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Artikel vom 01. Dezember 2017

Gründerstory “Schweiz Ahoi”: Gastro-Einsteiger holen die Schweiz an die Elbe

Schweiz Ahoi - Für Käseliebhaber eine neue Adresse in Hamburg

Existenzgründung mit eigener Gastronomie: Petra und Reto gründeten das “Schweiz Ahoi” im Eppendorfer Weg. Foto: Google/Schweiz Ahoi privat

Vor elf Jahren lernten sich Petra und Reto in Köln auf einer Büromesse kennen. Sie Wahlhamburgerin, er Eidgenosse aus Bern. Seit Anfang Oktober betreiben die gelernten Kaufleute ein Schweizer Restaurant – und das mitten in Hamburg. Doch ihr Entschluss, mit über 50 zu gründen und mit „Schweiz Ahoi“ das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen, scheint sich auszuzahlen: Der kleine Gastraum in Eppendorf ist seit Wochen gut gefüllt. Für die Gründer ein Volltreffer, aber auch eine Herausforderung.

Reto und Petra, Ihr habt Euer ganzes Berufsleben im Büroausstatter-Metier verbracht und hattet eine sichere berufliche Existenz. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Euch in einer neuen Branche selbstständig zu machen?

Reto: Ein eigener Laden war immer unser Traum. Wir lieben es, Gastgeber zu sein! Auch wenn die Tage lang sind, ist es völlig anders, als im Büro zu sitzen. Aber das war keine Blitz-Entscheidung. Vor acht Jahren zog Petra zu mir nach Bern, und jedes Mal, wenn wir unsere Hamburger Freunde besuchten, hatten wir Schweizer Käse im Koffer. Diesen riss man uns förmlich aus den Händen. Das brachte uns auf die Idee, etwas mit Schweizer Käse zu machen.

Im Schweiz Ahoi gibt es Raqlette, Käsefondue und leckere Weine

Das Restaurant “Schweiz Ahoi” dient den beiden Gründern auch als Vertriebsstrategie für Schweizer Spezialitäten. Foto: Nadja Hansen WHY

Euer Claim „Wir bringen Hamburg zum Schmelzen“ klingt vollmundig. Wusstet Ihr, worauf Ihr Euch einlasst?

Petra: Am ersten Tag standen um Punkt 18 Uhr dreißig Leute vor der Tür. Wir wurden schier überrannt. Klar, wir sind keine Köche, aber ich bin überzeugt, dass man vor allem kaufmännisches Wissen für diesen Schritt braucht. Der Laden ist unsere Vertriebsstrategie für Schweizer Spezialitäten. Wir arbeiten mit ausgesuchten Betrieben und bekommen als Direkt-Käufer gute Konditionen. Raclette und Fondue sind typische Mitmach-Essen. Insofern wird bei uns wenig gekocht, aber viel vorbereitet.

Wie kommt es, dass Euch Eure Zielgruppe so schnell gefunden hat?

Petra: Die Lage des Ladens war uns sehr wichtig! Nach einem Jahr wurden wir im Eppendorfer Weg fündig. Lage und Klientel passen perfekt, und wir sind in sechs Minuten zu Hause; für alle, die lange arbeiten, ein wichtiger Punkt. Mundpropaganda und unser großer Freundeskreis taten ein Übriges. Etwas Außergewöhnliches spricht sich immer rum.

Auch ohne gastronomische Ausbildung glauben die Gründer an ihren Erfolg.

Petra und Reto starten als Seiteneinsteiger mit eigenem Restaurant in Hamburg durch. Foto: Nadja Hansen WHY.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag im „Schweiz Ahoi“ aus?

Reto: Morgens schnibbeln wir Gemüse und portionieren Käse, abends übernehmen wir im Wechsel Küchendienst und Service. Ich erzähle gerne aus meiner Heimat, und erkläre zum Beispiel, dass beim Raclette nur der Käse ins Pfännchen gehört… 17-Stunden-Tage sind natürlich anstrengend, deshalb optimieren wir unsere Prozesse ständig: Produkte aus der Schweiz und vom Bio-Bauern werden direkt in den Laden geliefert, das spart Zeit. Außerdem bereiten wir für mehrere Tage vor, so haben wir vormittags auch mal frei.

Ihr habt einen doppelten Neustart gewagt. Hat es Vorteile, mit über 50 zu gründen oder gab es auch Startschwierigkeiten?

Reto: Man verfügt über mehr Lebenserfahrung und ist im Idealfall abgesichert. Die Handelskammer war von unserem Businessplan begeistert, hat uns aber trotz Eigenkapital empfohlen, einen kleinen Kredit aufzunehmen. Letztlich haben wir aber alles aus eigenen Mitteln gestemmt, darauf sind wir stolz.

Petra: Seminare zur „Existenzgründung in der Gastronomie“ und die „Hackfleischprüfung“ waren für uns Seiteneinsteiger Pflicht. Beim Handelskammer-Seminar zum Businessplan lernten wir außerdem Frau Bachmann von der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative kennen.

Schweiz Ahoi wird künftig auch Events und Catering anbieten

Auch Events und Catering will das “Schweiz Ahoi” neben dem regulären Restaurantbetrieb zukünftig anbieten. Foto: Google/Schweiz Ahoi privat

Wie sah die Unterstützung durch die hei. konkret aus?

Reto: Schon im kostenlosen Erstgespräch wurden unsere wichtigsten Fragen beantwortet! Da sitzen überaus erfahrene Sparringspartner und hier laufen alle Fäden zusammen. Vom Gründercoaching über die Finanzierung bis zu den Räumlichkeiten reicht die Hilfe. Und auch die nächsten Schritte werden eingeleitet: Frau Bachmann gab uns das hei.scheckheft mit den Wertgutscheinen, das haben wir für Seminare zu Versicherung und Steuern, Social Media und Marketing genutzt. Wirklich tolle Seminare mit sehr guten Referenten!

Wie sehen Eure Pläne für die Zukunft aus?

Reto: Kleine Events und Catering sind in der Planung, und mit dem Verkauf von eigenen Gläsern und Schweizer Premium Produkten als Zusatzgeschäft haben wir schon begonnen. Expandieren wollen wir nicht. Wir bleiben eine kleine, feine Käseküche.

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