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Artikel vom 26. Februar 2019

Gründerstory: Espresso aus dem Pferdewagen

Gründerstory

First Love Coffee im Einsatz im original Pferdehänger. Foto: Thomas Burblies

Kaffee ist längst ein Marketingprodukt. Wer könnte das besser wissen als Philip Vocke, der beim Branchenriesen Tchibo als Head of Coffeemarketing und später als Marketingdirektor bei Lavazza gearbeitet hat. Als nach zwölf Jahren die Meinungen über den Marketing-Kurs auseinander drifteten, war für den Gründer klar: „Jetzt oder nie.“ Und: „Wieder Kaffee, aber mit Stil.“ Seit Juni 2018 baut der 43-jährige sein Unternehmen First Love Coffee auf. Nicht im Büro, sondern in umgebauten englischen Pferdeanhängern. Auf Märkten, Messen, Hochzeiten und Events findet man das ambitionierte Kaffee-Catering des Harvestehuders. Wenn es nach ihm geht, bald deutschlandweit.

Kleines Team, großer Genuss

„Die Leute machen haufenweise Selfies vor unseren türkisfarbenen Hängern, weil das echte Hingucker sind.“ Optik ist wichtig, weiß Philip, deshalb positionierten die Veranstalter seinen Stand gerne an prominenter Stelle. Bio-Kaffee, sämtliche Milchtypen und frische Waffeln reicht er über den Tresen, natürlich in kompostierbaren oder Mehrweg-Bechern. Zwei Partner unterstützen ihn dabei. Chef-Barista Paul arbeitet Vollzeit, Teilzeitkraft Kathrin kümmert sich ums Marketing. Und Philip um alles andere: Buchhaltung, Finanzen, Buchungsanfragen, Akquise von Kunden und Mitarbeitern. In Stoßzeiten helfen Studenten auf 450 Euro-Basis.

Direkt auf Expansionskurs

Was klein anfing, soll schnell wachsen. Zwei weitere Pferdehänger sind bestellt, für Hamburg und den Standort Berlin, wo ab Mai ein dritter Mitarbeiter an Bord soll. „Das Ziel ist eine mobile Coffeeshopkette mit über 100 Wagen deutschlandweit“, erklärt der studierte Betriebswirt. Zunächst im norddeutschen Raum, den er von Hamburg aus abdecken kann, dann ist der Süden dran.

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Philip mit seinen Mitarbeitern Katrin und Paul (v.l.n.r.). Foto: Philip Vocke

Erster Stolperstein Kredit

Doch das straighte Geschäftsmodell musste mehrmals überdacht werden. „Eigentlich wollte ich die Hänger nach dem Ausbau an eine Leasingfirma verkaufen und selbst leasen, um liquide zu bleiben“, verrät er. Dass das nur Unternehmen können, die schon eineinhalb Jahre am Markt sind, hatte ihm sein potentieller Vertragshändler nicht gesagt. Also brauchte er doch einen Kredit. Von seiner Hausbank wurde er an die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg verwiesen, die den Kredit absichern sollte. Die Voraussetzung: ein Gründungskonzept, ein Businessplan, die Ertragsvorschau sowie ein Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan.

BG-Bank gibt das Backup

„Ich hatte mich auf einen 30-minütigen Termin eingestellt, aber der hat über zwei Stunden gedauert. Die BG-Beraterin hat mir richtig auf den Zahn gefühlt, das war im Grunde super“, erinnert sich Philip. Bereits nach einer Woche kam die Zusage. Und wie es der Zufall wollte, hatten zwei Mitglieder des Entscheidungsgremiums schon Kaffee bei ihm getrunken. Acht Jahre läuft sein Kredit in Höhe von 150.000 Euro, zwei Jahre davon tilgungsfrei. „Als Gründer muss man immer damit rechnen, dass nicht einkalkulierte Kosten auf einen zukommen“, sagt der dreifache Familienvater. „Unsere Einnahmen sind gut, aber dagegen laufen auch Kosten – Wareneinsatz, Personalkosten und Standmieten. Alleine die TÜV-Zulassung der Hänger hat mich 2.000 Euro mehr gekostet als gedacht.“

Papierloses Büro dank hei.

Ein Freund hatte ihm zusätzlich die hei. empfohlen. „Die Beraterin Frau Bruns war super kompetent, sie hat mir auch das hei.scheckheft in die Hand gedrückt“, erzählt Philip. Ein Seminar zum Thema Franchise und eins zum Papierlosen Büro geben maßgeschneiderten Input. „Wir haben nun eine sehr übersichtliche Struktur, auf die alle Zugriff haben, das erleichtert vieles. Auch die Buchhaltung klappt dank der hei. papierlos. Die haben einfach ein tolles Seminarangebot.“

Erfolgsgeheimnis kluge Akquise

Derzeit stehen die Zeichen auf Optimierung. Beim Wareneinsatz will der Gründer nicht sparen, die Qualität soll exzellent bleiben. Aber bei den Personalkosten sieht er Potential: „Anfangs haben wir unsere Aushilfen tageweise bezahlt. Jetzt zahlen wir stundenweise und schicken die Leute nach Hause, wenn die Veranstaltung kaum besucht ist.“ Bei der Auswahl der Events gilt es die zu finden, bei denen eine maximale Auslastung des Anhängers mit seiner dreigruppigen Espresso-Maschine gewährleistet ist. Das verändert auch die Akquise. Mit einer neuen Website und einem Blog will er verstärkt in den Sozialen Medien aktiv werden. Den direkten Kontakt zu seinen Kunden aber will er nicht mehr missen.„Das direkte Feedback ist motivierend. Bei den German Open hat mich ein Tennisspieler gebeten, ihm unsere Bohnen zu verkaufen. Jetzt bekommt er jeden Monat eine Kaffeelieferung.“ Philip Vocke lacht: „Das wäre mir als Anzugträger im Büro nie passiert.“.

Übrigens: Philip ist mit First Love Coffee auch Aussteller in der Gründerlounge auf dem Hamburger Gründertag am 6. April 2019 in der Handwerkskammer Hamburg. Kommt vorbei!

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