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Artikel vom 16. März 2022

Nachfolge im Handwerk: Interview mit Aref Shahin, Projektleiter der Nachfolgelotsen für das Hamburger Handwerk

Nachfolge im Handwerk

Alle Handwerker_innen, die sich vorstellen können, einen Betrieb zu übernehmen und sich selbstständig zu machen, sind bei den Nachfolgelotsen für das Hamburger Handwerk an der richtigen Adresse. Foto: Handwerkskammer Hamburg

In unserem Interviewformat stellen wir euch diesmal einen neuen Partner aus dem Hamburger Gründungsnetzwerk vor: Die Nachfolgelotsen für das Hamburger Handwerk. Dieses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt der Handwerkskammer Hamburg unterstützt alle Handwerker_innen fachkundig auf dem Weg zum eigenen Betrieb.

Dem Thema „Nachfolge“ kommt aktuell eine hohe Relevanz zu. Denn in den nächsten Jahren gehen geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand. Aus demografischen Gründen stehen aber immer weniger junge Familienmitglieder für eine Nachfolge bereit. Der/die Übernehmer_in wird daher immer öfter außerhalb des Betriebs gesucht.

Und da kommen dann die Nachfolgelotsen ins Spiel. Die nicht nur Ansprechpartner sind für alle Fragen rund um das Thema Nachfolge. Sondern auch nach passenden Matches zwischen Betriebs-Inhaber_innen und Übernahmeinteressierten suchen.

Fürs Interview haben wir mit Aref Shahin gesprochen, er ist Projektleiter der Nachfolgelotsen für das Hamburger Handwerk. Und verrät uns im Gespräch, was die Nachfolgelotsen Handwerker_innen anbieten, die mit dem Gedanken spielen, einen Betrieb zu übernehmen. Und sich selbstständig zu machen.

Wer sind die Nachfolgelotsen und was genau bietet ihr an? Worin genau besteht euer Beratungsangebot?

Wie unser Name schon andeutet, verstehen wir uns als Lotsen für Betriebsnachfolgen im Hamburger Handwerk. Als erste Ansprechpartner begleiten wir den gesamten Prozess von A bis Z. Dabei bedienen wir uns aus einem großen Werkzeugkoffer. Wir vernetzen euch mit wichtigen Akteur_innen. Klären gemeinsam eure Detailfragen. Und nicht zuletzt – wir matchen! Das bedeutet, wir bringen euch als potenzielle Übernehmer_innen mit Betriebsinhaber_innen zusammen. Wertvolle Werkzeuge für eine erfolgreiche Übernahme sind außerdem unsere Beratungsleistungen. Gemeinsam mit den Fachleuten aus der Betriebsberatung der Handwerkskammer unterstützen wir bei der Businessplanerstellung, informieren zu möglichen Übertragungsformen und geben Orientierung über Kredit- und Förderprogramme.

Nachfolgelotsen

Aref Shahin ist Projektleiter der Nachfolgelotsen im Hamburger Handwerk und unterstützt mit seinem Team alle Handwerker_innen fachkundig auf dem Weg zum eigenen Betrieb. Foto: Aref Shahin

Unser Angebot richtet sich einerseits an Handwerker_innen und handwerksaffine Gründer_innen, die sich für eine Übernahme interessieren. Und andererseits an Betriebsinhaber_innen, die das Thema Nachfolge in den Blick nehmen. Dabei ist es egal, ob ihr erst einmal ganz allgemeine Fragen habt. Oder ob ihr schon mit einem Fuß in der Umsetzung steht. Uns ist es wichtig, Handwerker_innen mit Affinität zur Selbstständigkeit zu motivieren und in ihrem Vorhaben zu bestärken. Selbstständigkeit ist das, was ihr daraus macht! Und auf dem Weg dahin habt ihr mit uns einen verlässlichen Ansprechpartner an eurer Seite. Einen Schwerpunkt setzen wir deshalb im kommenden Jahr insbesondere auf der Ansprache von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Frauen.

Bietet ihr „nur“ Beratung an oder umfasst das Projekt „Nachfolgelotsen“ auch Seminare zur Fortbildung rund um die Übernahme?

Tatsächlich bieten wir auch regelmäßig Veranstaltungen zum Informieren, Austauschen und Netzwerken an. Für Herbst 2022 planen wir außerdem Seminare für Übernehmer_innen und alle Handwerker_innen, die sich perspektivisch selbstständig machen wollen. Unter anderem wird es dabei um Kernkompetenzen wie kaufmännisches und unternehmerisches Know-how, moderne Mitarbeiterführung, Organisationsentwicklung und Marketing gehen. Und zwar praktisch und im Kontext der Betriebsübernahme konzipiert.

Wie bringt ihr Betriebsinhaber_innen und Übernahmeinteressierte zusammen?

Das Zauberwort heißt individuell. Branche und Qualifikation sind natürlich wichtig. Ausschlaggebend dafür, wer zueinander passt, sind zudem aber auch persönliche und emotionale Faktoren. Daher legen wir für Übernahmeinteressierte und Betriebe individuelle Profile in unserer internen Datenbank an. Diese gleichen wir ab und schauen, wer wirklich zueinander passen könnte. Natürlich gibt es keine Erfolgsgarantie. Aufgrund der enormen Vielfalt an Betrieben stehen die Chancen, einen passenden Betrieb zu finden, aber gut. Wir sind gut vernetzt und bauen im Bedarfsfall auch neue Kontakte auf, um euch bei eurem Anliegen zu unterstützen. Diskretion steht dabei natürlich an erster Stelle. Besteht beidseitig Interesse, bringen wir potenzielle Matches miteinander in Kontakt. Und wenn es zu einer Einigung kommt, begleiten wir auch den Übernahmeprozess weiter. Wichtig dabei: Wir beraten immer unparteilich, fair und sachlich. Das ist essenziell, um die Betriebe bestandsfest zu halten.

Warum ist gerade jetzt die beste Zeit, um einen Handwerksbetrieb zu übernehmen?

In den nächsten Jahren kommen die geburtenstarken Jahrgänge in das Ruhestandsalter. Damit steigt der Bedarf an jungen Führungskräften und qualifizierten Personen, die einen Betrieb übernehmen möchten. Aus demografischen Gründen stehen aber immer weniger junge Familienmitglieder für eine Nachfolge bereit. Der/die Übernehmer_in wird daher immer öfter außerhalb des Betriebs gesucht. Wer sich für eine Betriebsübernahme interessiert, hat aktuell also beste Voraussetzungen. Und die Vorteile gegenüber der Neugründung liegen auf der Hand: ein erfolgserprobtes Geschäftsmodell, ein eingespieltes Team und ein vorhandener Kundenstamm. Solide Voraussetzungen, um durchzustarten.

Weitere Informationen rund um das Thema Übernahme, Hinweise zu Veranstaltungen und News zum geplanten Seminarprogramm findet ihr hier und auf Instagram. Ganz herzlichen Dank für das umfangreiche Interview, lieber Aref!

Hier gehts zum Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, die das Projekt der Handwerkskammer fördern.

 

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