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Artikel vom 25. Juli 2019

Gründerstory: Mit fermentiertem Tee auf die eigenen Füße

Rho Kombucha

Rho Kombucha-Gründer Jennifer und Oliver. Foto: Nadja Hansen, WHY

In seiner Küche hatte Oliver bereits mit Kombucha experimentiert. Aber wie macht man daraus ein Geschäft? Als Werkstudent in einem Startup lernte er dann Jennifer kennen – und für den Wirtschaftsingenieur und die Brand Managerin stand fest: Wenn wir gründen, dann zusammen. Seit Januar 2019 produzieren die beiden ihren Rho Kombucha – und haben ein ganz eigenes Rezept entwickelt.

Ohne Branchenerfahrung – aber mit klarem Ziel

Der Anfang war ein Sprung ins kalte Wasser. „Wir sind ohne Branchenerfahrung gestartet, und auch wenn meine Oma schon Kombucha gemacht hat, hatten wir keine Ahnung, wie man die Heimherstellung skalieren kann“, erzählt die 28-Jährige. Um sich schlau zu machen, flogen die Gründer nach London, besuchten Kombucha-Brauereien und befragten Experten. Weil sie die lebenden Kulturen in dem fermentierten Getränk erhalten und nicht pasteurisieren wollten, entschieden sie sich für die japanische, „rohe“ Fermentation. „Der griechische Buchstabe Rho steht in der Physik für eine hohe Dichte, und wir haben eine sehr hohe Dichte an Bakterien und Säuren“, so Jennifer.

Die erste eigene Produktion

Das Finden der Produktionsstätte war alles andere als einfach: „Letztlich braucht man eine ähnliche Infrastruktur wie eine Brauerei, aber eine Zusammenarbeit mit Craftbierbrauern kam nicht in Frage, weil sich unsere Pilze mit Hefekulturen überhaupt nicht vertragen“, erzählt Oliver. Eine eigene Produktion musste hochgezogen werden. Aber allein die Suche nach einem geeigneten Ort dauerte Monate. Inzwischen haben die Jungunternehmer eine zentral gelegene Lagerhalle gefunden, in der ihre kleine Brauerei in zwei Doppelcontainern untergebracht ist. Dort entstehen neben der traditionellen Sorte auch Geschmacksvarianten wie Ingwer und Rosa Pfeffer.

Rho Kombucha

Aktuell gibt es Rho Kombucha in den Sorten „Original“, „Ingwer – Limette“ und „Hibiskus – Rosa Pfeffer“. Foto Nadja Hansen, WHY

Die weibliche Zielgruppe erreichen

„Unsere Zielgruppe sind Frauen, die auf ihre Gesundheit achten“, erzählt Jennifer, die nach einer Ausbildung zur Kommunikationsfachwirtin Brand Management studiert und schon immer ein Faible für Lebensmittel hatte. „Wir werben vor allem für den tollen Geschmack, auch weil es verboten ist zu sagen, es sei gesund“, erläutert die 28-Jährige. Mit maßgeschneiderter Werbung – u. a. mit Yogalehrerin Constanze, die als Markenbotschafterin im Sidehotel Yogaveranstaltungen macht, Tastings bei Hobenköök, Sponsoring auf den Yogi Days, Seminaren und Influencer-Marketing – will sie ihre Zielgruppe erreichen.

Synergien durch die hei.

Einen Geschmack haben die Gründer jedenfalls gleich getroffen: Den ihres Bankberaters, der das Getränk probierte und klarstellte: „Ich bin dabei.“ Die Finanzierung floss in den Aufbau der Produktion, in die Miete und in die Anmeldung der Marke. Unterstützung kam auch vom Gründerkompetenzzentrum. „Rita Mirliauntas, die schon über 1600 Startups begleitet hat, hat uns auch bei der Planung der Finanzierung geholfen, die ist der Hammer“, freut sich Oliver.

Auch bei der hei. fanden die Gründer wertvollen Input. „Beim ersten Termin hat Frau Bachmann uns grundsätzlich beraten, nach Finanzierung und Businessplan gefragt und viele Anregungen gegeben, die uns beim nächsten Schritt sehr geholfen haben“, berichtet Jennifer. „Der hei.ideenplan half, uns zu fokussieren und das Konzept einmal komplett aufzuschreiben.“ Beim hei.gründerfrühstück schenkten sie „als kleine Marktforschung“ ihren Kombucha aus und suchten „gezielt nach Kooperationspartnern mit bestehenden Strukturen, um Synergien zu schaffen“. Und über Kontakte aus dem hei.scheckheft fanden sie Experten, die sie bis heute intensiv beraten.

Rho Kombucha

Oliver am Kombucha-Kessel: Die Jungunternehmer haben eine zentral gelegene Lagerhalle in Hamburg gefunden, in der ihre kleine Brauerei in zwei Doppelcontainern untergebracht ist. Foto: Nadja Hansen, WHY

Logistische Hürden meistern

Nach dem erfolgreichen Launch warten schon die nächsten Herausforderungen. Neben der Frage, wie die Produktion weiter hochgefahren werden kann, welche Maschinen und wieviel Personal nötig ist, müssen sich die Unternehmer mit dem seit Januar gültigen Verpackungsgesetz auseinandersetzen. „Wir haben eine Sonderflasche, die nicht in den Pool des Getränkezwischenhandels passt, aber trotzdem zu uns zurück soll, das müssen wir lösen“, erläutert Oliver. Wichtig sei es, bei den vielen To Dos „aus dem Tunnelblick immer wieder in die Vogelperspektive zu kommen, sonst verrennt man sich“, finden beide. „Man muss nicht nur einen guten Plan haben, sondern auch – wenn nötig – von ihm abweichen können.“

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