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Artikel vom 21. Februar 2018

Gründerstory: Zero Waste – Sack zu für eine plastikfreie Welt!

Zero Waste - unter diesem Motto vertreibt die Gründerin von Greenderella Bio-Beutel für den Einkauf.

Bio-Beutel für eine plastikfreie Welt – mit „Greenderella“ und einer Zero Waste-Idee machte sich Franziska Schleiter 2015 selbstständig. Foto: Nadja Hansen (WHY)

Die Mission stand klar über dem Businessplan, und so hat sie einfach darauf verzichtet. Dass Franziska Schleiter mit ihren wiederverwertbaren Bio-Beuteln trotzdem erfolgreich ist, erklärt sich nicht nur aus der richtigen Idee zur richtigen Zeit, sondern aus der festen Entschlossenheit der 32-jährigen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Oberstes Ziel: Plastikmüll vermeiden . Oder in ihren Worten: Big things can happen, let´s spread some good vibes.

Franziska, du hast Musikwissenschaften studiert, bist Sängerin der Flower-Power-Band „The New Love Generation“ und hast nebenbei als Greenderella über Umweltthemen gebloggt. Wie kam die Idee zu den Bio-Beuteln?

Nachdem ich die Doku „Plastik Planet“ gesehen hatte, war ich entsetzt, dass der Ozean mit über 650 Tonnen Plastik pro Stunde verschmutzt wird! Mein Neujahrsvorsatz für 2013 stand: einen Monat lang ohne Plastik leben. Mein Konsumverhalten hat das total verändert, aber ich habe gemerkt, wie schwierig es ist: im Supermarkt gab es z.B. nur Plastiktüten zum Abwiegen. Ich fing an, nach Alternativen zu suchen und merkte schnell, dass auch mein Umfeld riesiges Interesse daran hatte. Das war meine Chance, etwas zu tun, das die Welt positiv verändern kann. Nach so einem Hebel habe ich immer gesucht!

Zero Waste - Einkaufen ohne Plastiktüte

Zero Waste – weg mit dem Plastik. Mit den Bio-Beuteln von Greenderella funktioniert der Einkauf ganz ohne Plastiktüte. Foto: Greenderella

Von der guten Idee bis zur Geschäftsgründung müssen aber viele Hebel in Bewegung gesetzt werden. Was war der erste?

Die Produktion. Ich wollte in Deutschland produzieren lassen, wurde aber nirgends fündig. Nach langer Internetrecherche habe ich in Indien jemanden gefunden, der GOTS-zertifiziert arbeitet, also fair und nach Bio-Richtlinien. Die Abstimmung war allerdings langwierig: Produktmuster mussten hin und her geschickt werden. Dazu kamen Labortests und Zollabfertigungen. Obwohl ich schon im Mai 2015 gegründet habe, kamen erst im Januar 2016 die ersten Beutel auf den Markt.

Gleich im ersten Schritt ins internationale Business? Wie hast du dich als Branchen-Neuling da reingefuchst?

Ich habe völlig blauäugig losgelegt, ohne mich nach Zuschüssen zu erkundigen, mit 5.000 angesparten Euros in der Tasche. Aber ich hatte den Rückhalt meiner Familie und im Freundeskreis bin ich umgeben von Gründern, das motiviert, weil du siehst: die haben es gewagt und geschafft! Außerdem arbeite ich nebenbei im Unternehmen meines Bruders, er vertreibt 3D-Brillen über das Internet. Da bekam ich wertvolle Tipps für den Onlinevertrieb. Jetzt, wo das Business wächst, will ich mich aber unbedingt noch weiter fortbilden.

Und dann bist Du doch zur hei. gegangen. Wie konnte sie dich unterstützen?

Meine Freundin Nicole von UrbanSwag, die zeitgleich gegründet hat, hat mir die hei. empfohlen. Ich hatte ein tolles Gespräch mit Frau Bachmann, habe das Scheckheft bekommen und mich für diverse Seminare angemeldet: Alles rund um Finanzen aber auch Themen wie „Herausforderungen in den ersten 5 Jahren“ oder „Das papierlose Büro“ sind super interessant für mich. Auch zum hei.gründerfrühstück will ich unbedingt.

Zero Waste bedeutet täglicher Einkauf ohne Plastikmüll zu produzieren.

Zukunftspläne für weniger Müll: Als nächstes stehen ein Online-Shop und ein eigener YouTube-Kanal auf dem Zettel der Greenderella-Gründerin. Foto: Nadja Hansen (WHY)

In der Blogger-Szene bist du schon länger als Greenderella unterwegs. Was tust Du noch, um Deine Beutel bekannt zu machen und an den Mann zu bringen?

Seit 2010 bin ich Bloggerin, erst mit grünen Rezepten, dann kamen immer mehr Umweltthemen dazu. Eine Freundin hat das Treehugger-Logo entwickelt, das habe ich auch für die Beutel benutzt und Greenderella inzwischen als Marke schützen lassen. Erst habe ich über den Blog verkauft und auf Märkten, dann kamen Etsy und Amazon dazu. Amazon ist teuer, aber ich wollte wahrgenommen werden und habe dort gleich gut verkauft. Das Thema Zero Waste ist einfach aktuell und die Nachfrage ist da. Aber wenn man als Selbstständiger davon leben will, muss man sich breiter aufstellen.

Was unterscheidet deine Beutel von anderen? Fürchtest du Nachahmer?

Mir ist es wichtig, neben der Plastikvermeidung auch einen positiven Beitrag zur bereits bestehenden Umweltverschmutzung zu leisten, deshalb gehen 5% bei mir als Spende an „The Ocean Cleanup“. Dass es Nachahmer gibt, sehe ich eher positiv. Je weniger Plastik, desto besser, da bin ich gerne Vorreiterin.

Was sind deine Pläne für die nächste Zeit?

Ich will mich verstärkt an Händler wenden. Bei „OHNE, der verpackungsfreie Supermarkt“ und „Maas Naturwaren“ bin ich u.a. bereits vertreten. Meine Website wird überarbeitet, der Blog erweitert und es wird in Kürze einen eigenen Shop geben. Mit einer Freundin werde ich unter dem Label „Greenderella“ einen YouTube-Kanal machen, der sich auf Umweltthemen fokussiert. Ich kann mir auch andere Verpackungsformen vorstellen, Ideen habe ich schon. Ich will die Marke und das Thema jetzt richtig pushen! „Grün“ leben bedeutet nicht nur Opfer, es ist wahnsinnig bereichernd. Spread the message!

 

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