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Artikel vom 30. Januar 2019

Gründerstory: Mit Tee in den Olymp

Aroma Olymp

Gründer Alexis in seinem Hamburger Büro. Unter dem Namen „Aroma Olymp“ vertreibt der studierte Sozialökonom Bio-Naturprodukte aus Griechenland. Foto: WHY

Aufgewachsen ist er in St. Pauli, aber die Sommer verbrachte Alexander Cowell stets bei Oma in Griechenland. Die war nicht nur passionierte Köchin, sie führte den 29-jährigen Existenzgründer mit griechisch-deutschen Wurzeln an hochwertige Produkte der Region heran und legte damit den Grundstein für seine Geschäftsidee. Unter dem Namen Aroma Olymp vertreibt der studierte Sozialökonom Bio-Naturprodukte aus Griechenland wie Heilkräuter, Gewürze und Öle über das Internet, Messen und Märkte. Das Herzstück aber ist ein Tee. 

Alexis, Kräutertees sind echte Lifestyle-Produkte geworden. Dein „Handgeernteter Griechischer Bio-Bergtee von Olymp“ kommt eher bodenständig daher. Was macht ihn so außergewöhnlich?

Griechischer Bergtee ist nicht nur ein richtig guter Heiltee bei Erkältung und Magenbeschwerden, er schmeckt auch super. Traditionell wird er mit Honig und Zitrone zubereitet, so kriegt er im Winter einen tollen Punsch-Charakter. Im Sommer trinkt man ihn als erfrischenden Eistee, den auch Kinder lieben. Die Griechen schätzen ihn seit der Antike wegen seiner ausgleichenden Wirkung und zur Stärkung der Geisteskraft.

Vor der Gründung hast Du als Assistent der Geschäftsführung in der Windenergie-Branche gearbeitet. Wie kamst Du zum Tee?

In meinem ersten Job habe ich viel gelernt, aber schnell gemerkt, dass ich so nicht arbeiten möchte. Während meiner Weltreise kam ich auf Jamaika mit einem sozialen Künstler-Projekt in Kontakt, das hat mich menschlich sehr inspiriert. Wieder in Deutschland habe ich im Projektmanagement in der Entwicklungszusammenarbeit bei der GFA Consultinggroup gearbeitet. Aber von Anfang an nur drei Tage die Woche, um Zeit für meine Gründung zu haben. Mein Geschäft soll langsam wachsen – in jedem Fall nicht schneller als ich selbst.

Aroma Olymp

Alexis mit einer Produzentin in Griechenland. Foto: Aroma Olymp

Was heißt das für Deine Geschäftsentwicklung?

Ich möchte ein stabiles Fundament schaffen und wissen, was die einzelnen Schritte bedeuten. Das fehlt im Top-Management oft. Anfangs habe ich zusammen mit Freunden bergeweise Tee selbst verpackt, das will ich nicht missen. Mittlerweile übernehmen das die Elbewerkstätten. 2017 habe ich viel ausprobiert – auch PR-Maßnahmen. Ich mache Verkostungen auf Festivals, Messen oder Märkten, das kommt gut an. Und ich nutze das Social Web. Das Influencer-Marketing will ich in diesem Jahr ausbauen und Kooperationspartner suchen, um den Shop bekannter zu machen. In Hamburg beliefere ich mittlerweile 25 Tee-, Bio- und Spezialitätengeschäfte, das hat sich gut entwickelt. Auch die Preisgestaltung war ein Lernprozess. Ich neige dazu, erst an andere zu denken, bevor ich an mich denke. Aber langfristig muss ich von meinem Geschäft leben können. Für meine Kunden lohnt es sich nur, wenn es sich auch für mich lohnt.

Wie hast Du Deine Produzenten gefunden und wie sicherst Du die Qualität?

Ich habe im Internet recherchiert und bin 2017 in Griechenland umhergereist, um Bauern zu treffen. Im Weihnachtsgeschäft 2017 habe ich im Onlineshop den ersten Testlauf gemacht. Über SEO und Facebook-Anzeigen kam immer mehr Zulauf, auch Unternehmen haben mich angesprochen und Geschenke für Kunden oder Mitarbeiter bestellt. 2018 habe ich mich mit der Biohändler-Zertifizierung auseinandergesetzt. Ein halbes Jahr dauerte es, bis ich das Zertifikat hatte, die Vorgaben sind sehr aufwendig. Aber das Siegel war wichtig, weil es die Professionalität der Bauern unterstreicht und die Philosophie, die ich mit Aroma Olymp verfolge.

Aroma Olymp

Produkt-Shooting für die Website. Foto: Katrin Gottschalk Photography

Hast Du finanzielle oder andere Hilfe bekommen?

Anfangs habe ich drei Tage in Teilzeit gearbeitet, irgendwann musst du aber alle Energie in die Gründung stecken. Da ich langsam gewachsen bin, reichten die Ersparnisse aus dem Job davor. Aber ich habe Profis gesucht, die mir auf die Sprünge halfen. Vom Social Impact Lab auf St. Pauli wurde mir die Hamburger ExistenzgründungsInitiative empfohlen. Das Beratungsgespräch war super, mit dem hei.scheckheft habe ich das Seminar Liquiditätsplanung besucht, die Tabelle aus dem Seminar ist immer noch Gold wert. Die Netzwerk-Broschüre Who is Who der hei. ist prima, um zu sehen, welche Ansprechpartner es noch in Hamburg gibt.

Was rätst Du Menschen, die in Hamburg gründen wollen?

Seid geduldig! Im Social Web sieht alles einfach aus, aber es müssen viele Schritte gemacht werden, das braucht Zeit und Muße. Außerdem sollte man nicht krampfhaft an etwas festhalten, sondern den Prozess annehmen und immer mal Bilanz ziehen: Will ich Druck rausnehmen und nebenbei einen kleinen Job machen? Oder nehme ich einen Kredit auf und hebe das Ganze auf die nächste Ebene? Es gibt immer Optionen. Wenn man sich das klar macht, kann man nachts gut schlafen.

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