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Artikel vom 12. März 2018

Jimdo Gründer Detzner: „Man sollte nur gründen, wenn man auch wirklich Bock auf ein Thema hat und nicht nur, weil es ein geiler Business Case ist“

Fridel

Fridtjof Detzner, besser bekannt als Fridel, gründete Jimdo 2007 zusammen mit zwei Freunden. Foto: Jimdo

50 Aussteller, 30 Vorträge, eine Gründerlounge und viele bekannte Unternehmer-Gesichter. Auf dem Hamburger Gründertag am 24. März in der Handelskammer Hamburg tummelt sich so einiges. Unter anderem Fridtjof Detzner, Mitgründer des Hamburger Startups Jimdo, einem Online-Baukasten-System für Websites. Fridtjof – besser bekannt als Fridel – ist Unternehmer und Idealist durch und durch. Zusammen mit zwei Freunden gründete er Jimdo 2007. Was einst auf dem Bauernhof seiner Eltern begann, ist heute zu einem global erfolgreichen Unternehmen geworden. Über 20 Millionen Websites wurden bis heute mit Jimdo erstellt, über 200 Mitarbeiter arbeiten in den Büros in Hamburg Bahrenfeld und Tokio. 2015 gewann Fridel mit seinem Unternehmen den Deutschen Gründerpreis. Auf dem Hamburger Gründertag spricht Fridel über den Werdegang seines Unternehmens mit all seinen Höhen und Tiefen („10 Jahre Jimdo: Ein Hamburger Vorzeige-Startup wird erwachsen“, 16:15-17:15 Uhr im Merkur-Zimmer). Außerdem ist er mit seinem Team in der Gründerlounge zu finden. Wir haben Fridel vorab ein paar Fragen gestellt.

Was waren die größten Herausforderungen, die Du zu Beginn Deines Gründerlebens überwinden musstest?

Ich glaube, es war tatsächlich schwierig einen ganz anderen Weg als alle anderen um mich herum einzuschlagen. Viele Leute fragten, warum ich jetzt sowas mache und eben nicht den „normalen“ Weg gehe – also an die Uni und was „Solides“ studieren. Genau das war am Anfang schwer auszuhalten, weil man ja selber noch unsicher ist und immer wieder mit Rückschlägen umgehen muss. Ich würde also sagen, die größte Herausforderung war damals für mich, mit dem gesellschaftlichen Bild zu brechen und eben einfach meinen eigenen Weg zu gehen.

Jimdo

Die Jimdo-Zentrale in Hamburg Bahrenfeld. Foto: Jimdo

Wer oder was hat Dir dabei geholfen?

Das Gute war, dass ich nicht alleine gegründet habe, sondern mit Christian und Matthias zusammen. Das hat es wesentlich leichter für mich gemacht, weil wir eine kleine Gruppe waren und alle das gleiche Ziel hatten. Ich glaube, heute ist genau dieser Aspekt tatsächlich einfacher geworden, weil Gründen ein cooleres Image hat als noch vor 18 Jahren.

Gab es etwas, was Ihr 2007, als Ihr Jimdo gegründet habt, vermisst habt? Welche Unterstützung hättet Ihr Euch gewünscht?

Ich glaube tatsächlich, es fehlten uns Rollenbilder in unserem Umfeld, also Vorbilder, die das Gleiche oder Ähnliche schon gemacht hatten. Da hat zum Beispiel das Silicon Valley wirklich einen Vorteil. Es sind einfach so viel mehr Menschen da, die schon sehr ähnliche Dinge gemacht haben – über Generationen. Gründen ist dort normal, und es gibt einfach mehr Wissen darüber.

Ihr musstet mit Jimdo auch schon Krisen meistern. Ende 2016 etwa wurde ein Viertel der Mitarbeiter entlassen. Was hast du in dieser Zeit als Unternehmer gelernt?

Das war sicherlich die härteste Entscheidung, die wir bisher treffen mussten. Ich glaube, als Unternehmer muss man wirklich für sein Unternehmen einstehen und sich immer die Frage stellen, was fehlt, damit das Unternehmen den nächsten Schritt machen kann. Sich diese Frage wieder und wieder zu stellen, ist wichtig. Und es kann natürlich sein, dass man sich eingestehen muss, dass das frühere Handeln eben heute nicht mehr richtig ist und man das Unternehmen umbauen muss, damit es gut aufgestellt ist für die nächsten Schritte. Das bleibt eine große Aufgabe und ich glaube, es wäre auch falsch zu erwarten, dass es jemals leicht wird.

Welchen Tipp gibst Du jungen Gründern mit auf den Weg?

Für mich war es immer total wichtig, dass ich für mein Thema brenne. Mit einer Gründung entscheidet man sich für eine längere Zeit für ein konkretes Thema. Passion ist das Stichwort: Man sollte nur gründen, wenn man auch wirklich Bock auf ein Thema hat und nicht nur, weil man glaubt, dass es ein geiler Business Case ist.

Wohin geht die Reise? Was sind Deine Pläne für die nächsten Jahre?

Ich darf gerade viele Dinge machen. Ich bin weiterhin bei Jimdo involviert habe letztes Jahr auch eine Fernsehreihe mit Gründern in Asien gedreht. Gleichzeitig überlege ich gerade, eine neue Firma in einem ganz anderen Bereich zu gründen. Zusätzlich habe ich auch angefangen, anderen Gründern und Firmen zu helfen – wenn ich helfen kann. Ach ja, und meinen Tandem-Paragliding-Schein mache ich auch gerade – also falls mal jemand mitfliegen will… 🙂

Vielen Dank, Fridel! Wir freuen uns auf einen spannenden Hamburger Gründertag mit dir!

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