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Artikel vom 07. September 2018

Schmucklabel Fritz and Rose: „Fritz ist der Boss, Rose ist der Chef“

Fritz and Rose

Fritz and Rose: Silber und Gold – gefaltet wie Origami. Foto: Florian Grill

Wir bei der hei. begegnen Gründern ganz am Anfang ihres Weges. Manche Unternehmer und Ideen begeistern uns so sehr, dass wir uns oft fragen: Was wurde eigentlich aus ihnen? Also fragen wir einfach mal nach! Heute bei den zwei Gründerinnen des Schmucklabels Fritz and Rose. Patricia Zapfl und Ursula Eisen waren in der Gründerlounge auf dem Hamburger Gründertag 2017 und haben dort ihre Arbeit vorgestellt. Wir wollten von den beiden wissen, wie es ihnen und ihrem Unternehmen seitdem ergangen ist.

Kurzer Elevator Pitch für alle, die euch noch nicht kennen: Erklärt bitte Fritz and Rose in maximal drei Sätzen.

Patricia: Fritz heißt eigentlich Tric, eigentlich Patricia und Rose heißt eigentlich Rosi, eigentlich Ursi und eigentlich Ursula. Da unsere Spitznamen meistens falsch verstanden werden, haben wir sie nicht nur angenommen, sondern auch unsere kleine Schmuckmarke so genannt. Wir lassen die Facetten funkeln und falten Silber und Goldbleche von Hand zu wunderschönen, einzigartigen Schmuckstücken – Origami meets Heavy Metal.

Fritz and Rose

Bevor es an die Gold- und Silberbleche geht, werden Prototypen aus Papier gefaltet. Foto: Fritz and Rose

Ihr legt Wert auf eine möglichst nachhaltige Produktion „made in Germany“. Wie sieht das in der Praxis aus?

Ursula: Das ist leider in der Praxis nicht immer so einfach, wie man sich das vorstellt. Viele Partner und Zertifizierungsprozesse für nachhaltige Produktion finden wir undurchschaubar und die Konditionen sind für uns noch nicht umsetzbar. Wir haben uns entschieden, unsere Produkte ausschließlich in Deutschland zu produzieren und mit Goldschmieden und Lieferanten zu arbeiten, denen wir vertrauen. Das Material beziehen wir von Schiefer & Co in Hamburg. Unsere Goldschmiede kennen wir persönlich und arbeiten gerne mit ihr zusammen. Für die Oberflächenbearbeitung und Veredelung arbeiten wir mit einem Lieferanten in Pforzheim zusammen. So haben wir die nötige Flexibilität und können unsere Produkte guten Herzens unseren Kunden anbieten.

Ihr seid seit 2016 am Markt. Was war die bisher größte Herausforderung, der ihr euch stellen musstet?

Patricia: Es sind viele kleine, einzelne Herausforderungen und nicht eine große. Wir mussten lernen, viele wichtige Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, schnell Entscheidungen zu treffen und ständig Risiko versus Potential abzuwägen. Vielleicht ist dabei die größte Herausforderung, nachts den Kopf auszuschalten, um für den nächsten Tag genug Schlaf zu bekommen. Das klingt zwar ernst und anstrengend und das ist es manchmal auch, denn wir investieren ja mehr als nur unsere Zeit. Aber auch wenn es viel Arbeit ist und auch manches nicht so läuft wie geplant, haben wir viel Spaß zusammen und mit unseren Partnern und Kunden. Und eine Menge geschafft haben wir auch schon. Weiter geht’s!

Fritz and Rose

Das Gründerteam hinter Fritz and Rose: Ursula Eisen und Patricia Zapfl. Foto: Jan Schultchen

Euch verbindet nicht nur das Business, sondern auch eine lange Freundschaft. Welche Vorteile bringt das im Unternehmeralltag mit sich, welche Nachteile?

Ursula: Es überwiegen zum Glück die Vorteile. Wir haben von Anfang entschieden, dass unsere Freundschaft immer vorgeht. Auf der gemeinsamen Reise haben wir gemerkt, dass wir auf geschäftlicher Ebene auch super zusammen funktionieren. Wir haben Geschäftliches so geregelt, dass wir beide wissen, dass keiner von uns benachteiligt werden kann. Fritz ist der Boss und Rose ist der Chef.

Patricia: Wir kennen uns sehr gut und wissen, dass wir uns blind aufeinander verlassen können. Die Zusammenarbeit funktioniert oft intuitiv und durch eine Art wortlose Kommunikation, die ein Außenstehender wahrscheinlich nicht versteht und sich fragt, wie oft wir das wohl geübt haben bis die Handgriffe so gut gesessen haben.

Ursula: Der größte Vorteil ist, dass wir so viel Spaß an der gemeinsamen Arbeit haben. Wenn man sich die Kollegen aussuchen kann, dann fühlt sich Arbeit nicht wie Arbeit an. Nachteil ist, dass wir oft auch bis in späten Stunden über unsere Projekte reden und kein Ende finden. Wir verbringen viel Zeit miteinander und tun das auch immer noch gerne. Aber das hat zur Folge, dass wir zu viel „arbeiten“ und zu wenig schlafen.

Patricia: Bisher haben wir das alles gut hingekriegt und tatsächlich noch keine Situation gehabt, in der wir an unserem Vorhaben gezweifelt haben. Es geht simpel gesagt nur um Respekt und gute Kommunikation. Und das gilt letztendlich für uns alle, immer, und für jegliche menschliche Begegnung, oder nicht?

Wie geht es weiter mit Fritz and Rose? Welches Ziel habt ihr euch als nächstes gesteckt?

Ursula: Im letzten Jahr waren wir sehr viel unterwegs. Das hat zwar Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend und kompliziert in der Planung. In Zukunft wollen wir uns mehr auf unseren Online Shop und auf den Laden in der Weidenallee bei Sahra Tehrani konzentrieren. Unterwegs findet man uns trotzdem auf einigen ausgewählten Blickfangmessen.

Patricia: UND wir haben viele tolle Ideen für neue Schmuckstücke und falten fleißig weiter. Wir arbeiten derzeit auch an einer Schalkollektion. Ihr dürft also gespannt sein auf das, was noch kommt! Mal sehen, wir träumen auch davon, eine eigene Produktionsstätte und einen eigenen Laden aufzumachen. Wir haben aber gelernt, dass es zwar gut ist, ein Ziel zu haben, aber der einzige Schritt der zählt, ist der nächste…

 

Vielen Dank, liebe Patricia, liebe Ursula, für das Gespräch! Wir wünschen euch alles Gute für euren weiteren Weg!

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