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Artikel vom 27. Juni 2019

Gründerstory: Urban Swag vereint Zwanzigerjahre-Glamour mit nordischem Minimalismus

Mit "Urban Swag" hat Gründerin Nicole Schneider ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Kam über Umwege zur eigentlichen Gründungsidee: Nicole Schneider vor ihrem Modeschmuck-Laden und Atelier „Urban Swag“ in der Hamburger Neustadt. Foto: Nadja Hansen WHY

Als Visagistin hat Nicole Schneider die Welt bereist. Aber erst in Hamburg platzte der „kreative Knoten“, und aus einem Bastelversuch wurde eine handfeste Geschäftsidee. Mit „Urban Swag“ hat sich die 47-jährige Gründerin als Schmuckdesignerin etabliert und verbindet in ihrem Laden-Atelier in der Hamburger Neustadt subtilen Glamour der Zwanziger Jahre mit nordischem Minimalismus.

Nicole, sich nach vielen Jahren on tour mit einem Laden festzulegen, ist ein großer Schritt. Wie kam es dazu?

Ich habe 14 Jahre als Visagistin gearbeitet, sieben Jahre in London und je zwei in Toronto und Las Palmas. Eine spannende Zeit, mit tollen Shootings. 2005 kam ich zurück nach Deutschland und fing bei Nars Cosmetics an. Erst im Verkauf im Alsterhaus, dann bekam ich die Gebietsleitung für alle Counter in Deutschland. Leider gingen die 2010 vom deutschen Markt. Wieder freiberuflich als Visagistin zu arbeiten, kam nicht mehr in Frage. So schön das war, die Luft war raus! Ich arbeitete eine Zeit lang als Übersetzerin. 2015 habe ich Urban Swag gegründet und in Teilzeit einen Rezeptionsjob übernommen, um das Label aufbauen zu können.

Hattest Du Vorkenntnisse im Schmuckdesign?

Ich hatte vorher nie darüber nachgedacht. Irgendwann habe ich mir in einem Bastelshop Materialien besorgt und mit der alten Zange meines Vaters herumprobiert. Ich weiß noch, wie ich meinem Mann das erste Stück gezeigt habe. Kurz darauf stand ich auf meinem ersten Markt im Unileverhaus – und habe von da an einfach alles ausprobiert, um meinen Schmuck an die Frau zu bringen: Fachvermietungen in Hamburg, Berlin und Bremen, Designmärkte wie „Hello Handmade“ und „Elbrauschmarkt“. Die Sachen von damals würde ich heute nicht mehr verkaufen. Ich habe immer neue Techniken und Material ausprobiert und mich enorm weiterentwickelt.

Handgefertigte Accessoires und Schmuckstücke „made in Europe“ gibt es bei „Urban Swag“. Foto: Nadja Hansen WHY

Wer hat Dich beim Sprung ins kalte Wasser unterstützt?

Das Coaching der Hamburg Kreativgesellschaft war großartig, mein Coach hat mich zu den Themen Unternehmensführung, Prioritäten setzen und Pressetexte beraten, und der analytische Blick von außen war Gold wert. Auch das Beratungsgespräch bei der hei.ExistenzgründungsInitiative war spitze. Über das hei.scheckheft wurde mir klar, wo ich Nachholbedarf habe. Im Coachingprogramm der hei. ist alles super fokussiert beschrieben, einfach zu buchen und dank der Gutscheine auch erschwinglich. Das Seminar Pressearbeit war hervorragend! Aktuell werde ich wieder Beratung brauchen, weil ich noch Kleinunternehmerin bin und nun in die Umsatzsteuer rutsche. Bei all diesen Gründerthemen ist es auch extrem hilfreich, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, die gerade an einem ähnlichen Punkt stehen und wissen, wo es drückt.

Wie hast du den Schritt vom Markt zum eigenen Laden-Atelier geschafft?

2017 bin ich in ein Gemeinschaftsatelier ins Karoviertel gezogen. Ich konnte meine Sachen im eigenen Schaufenster zeigen und der Kontakt zu den Kundinnen war toll. Irgendwann passte die Konstellation nicht mehr, weil die ursprünglichen Mieter ausgezogen waren. Wenn nicht jetzt, wann dann, dachte ich: Ich wollte mein eigenes Atelier. Klein, aber fein. Den Laden hier in der Neustadt habe ich nachts auf Immoscout entdeckt und sofort an den Makler geschrieben. Im Mai 2018 ging es dann los. Die Neustadt ist ein echter Rohdiamant: Sehr zentral, der Jungfernstieg ist um die Ecke, viele Touristen, faire Miete. Der Umsatz ist deutlich gestiegen, seit ich den Laden habe. Es kommen nicht ständig Kunden, aber das ist ja auch mein Arbeitsplatz, und die Mischung aus Verkauf und kreativer Schaffensphase gefällt mir.

Wo verkaufst Du noch? Und wie wichtig ist Social Media für Dich?

Ich mache mindestens eine Messe im Monat, um auch in anderen Stadtteilen und Städten präsent zu sein. Mein Online-Shop ist bei den kleinen Chargen, die ich produziere, sehr aufwendig. Für jedes neue Schmuckstück muss ich Fotos machen bzw. verkaufte Sachen schnell rausnehmen. Aktuell mache ich jeden Tag einen Post, der gleichzeitig auf Instagram und Facebook erscheint. Besonders gut funktionieren die Stories. Ich bin aber eher der Offline-Typ. Ich liebe Märkte und verkaufe einfach gerne.

Auch auf Messen und Märkten ist Nicole Schneider mit "Urban Swag" zu finden.

Neben einem Online-Shop steigert Gründerin Nicole Schneider durch die Teilnahme an Messen und Märkten die Bekanntheit ihres Labels „Urban Swag“. Foto: Urban Swag

Dein Laden liegt am „Tor zur Welt“, was sind Deine Ziele?

Die Themen Retail und Social Media will ich auf jeden Fall ausbauen. Um Retailer zu gewinnen, muss ich mehr produzieren und vor allem Zeit investieren, Kontakte aufbauen und Präsentationskoffer ausstatten. Ich habe gerade 7.500 Euro Förderkredit aufgenommen, um in größeren Mengen Ware einkaufen zu können. Mein größter Erfolg wäre es natürlich, wenn Urban Swag eine In-Marke wird und es in New Yorks Boutiquen schafft!

 

 

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