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Artikel vom 29. April 2020

Gründerstory: Französisch sprechen wie ein Muttersprachler

Sprachschule

Wollte nicht „nur nebenbei“ gründen: Sonia Schilling-Dauvergne, Gründerin der Sprachschule „Cocorico“. Foto: Cocorico

Sonia Schilling-Dauvergne weiß, wie es sich anfühlt, in zwei Sprachheimaten zu Hause zu sein. In Frankreich aufgewachsen, besuchte sie schon als Kind mehrmals im Jahr ihre deutsche Großmutter. Ihre Ehe brachte die heute 50jährige dann endgültig nach Deutschland; ihre drei Kinder wachsen selbstverständlich zweisprachig auf. Kleinen Menschen im besonders aufnahmefähigen Alter die französische Sprache auf Native-Speaker-Niveau beizubringen, das ist das Ziel von „Cocorico“, ihrer vor drei Jahren gegründeten Sprachschule.

Frau Schilling-Dauvergne, schon der Name Ihrer Sprachschule klingt wie ein Weckruf. Dennoch sind Sie erst spät auf die Idee gekommen, Sprachlehrerin zu werden. Wie kam es dazu?

„Cocorico“ ist das französische „Kikeriki“, und der Hahn ist das Wappentier der Franzosen, das spricht wunderbarerweise gleich mehrere Sinne an. Zur Gründung der Sprachschule hat klar meine eigene Geschichte beigetragen: Als ich vor 25 Jahren aus beruflichen Gründen nach Deutschland kam, war Deutsch längst zu einer zweiten Muttersprache geworden – durch die Zeit bei der Großmutter und weil ich eine internationale Schule besucht hatte. Nach meinem Wirtschafts- und Jurastudium war ich aber erstmal über 20 Jahre in der internationalen Finanzbranche unterwegs, mit Stationen in Luxemburg und London, bis mein Mann vor 15 Jahren nach Hamburg versetzt wurde und wir unsere Familie gründeten.

Und dann begannen Sie, nach Angeboten für Kinder zu suchen?

Ja, in der Kita gab es ein bisschen Englischunterricht, sonst nichts. Ich dachte: Das kann nicht sein, Frankreich ist eins der Lieblingsreiseziele der Deutschen und die EU basiert auf der deutsch-französischen Freundschaft. Ich bin ja selbst mit dem Gefühl aufgewachsen, dass es noch eine andere Sprache gab – das finde ich wichtig. Denn ich bin überzeugt und es ist wissenschaftlich bewiesen: Nur als Kind, möglichst vor dem neunten Lebensjahr, lernt man die Sprache akzentfrei, da man sie intuitiv aufnimmt: Es gibt für einen Gegenstand eben zwei Bezeichnungen. Später beginnt man zu übersetzen, das ist nicht das Gleiche.

Sprachen lernt man am besten als Kind

Am besten lernt man Sprachen noch vor dem neunten Lebensjahr – die Sprachschule „Cocorico“ hilft beim Französisch-Lernen. Foto: Cocorico

„Cocorico“ ist ja obendrein sehr mobil. Beschreiben Sie uns Ihr Konzept?

Das Ziel ist es, den Kindern als Muttersprachler von klein auf die französische Sprache zu vermitteln und sie für Land und Kultur zu begeistern. Durch Gucken, Hören, Nachmachen und Begreifen werden alle Sinne eingebunden, die Sätze werden situativ erfasst, so, wie man seine Muttersprache lernt. Das Besondere an „Cocorico“ ist, dass die Kurse direkt in der Kita, in Grund- oder weiterführenden Schule angeboten werden. Die Kinder bleiben in ihrer vertrauten Lernumgebung, und die Eltern müssen nicht hin- und herfahren.

Sie kommen aber aus einem völlig anderen Bereich. Wie haben Sie sich zur Sprachlehrerin fortgebildet?

Da ich nicht aus der Pädagogik komme, habe ich, um lehren zu können, ein Lehrerdiplom nachgeholt. Dafür habe ich ein Aufbaustudium im Fach Französisch als Fremdsprache bei der Alliance Francaise in Paris gemacht.

Die Sprachschule "Cocorico" bietet auch Videostunden an.

„Cocorico“ will von klein auf für die Sprache und das Land Frankreich begeistern. Foto: Cocorico

Und wie haben Sie die geschäftliche Seite umrissen?

Als die Gründung konkreter wurde, wusste ich, dass ich das nicht nebenbei machen wollte. Ich habe also meinen Job bei der Bank gekündigt. Das Arbeitsamt empfahl mir die hei. und die Lawaetz-Stiftung. Ich komme ja aus dem Bereich Finanzen und weiß, wie man neue Geschäftsfelder aufsetzt. Aber von der hei. zu hören „das ist sinnvoll, das könnte funktionieren“ war als Bestätigung wichtig. Super waren auch die hei.-Seminare zu den Themen Steuern, Buchhaltung, Elevator Pitch, Selbstdarstellung und Empfehlungsmarketing. Frau Bachmann hat mir vor allem empfohlen, das Ganze erstmal „klein“, als Freiberufler mit externen Lehrkräften zu beginnen und nicht gleich eine GmbH aufzusetzen und Lehrer einzustellen. Für den Start war das genau richtig. Im Moment unterrichten wir in Hamburg vor allem in Eimsbüttel und Harvestehude, aber ein Franchise-Konzept für ganz Deutschland wäre mein Traum.

Was legen Sie anderen Gründern ans Herz?

Unbedingt den Hamburger Gründertag zu besuchen! Dort nutze ich jede Minute, um Fachgespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen. Man bekommt alle Fragen beantwortet und verzettelt sich nicht zwischen Seminaren und Terminen. Entscheidend ist es, sich zu fokussieren. Ich hatte anfangs noch Anfragen für Übersetzungen, aber der Tag hat nur 24 Stunden, und man darf nie aus den Augen verlieren, was man eigentlich will. Auch wenn das eine finanzielle Durststrecke bedeutet. Aber ich bin Überzeugungstäterin! Und flexibel. Für das Zu-Hause-Lernen meiner jungen Schüler habe ich gerade ein digitales Angebot entwickelt und biete auch Videostunden an.

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