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Artikel vom 01. April 2026

hei.gründer:innenstory: Luciana Yllanes Perea – die Event-Managerin

Gäste glücklich zu machen durch gelungene Events – dafür wird hinter den Kulissen hart gearbeitet. Luciana Yllanes Perea sorgt mit ihrer Eventagentur „Hey!Lu“ dafür, dass Location, Deko, Musik und vieles mehr stimmig sind, damit ihre Veranstaltungen wie  Disco Bingo oder Retro Latin Party zum Erfolg werden. Die Event-Managerin hat dabei eine bestimmte Community besonders im Blick.

In diesem Blogartikel erzählt Luciana von ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

Foto: Alexander Bentheim

 

Das Interview mit Luciana von Hey!Lu:

 

Luciana, wie kamst Du auf die Idee, Dich mit der Organisation und Durchführung von Events, für die Spanisch sprechende Community in Hamburg selbstständig zu machen?

„Ich organisiere gerne Tanzveranstaltungen, denn Tanzen ist immer schon mein Hobby gewesen. Meine Mutter behauptet, ich hätte getanzt, bevor ich laufen konnte. Die Kenntnisse für die Gründung meiner Eventagentur „Hey!Lu“ habe ich in der Veranstaltungsbranche auf Mallorca gesammelt. Nachdem ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich meine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau anerkennen lassen. Ich habe dann zweieinhalb Jahre als Booking Assistentin in einer Künstleragentur gearbeitet und noch eine Weiterbildung als Event-
Managerin gemacht.

Als ich in die Beratung  vom Projekt Migrant Female Business (MiFeB) von der Arbeitsge-meinschaft selbstständiger Migranten gekommen bin, hatte ich viele Ideen und habe zu der Beraterin einfach nur gesagt: ‚Ich möchte selbständig sein und Partys veranstalten.` Sie hat mir dabei geholfen, mich zu fokussieren und meine Zielgruppe zu definieren. Da ich viele Kontakte in die Community habe, lag es nahe, mit Events für diese Gruppe zu starten. Mein Wunsch ist es, die Zielgruppe zu erweitern.

Ich organisiere auch private Feiern, kulturelle oder geschäftliche Events, Konzerte oder Open-Air-Veranstaltungen. Ich kümmere mich auf Wunsch um alles, angefangen bei der Licht- und Tontechnik über  Dekoration und das Catering bis hin zu Auftritten von Künstlern oder DJs.  Ich möchte, dass die Agentur sich zu etwas Größerem entwickelt.“

 

 

Du bist im Sommer 2025 in die Selbstständigkeit gestartet. Was sind die Gründe dafür, dass Du Dich entschieden hast, das nebenberuflich zu tun? Und würdest Du aufgrund Deiner bisherigen Erfahrungen auch anderen empfehlen, zuerst einmal im Nebenerwerb selbstständig zu werden?

„Gerade als Ausländerin, die etwas Neues anfängt, hast du Angst, dass etwas schiefläuft. Man weiß nicht, ob die Partys angenommen werden und wenn ja, wie oft im Monat. Die Angst habe ich eigentlich immer noch, obwohl meine bisherigen Veranstaltungen gut ankamen. Hätte ich das Kapital für ein Jahr gehabt, hätte ich an meiner Geschäftsidee 24 Stunden am Tag gearbeitet und mich voll darauf konzentriert. Mit meinem Vollzeit-Job in der Reservierungsabteilung eines großen Hotels ist die Unternehmensgründung eine große Herausforderung. Zum Glück unterstützt mich mein Mann Tobias. Er hilft bei der Dekoration, beim Einlass und dreht Videos von den Veranstaltungen für meinen Insta-Kanal. Auch von Freunden bekomme ich Hilfe.
Ob ich anderen empfehlen kann, auch im Nebenerwerb zu gründen, würde ich unter anderem von der Branche abhängig machen.“

 

Foto: Alexander Bentheim

 

Und zum Schluss: Hattest Du schon Gedanken an die Selbstständigkeit, als Du 2013 nach Deutschland, gekommen bist?

„Ich wurde in Peru geboren und bin auf Mallorca aufgewachsen. Meine Mutter wohnt in Neumünster und mein ursprünglicher Plan war, sie  dort für ein halbes Jahr zu besuchen. Ich habe mich dann für ein Studium an der Uni beworben, doch das hat nicht geklappt. Obwohl ich nie beabsichtigt hatte, dauerhaft hierzubleiben, habe ich Deutsch gelernt. Neumünster war mir zu klein. Also bin ich mit einem Rucksack und einhundert Euro im Portemonnaie nach Hamburg gezogen. Hier fühle ich mich sehr wohl. Meine ersten Jobs hier waren im Einzelhandel und als Barkeeperin in der Großen Freiheit 36 – und zwar parallel.

Erst zehn Jahre nach meiner Übersiedlung nach Deutschland, wuchs der Gedanke an eine Selbstständigkeit in mir. Ich habe meinen Job in der Künstleragentur gekündigt, weil es mir nicht erlaubt war, in der selbem Branche selbstständig zu arbeiten. Acht Monate war ich anschließend arbeitslos und habe in dieser Zeit die Weiterbildung zur Eventmanagerin gemacht, die Deutschprüfung auf C1-Niveau bestanden und meine Agentur gegründet.

Die Idee, eigene Veranstaltungen zu organisieren, entstand aus dem Wunsch, neue Konzepte einzubringen und hochwertige Events zu realisieren. Außerdem war es mir wichtig, meine Zeit flexibler gestalten zu können – sowohl für meine Familie als auch mit Blick darauf, eines Tages vielleicht Kinder zu haben.

Auf einem Netzwerktreffen von Gründerinnen und Unternehmerinnen von MiFeB waren einige Frauen, die auch Mütter sind. Das Treffen insgesamt hat mir Mut gemacht. Ich habe mir gedacht: „Wenn so viele Frauen Erfolg mit ihrem Unternehmen haben, dann schaffe ich das auch.“

 

 

Vielen Dank für das tolle Interview und auch an Susanne Dorn, die für die Öffentlichkeitsarbeit bei asm zuständig ist und auch das Interview geführt hat.

Mehr Informationen findet ihr unter https://heylu.de/.

 

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