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Artikel vom 28. August 2017

Gründerstory: Direkt von der Uni in die virtuelle Welt

Existenzgründung direkt nach dem Uniabschluss

Von der Uni direkt in die Selbstständigkeit: Die drei Gründer Reza, Claudia und Tobias von omnia360 sind Experten für 360 Grad-Content und ein eingespieltes Team. Foto: Nadja Hansen WHY

„Virtual Reality wird Unternehmen und Konsumenten ganz neue Türen öffnen.“ Reza Kiani, Claudia Berger und Tobias Rempe glaubt man das sofort. Die Gründer von omnia360 sind nicht nur technikbegeistert, sie bringen auch den nötigen Background für die Umsetzung mit. Mit hochkarätigem 360 Grad-Content will das Trio bislang ungenutzte Möglichkeiten für das Marketing erschließen: Rundgänge, die dem Betrachter ein direktes Eintauchen in die Produktwelt erlauben, die Interaktionen und Perspektivwechsel möglich machen – und damit ein ganz neues Storytelling erlauben. Die hei. hat sich von den jungen Existenzgründern in ihre virtuelle Welt mitnehmen lassen.

Kaum hattet Ihr Euer BWL-Studium in der Tasche, seid Ihr mit omnia360 durchgestartet. Was hat Euch so sicher gemacht, dass Eure Geschäftsidee trägt?

Reza: Als wir auf der CeBIT 2014 die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift ausprobierten, wussten wir: das ist es. Für unsere Masterarbeit haben Claudia und ich dann ganz bewusst die Einsatzmöglichkeiten von Virtual und Augmented Reality im Marketing gewählt. Der Konsument wird hier viel stärker involviert – besonders in Verbindung mit Smartphone-kompatiblen VR-Brillen und den neuen Darstellungsmöglichkeiten auf YouTube. In unsere Rundgänge können wir Multimedia und Gamification-Elemente einbinden, die die Interaktion fördern und das virtuelle Erlebnis weiter steigern. Für das Marketing ist das absolut zukunftsweisend.

Virtual Reality

Mit der „Puppenhaus“-Ansicht werden mittels Virtual Reality alle Räume in einem Gebäude zugänglich. Foto: omnia360

Könnt Ihr uns ein konkretes Beispiel geben? Wo seht Ihr die besten Einsatzmöglichkeiten?

Claudia: Die sind fast unbegrenzt. Im Handel – z.B. beim Home Shopping – erhält man ein viel unmittelbareres Einkaufserlebnis und kann sich dem Produkt ganz anders nähern. Immobilien können von allen Seiten „besichtigt“ werden, auch der Tourismus ist ein ideales Feld: Sehenswürdigkeiten wie z.B. der Alte Elbtunnel wären perfekt für einen Rundgang, man könnte ihn mit Infos anreichern und einen Appetizer für Hamburg-Besucher schaffen.
Reza: Eines unserer aktuellen Projekte ist ein Rundgang für einen Coworking-Space, der sich an Eltern mit Kindern richtet, da kann man sich den Raum sogar aus Kinderperspektive angucken. Über die „Puppenhaus“-Ansicht machen wir alle Räume im Gebäude zugänglich. Warum nicht auch Event-Locations, Messerundgänge oder Fitnesstudios auf diesem Weg erlebbar machen?

Offenbar ergänzt Ihr Euch gut. Wer übernimmt welche Aufgaben im Team?

Claudia: Reza hat wie ich Betriebswirtschaft studiert. 2014 wechselte er aus der Mineralölwirtschaft in die „Goodgames Studios“. Bei omnia360 ist er der Mann für Finanzen und Akquise. Ich bin gelernte Medienkauffrau und habe technische BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert. Meine Expertise im Online-Marketing verbinde ich jetzt mit meiner Leidenschaft für „neue Realitäten“. Tobias, unser Experte fürs Technische, hat Medientechnik studiert und viel Erfahrung in der Video- und Post-Produktion. Für die Freezers und den HSV Handball hat er das Liveoperating in der Barclaycard-Arena gemacht. Nach dem Aus der Freezers haben wir ihn im richtigen Moment mit der Idee angesteckt, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Unsere offizielle Gründung war zum 1. Januar 2017.

Virtual Reality-Brillen machen Räume und Dinge neu erlebbar

Virtual Reality-Content als Existenzgründungsthema: omnia360 aus Hamburg wagte den Schritt von der Uni in die Gründung. Foto: omnia360

War es nicht risikoreich, direkt von der Uni in die Selbstständigkeit zu gehen? Wie finanziert Ihr Euch?

Claudia: Die Entscheidung für eine ungewisse Zukunft war nicht leicht, zumal wir auch gute Chancen auf Unternehmensseite gehabt hätten. Reza und ich arbeiten parallel in Teilzeit, damit Kranken- und Rentenversicherung abgesichert sind. Tobias ist der Einzige, der einen Gründungszuschuss bekommt, weil er aus der Arbeitslosigkeit dazukam.

Reza: Zuschüsse sind ein komplexes Thema. Die hei. war unser erster Ansprechpartner, das hat uns viel Recherche erspart. Leider war schnell klar, dass es für uns keinen Fördertopf gibt – da hätte unser Angebot innovativer oder gemeinnützig sein müssen. Die hei. hat uns darin bestärkt, einfach loszulegen. Abgesehen von den ersten großen Investitionen in technisches Equipment haben wir sparsam gewirtschaftet und hoffen, dass sich unser Einsatz bald rechnet.

Virtual Reality als Gründungsidee - das Team von omnia360 bei der Arbeit

Gegenseitige Motivation und der Austausch untereinander spielen bei einer Gründung im Team eine wichtige Rolle. Foto: omnia360

Einfach loslegen klingt sicher einfacher, als es ist. Wie habt Ihr die ersten Kunden gefunden und auf Euch aufmerksam gemacht?

Claudia: Gut fürs Selbstbewusstsein war die Erkenntnis, dass die alten Hasen in der Branche auch nur mit Wasser kochen und wir uns nicht verstecken müssen. Über Social Media-Kanäle und gezieltes Online-Marketing vergrößere ich unsere Reichweite, damit wir als Spezialisten für 360-Grad-Content wahrgenommen werden. Rezas Part ist die klassische Kalt-Akquise. Da heißt es, am Telefon kurz und knackig Interesse zu wecken. Ideal ist, wenn wir weiterempfohlen werden, wie nach unserem letzten Auftrag.

Wie konnte Euch die hei. bei der Existenzgründung unterstützen?

Tobias: Es gibt in Hamburg tolle, kostenfreie Informationsstellen wie den jährlichen Hamburger Gründertag. Fast alle Anlaufstellen, auch die Bank, haben uns zunächst zur hei. geschickt, weil es hier das ganze Paket gibt – ob es um Fördermittel, Steuern oder den Business-Plan geht. Vor der Gründung haben wir über die hei. eine Rechtsberatung in Anspruch genommen, um zu wissen, wo wir anfangen sollen. Als nächstes werden wir das hei.gründerfrühstück besuchen, davon versprechen wir uns viel in Sachen Erfahrungsaustausch.

Die entscheidenden ersten Schritte habt Ihr erfolgreich gemeistert. Könnt Ihr anderen Hamburger Gründern Mut machen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen?

Reza: Es ist wichtig zu wissen, dass man nicht alles alleine machen muss. Holt Euch Hilfe – z.B. bei der hei. und geht aktiv auf Euer Netzwerk zu. Teilt Euer Projekt in kleinere Aufgabenpakete, um zielgerichtet arbeiten zu können. Und wenn möglich, nutzt das Team, motiviert Euch gegenseitig und tauscht Euch regelmäßig aus. So macht das selbstständige Arbeiten Spaß – und wenn Ihr Euch reinhängt, erntet Ihr irgendwann selbst die Früchte Eurer Arbeit und nicht der Chef ein paar Etagen höher!

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