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Artikel vom 18. Oktober 2019

Gründerstory: „Große Mode für mutige Frauen!“

Mit Süperb ein Modelabel für große Größen gegründet: Klara Stenzel

Coole Mode für Große Größen: Gründerin Klara Stenzel von „Süperb“ designt Kleider für kurvige Frauen. Foto: Nadja Hansen (WHY)

Modedesignerin Klara Stenzel war es leid, kurvige Frauen unter zeltartigen Stoffbahnen zu verstecken. Als die 32-jährige Hamburgerin direkt nach ihrem Master an der Armgartstraße beschloss, ihr eigenes Label „Süperb“ zu gründen, hatte sie vor allem ein Ziel: Coole Mode für Große Größen ab Größe 40, die die Schönheit der Frauen optimal in Szene setzt.

Klara, was ist so falsch an den Kleidern für kurvige Frauen?

Es funktioniert rein physisch nicht, eine Größe 36 auf 44 hochzuskalieren. Wenn größere Brüste einen Abnäher brauchen und breitere Hüften mehr Weite, muss nicht gleich die schmale Taille verschwinden. Mehr Auswahl abseits der Zelt-Linie wäre toll! Schließlich lebt Mode davon, dass man etwas wagt und ausdrückt, wie man sich fühlt. Ich möchte mit meinen Kunden zu einem neuen Modeverständnis finden. Meine Schnittmacherin Merrit Ohmsen und ich feilen dafür so lange an den Stücken, bis sie sitzen. Warum sollte man in einer 44 nicht cool und lässig aussehen?

Im Master-Studium beschäftigte sich Gründerin Klara Stenzel mit großen Größen.

„Meinen Weg konnte ich nur als Gründerin gehen“, sagt Klara Stenzel. Unter dem Label Süperb entwirft sie Mode ab Größe 40. Foto: Nadja Hansen (WHY)

Hat Dich das Modestudium gut darauf vorbereitet?

Es hat meine Interessen verknüpft – Zeichnen und Nähen und die klare Zielsetzung. Den Bachelor an der Armgartstraße habe ich zum Thema Anschlussgrößen – zwischen 42 und 48 – gemacht. Danach arbeitete ich zwei Jahre als Designerin bei Ulla Popken. Nach dem eher künstlerischen Studium lernte ich dort, wie man eine Kollektion plant und umsetzt. Aber es gab leider auch viele Richtlinien, wie man mit großen Größen umgehen muss. Da kam ich irgendwann nicht weiter. Also beschloss ich, zurück an die Armgartstraße zu gehen, meinen Master zu machen und mich noch intensiver mit großen Größen zu beschäftigen.

Fiel das Durchstarten mit Master in der Tasche leichter?

Nein, es hat ein wenig gedauert, es hat mir gefallen, angestellt zu sein. Aber meinen Weg konnte ich nur als Gründerin gehen. Während des Studiums hatte ich bereits ein eigenes Atelier, ich ahnte also, wie die Selbstständigkeit aussieht. Meine erste Kollektion sollte vier T-Shirts, drei Pullover, eine Jerseyjacke, zwei Röcke und ein Kleid umfassen. Ich wusste, mit welchen Materialien ich arbeiten und dass ich in Deutschland produzieren wollte.

Die Teilnahme an Angeboten der hei. hat Gründerin Klara Stenzel bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit geholfen.

Das Erstberatungsgespräch, die Teilnahme am hei.p Workshop und an Seminaren aus dem hei.scheckheft haben Klara Stenzel bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit geholfen und motiviert. Foto: Nadja Hansen (WHY)

Gab es bei der Gründung auch Hürden?

Klar. Um die Kosten für das Nähen überschlagen zu können, hätte ich im Vorfeld Muster von meinen Schnitten gebraucht. Ich arbeite viel mit Abnähern, doppelten Stofflagen und aufwendigen Säumen, das kostet alles extra. Im Nachhinein war das nicht ideal, für die Preisgestaltung hätte ich ein halbes Jahr mehr einplanen sollen. Aber ich wollte unbedingt, dass im Oktober die erste Winterkollektion steht.

Hast du dir denn Unterstützung gesucht?

Ja. Schon im Erstgespräch bei der hei. bekam ich viele Anstöße, weil meine Gründungsberaterin mit einem frischen Blick drauf geguckt hat. Danach habe ich an einem hei. Workshop teilgenommen. Wir waren vier Gründer, die sich gegenseitig ihre Ideen vorstellten, Feedback gaben und Verbesserungsvorschläge machten. Mit der Beraterin, die den Workshop leitete, feilten wir im Anschluss gemeinsam an unseren Gründungskonzepten. Die hei. steht für mich für wirklich konstruktive Kritik. Die sagen nie, was nicht geht, sondern suchen Lösungen. Das motiviert! Da ich meine Mode vor allem online vertreibe, hat mir das hei.seminar „Wunderwaffe Onlinehandel“ extrem weitergeholfen – mit allem, was dazu gehört, von SEO bis zum Widerrufsrecht.

Der Start in die eigene Selbstständigkeit will gut vorbereitet sein und dauert oft länger, als vermutet.

Sich Zeit für die Gründung nehmen, auch wenn das oft schwer ist, weil es Geld kostet – das rät Gründerin Klara Stenzel vom Modelabel Süperb. Foto: Nadja Hansen (WHY)

Wie ist die Resonanz auf deine Kollektion? Und wie wirbst du für dich?

Sie kommt sehr gut an, ist aber auch für viele eine Herausforderung – offenbar hat man sich an die Zeltform gewöhnt. Aber ich setze auf die jüngere, mutigere Generation. Wenn man als Designer nicht mutig ist, hat man keine Zukunft! Dass man die Stücke zu Hause bei schöner Musik anprobieren kann, gefällt vielen gut. Die Herausforderung ist ja, wieder Spaß an Mode zu haben. Um bekannter zu werden, arbeite ich viel mit Bloggern zusammen, das klappt super. Und ich bin jedes Jahr auf den Diversity Days, die Modenschau mit meiner neuen Kollektion war mein Highlight dieses Jahr.

Was rätst du anderen Gründern?

Sich Zeit für die Gründung nehmen, auch wenn das oft schwer ist, weil es Geld kostet. Und gleich zur hei. gehen, das spart den einen oder anderen Umweg!

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