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Artikel vom 31. August 2016

Gründerstory: Zeitlos schöne Objekte gegen den Wegwerfwahn

Endlich selbstständig! Hanjo Bergeest erfüllt sich mit eigenem Möbelbau seinen Traum

Leidenschaft für Design und Möbelbau:         Hanjo Bergeest ist Gründer von HABE Design Foto: Hanjo Bergeest

Funktional soll es sein, langlebig und umweltfreundlich: Wenn sich Hanjo Bergeest an den Entwurf eines neuen Möbelstücks macht, dann schaltet er nicht als erstes die Dickenhobelmaschine, sondern den Kopf ein. Der 36-jährige Gründer designt und baut Einzelstücke mit hohem Anspruch. Er arbeitet mit Massivholz aus der Region, bezieht Ökostrom, verzichtet auf lösemittelhaltige Lacke und vermeidet Verschnitte. Dass seine Tische, Modulsysteme und Spielzeuge dabei auch noch zeitlos chic aussehen, kommt gut an: habedesign.com hat sich inzwischen eine kleine, feine Fangemeinde aufgebaut.

Pflaumenholz mit Patina, fein gemasertes Mahagoni und die Zähigkeit der Esche – man merkt schnell, dass Holz für Hanjo Bergeest viel mehr ist als nur irgendein Werkstoff. Der Hamburger Gründer hat Erzähltalent und macht Lust darauf, sich mit seinen Möbelstücken auseinanderzusetzen. Schönes Design, so erklärt er, sei wichtig, aber „vererbbar“ müsse es sein. „Früher wurden Möbel von einer Generation an die nächste weitergegeben, das war wirklich nachhaltig. Das möchte ich auch mit meinen Produkten erreichen – und am Gegentrend zum immer schnelleren Konsum mitarbeiten.“

Handwerk mit Anspruch statt Lehrer-Job

Die Entscheidung für die Selbstständigkeit traf der gebürtige Hamburger im vergangenen Jahr. Er hatte nach dem Abitur eine Tischlerlehre absolviert, war auf Top-Niveau Mountainbike-Rennen gefahren, hatte ein Lehramtsstudium absolviert und gleichzeitig als Haustischler für eine Möbelfirma gearbeitet. Nach dem Referendariat war ihm klar: Die Leidenschaft für Design und Möbelbau war stärker als die für den Lehrer-Job. Und mit dem eigenen Unternehmen könnte er endlich vieles anders machen, als er es in seinem Ausbildungsbetrieb damals gelernt hatte.

Keine Chance für Verschwendung

Statt schnelltrocknenden Nitrolacken kommen bei ihm nun biologische Öle oder Lacke auf Wasserbasis zum Einsatz, seine Hölzer bezieht er konsequent aus Europa und aus Verschnitt-Teilen stellt er kleine Design-Objekte her – nur, was sich wirklich nicht mehr weiterverarbeiten lässt, kommt in den Ofen, mit dem er seine Wohnung heizt. „Ich versuche, CO2-neutral zu produzieren und ersetze auch Werkzeuge erst, wenn sie sich nicht mehr reparieren lassen“, berichtet Hanjo Bergeest.

Bei der Planung der Selbstständigkeit hat Hanjo Bergeest auch die Unterstützung der hei. in Anspruch genommen

Einzelstücke mit hohem Anspruch: Design und Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund Foto: Hanjo Bergeest

Liquiditätsplanung bei der hei. gelernt

Das hat sich für den jungen Existenzgründer bislang auch finanziell ausgezahlt: Seine Werkstatteinrichtung hat er gebraucht übernommen und konnte so auf eine Anschubfinanzierung von der Bank verzichten. „Expansion ist schon mein Ziel. Fremdkapital werde ich aber erst in Anspruch nehmen, wenn mein Geschäft weiter wächst“, so der Tischler und Designer. In der ersten Phase setzte Hanjo Bergeest auch auf Unterstützung durch die hei. Aus dem Scheckheft wählte er sich Seminare zum Thema Liquiditätsplanung sowie Marketing und Vertrieb aus. Von den hei. Schulungsleitern ist der Gründer noch heute begeistert: „Da hat man wirklich gemerkt, dass da jemand kompetent ist und einen wirklich fördern will.“

„Sucht Euch kompetente Ansprechpartner!“

Mit Profis zusammenzuarbeiten, das ist ein Tipp, den er auch anderen Menschen mitgeben möchte, die über eine Existenzgründung in Hamburg nachdenken. „Traut Euch ruhig, die alten Hasen in Eurem Geschäftsfeld anzusprechen. Hört zu, nehmt etwas von ihren Erfahrungen mit, lasst Euch inspirieren! Wer meint, dass er alles schon kann, wird nach der Gründung meist schnell eines Besseren belehrt.“

HABE Lago Detailansicht

Bei der Existenzgründung mit Profis zusammenarbeiten, empfiehlt Hanjo Bergeest Foto: Hanjo Bergeest

HABE Design auf Award-Kurs

Neben Möbelstücken wie dem Bett „Descanso“, seinem „Cubo“-Möbelsystem, das sich von der Wickelkommode in ein Sideboard oder eine Spielkiste verwandeln lässt, und dem eleganten nierenförmige Ess- und Schreibtisch „Lago“ entwirft Hanjo Bergeest seine Spielzeugautos HABE cars, Prototypen und Einzelfertigungen nach Kundenwunsch, und bietet Interiordesign und Produktdesign. Seine Produkte sind in ausgewählten Online-Designstores und in Möbelgeschäften in Deutschland und Dänemark erhältlich. Mit seinem nordisch-schlichten Design ist „Cubo“ übrigens gerade für den German Design Award 2017 nominiert. Das hei. Team drückt die Daumen!

 

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