitliche Konzepte – mit ihrem Partnerunternehmen sorgt sie auch für deren Umsetzung. Schließlich ist der Alltag voll mit Herausforderungen, die nicht nur schön, sondern auch praktisch bewältigt werden wollen. Das jüngste Produkt der 38-jährigen: das „Maskegg“, das in seiner Silikonhülle einen stylischen Mund-Nasen-Schutz versteckt. Der Clou: In der Hülle lässt sich die Fashionmaske leicht in Mikrowelle oder Wasserkocher reinigen.

An Ideen hat es der Wahlhamburgerin nie gemangelt. Wenn ihr nachts eine kommt, landet eine Notiz am Kühlschrank. Dass ihr Produkt aber vom Kühlschrank bis zum Kunden viele, viele Schritte bewältigen muss, schreckt sie nicht ab. „Während des Design- und Projektmanagement-Studiums an der Fachhochschule Südwestfalen lernte ich, alle Gewerke zu verstehen und anzuleiten. Und im Team ein Design zu produzieren, das verkäuflich ist und sich im Alltag bewährt“, erklärt sie. Wie die Paletten-Betten, die sie in einer ihrer ersten Anstellungen entwickelte. Das Produkt war erfolgreich. Und Tasja wurde klar, dass sie etwas Eigenes auf die Beine stellen wollte.

In welchem Verhältnis stehen Aufwand und Verdienst?

Doch im provinziellen Soest, glaubte Tasja, hätte das mangels Vernetzung nicht geklappt. Also zog sie mit Mann und drei Kindern nach Hamburg. Und nahm sich eine kurze Auszeit, um ihre Selbstständigkeit vorzubereiten. 2018 war dann der Startschuss für Brainbooking. Der Claim: „Book our brain for your solution.“ „Ich übernahm das Produktdesign für Firmen, die nicht weiterkamen. Passte Produkte auf die Zielgruppe an. War der frische Wind von außen und zugleich der erfahrene Berater, der genau wusste, wo es bei der Umsetzung haken könnte.“ Freelancer buchte sie nach Bedarf hinzu. Inneneinrichtungsprojekte kamen dazu, sie erhielt gute Referenzen und knüpfte Kontakte. Aber: Arbeitsaufwand und Lohn standen in keinem guten Verhältnis. „Da war der Punkt erreicht, wo ich dachte, entweder ich schmeiße hin oder lasse mich beraten.“

Unterstützung kam von der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. „Das Gespräch war wirklich total wertschätzend. Mit dem hei.scheckheft besuchte ich gleich ein Seminar für Preisgestaltung, mit einer tollen, sehr menschlichen Speakerin, die auch von sich berichtete und so alles greifbar machte“, berichtet Tasja. Das Seminar öffnete ihr die Augen: „Erkenne deinen Wert, das war ein wichtiges Learning für mich. Ich war viel zu günstig, weil ich alle Aufträge reinholen wollte. Jetzt habe ich die Preise angepasst. Bekomme vielleicht nicht mehr jeden Auftrag. Aber ich kann mir die Arbeit besser einteilen. Das ist mit drei Kindern sehr wichtig.“

Maskegg Tasja Jauns

Gemeinsam mit Jaime Vidal Martinez (rechts) und Jules Ayoub (links) hat Tasja Jauns die Hansa Brain GmbH für den Vertrieb und die Produktion des Maskeggs gegründet. In der Zukunft wollen die drei gemeinsam weitere Produkte kreieren. Foto: Alexander Schönberg (Hamburg)

Erfahrene Partner für Herstellung und Vertrieb

Und noch etwas änderte die Jung-Unternehmerin: Sie suchte sich feste Partner. Durch die Corona-Pandemie war bei den Firmen weniger Geld für die Produktentwicklung da. Aber Tasja hatte schon eine neue Idee: Ein stylischer Mund-Nasen-Schutz im Silikon-Ei, der sich mit einem Karabinerhaken an den Schlüsselbund hängen ließ, so dass er stets zur Hand ist. Eine Agentin in China, mit der sie schon seit Jahren in Kontakt stand, half Tasja bei der Auswahl der Fabriken für die Produktion. Sie übernahm auch die  Qualitätssicherung vor Ort.

Auch für Herstellung und Vertrieb brauchte Tasja Unterstützung. Ein Freund machte sie mit Jaime Vidal Martinez und Jules Ayoub von Hansa B2B-Consulting bekannt. „Die fanden das Produkt super. Und da sie 30 Jahre Erfahrung in Strategie und Vertrieb mitbringen, war die Entscheidung schnell klar.“ Gemeinsam gründeten sie die Hansa Brain GmbH, die seit Juni 2020 den Vertrieb des Maskeggs übernimmt – und meldeten ein Patent an, um es vor Nachahmern zu schützen. Denn die Ansprüche an die Produktentwicklung sind hoch: „Welche Textilrichtlinien gibt es? Was muss man für die TÜV-Abnahme beachten? Wenn sich jemand daran verletzt, bin ich haftbar, und dann noch die juristischen Hinweise auf der Verpackung. Das alles muss man sich zusammensuchen – es würden sicher mehr Produkte entstehen, wenn das einfacher wäre.“

Maskegg Tasja Jauns

Das Maskegg von Tasja Jauns ist in unterschiedlichen Farben erhältlich. Der Clou: In der Hülle lässt sich die Fashionmaske leicht in der Waschmaschine, in Mikrowelle oder Wasserkocher reinigen. Foto: Alexander Schönberg (Hamburg)

Im besten Fall ist man mit einem funktionierenden Netzwerk für alle Anforderungen gerüstet. „Unser Ziel ist es, mit der Hansa Brain GmbH weitere Produkte zu kreieren und diese von der Idee bis zur Markteinführung zu entwickeln“, umreißt Tasja die nächsten Schritte. „Durch unser erfahrenes, kleines Team sind wir für viele Dinge offen. Mit der Firma Brainbooking werde ich weiterhin kreative Konzepte im Bereich Interieur und Design anbieten. Mal schauen, was noch alles kommt.“ Da ist es nur von Vorteil, dass sie ihre Stärken inzwischen gut kennt. „Ich bin sehr überzeugend, wenn es darauf ankommt“, lacht sie. „Wer fest an sein Vorhaben glaubt, der schafft es auch – und wenn’s erstmal nichts wird: Krönchen richten und weitermachen.“

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