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Artikel vom 16. Juni 2021

„Kein Startup kann sich heute leisten, nicht nachhaltig zu gründen“ – Interview mit Elina Artis

nachhaltig gründen

Kunden werden zunehmend kritischer und fordern Nachhaltigkeit ein, weiß Elina Artis, Expertin zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: priscilla du preez via Unsplash

Das Thema Nachhaltigkeit gleich von Anfang an in seine Gründungsidee, sein Produkt oder seine Dienstleistung mit einzuflechten, ist absolut sinnvoll. Denn: Immer mehr Gründer_innen haben den Wunsch und den Willen, Nachhaltigkeit auch im beruflichen Kontext zu leben und umzusetzen. Aber: Wie fängt man an und baut überhaupt ein nachhaltiges Business auf? Welche Ansätze und Tools gibt es, um nachhaltig als Unternehmer_in zu agieren? Und welche Chancen und Vorteile bieten sich beim nachhaltig Gründen? Elina Artis ist Coach, Expertin und Dozentin, u.a. bei der Kreativgesellschaft Hamburg sowie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Macromedia Hochschule in Hamburg. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, auch im Kontext der Modeindustrie. Sie hat eine eigene Business-Online-Plattform für nachhaltige Geschäftsmodelle in der Modebranche aufgebaut und berät Gründer_innen und Selbstständige. Im hei. Live-Chat wird sie darauf eingehen, worauf es bei der Gründung eines nachhaltigen Unternehmens ankommt. Wir haben sie vorab schon einmal für ein kurzes Interview befragt.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde und es ist fast schon eine Selbstverständlichkeit, als Unternehmer_in auch nachhaltig zu agieren. Warum aber ist es so wichtig, das Thema gleich schon am Anfang einer Gründung zu berücksichtigen?

Kein Startup kann sich heute leisten, nicht nachhaltig zu gründen. Kunden werden
zunehmend kritischer, sie achten auf Nachhaltigkeit und berücksichtigen diese bei
Kaufentscheidungen, sie informieren sich und wünschen Transparenz. Verschiebt oder
vernachlässigt man in der Startphase die Nachhaltigkeit bei der strategischen Planung,
verspielt man die Wettbewerbsvorteile und gründet an der eigentlichen Zielgruppe „vorbei“.
Dies kann zu einem späteren Zeitpunkt Umstrukturierungen in zahlreichen Bereichen wie
Sourcing, Logistik oder Marketing nach sich ziehen und außerdem aufwendig und sehr
kostspielig sein

Wenn man als Gründer_in nicht gerade ein nachhaltiges Produkt auf den Markt bringt, stellt sich vielen die Frage, wie man in anderen Bereichen nachhaltig handeln kann. Gibt es hier Beispiele, an welchen anderen Stellen man das Thema Nachhaltigkeit einflechten kann? Und wie man da am besten startet?

Eine wesentliche Stärke der Kleinunternehmen ist ihre Agilität, sie erlaubt ihnen in jedem
Prozessschritt entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Idee bis zum Kunden einen erheblichen Anteil zur ökologischen Nachhaltigkeit zu leisten. Die meisten Gründer_innen beginnen aber ganz pragmatisch mit der Optimierung der Betriebsabläufe. “The 17 Goals Sustainability Development” ist ein guter Leitfaden und eine Inspirationsquelle gerade für Gründer_innen.

Stichwort „greenwashing“: Wie sorge ich als Gründer_in dafür, dass ich wirklich transparent nachhaltig agiere? Gibt es konkrete Tipps, um zum Beispiel Umweltschutz und Sozialverträglichkeit nicht nur als  Worthülsen in die eigene Gründungsphilosophie einzubauen, sondern diese Aspekte auch konkret im Gründungsalltag zu leben?

Gerade als Gründer_in ist es wichtig, sich eigener Werte bewusst zu sein und diese auch
zu leben. Kundenvertrauen gewinnen Sie, indem Sie die nachhaltigen Aspekte ihres Geschäftsmodells überzeugend und authentisch nach Außen kommunizieren. Tipp: werden Sie zum Profi in dem was sie tun, beweisen sie Ihr Know-how mit Zahlen und Fakten. Liefern Sie Belege für Ihren sozialen oder ökologischen Beitrag. Zeigen Sie Referenzen anhand der Stimmen Ihrer Kundschaft und Businesspartner und bleiben Sie am Puls der Entwicklung. Kommunizieren Sie mit Ihren Kunden und tauschen Sie sich mit Gründer_innen aus. Dadurch erhalten Sie direktes Feedback und Ideen, wie sich Transparenz im Unternehmen gestalten lässt.

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Elina Artis ist Expertin, Dozentin und Coach für das Thema nachhaltiges Gründen. Foto: privat

Abschließend in einem Satz: Warum lohnt es sich, nachhaltig zu gründen?

Laut Studien sind Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen erfolgreicher – sie denken langfristig und sind dadurch weniger krisenanfällig, sie wirtschaften ressourcenschonend, was mit Kostenreduktion und Gewinnsteigerung einhergeht.

Vielen Dank, Elina Artis. Wir freuen uns schon sehr auf den hei. Live-Chat am 22. Juni!

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